Tercer Hombre trainieren

In meinem letzten Artikel habe ich bereits das Konzept und die Vorteile des Spiels über den Dritten erläutert. Ebenso sprach ich kurz darüber, dass sich Konzepte wie diese fokussiert im Training einstudiert werden müssen. Im folgenden habe ich einzelne Spielformen, die ich bereits nutzte, um das Spiel über den Dritten meinen Spielern näher zu bringen.

Ich habe bereits bei meinem Heimatverein (Kreisliga) zwei Jahre eine D-Jugend und ein Jahr eine C-Jugend trainiert. Da beides mal nur zweimal die Woche trainiert wurde, die Jungs zum Spaß und nicht für eine Profikarriere spielten, wurde das Konzept nie explizit an der Taktiktafel besprochen, sondern sollte durch implizites Lernen und einzelnen Anweisungen von mir im Training erlernt werden.

Die Spieler sollten am Ende der Entwicklung das Klatschen lassen des Balles auf einen Spieler mit Blickrichtung zum gegnerischen Tor verinnerlicht haben.

Rondo als Basis

Da ich immer sehr gerne spielnah, in kleinen Räumen, sodass die Spieler ständig unter Druck stehen, trainieren ließ, wurden bei uns recht häufig Rondos genutzt. Um das Spiel über den Dritten zu verinnerlichen nutzte ich gerne ein 4vs2+1, um den Spieler in der Mitte, als Wandspieler zu nutzten.

Spiel über den Dritten trainieren

Wie hier zu sehen, kommt es auf die Positionierung des zentralen Spielers in rot an. bewegt er sich vor die beiden Verteidiger oder bleibt hinter einem der Beiden stehen, ist er nicht anspielbar und ein einfaches klatschen lassen ist nicht möglich.

Deswegen legte ich viel Wert darauf, dass sich der Zentrale hier zwischen den Verteidigern anbietet, am besten ein bisschen dahinter, um den Passwinkel zu verbessern. Für die Spieler war dies am Anfang nicht immer leicht, vor allem wenn der Ball weitergepasst wurde, veränderte der Zentrale nicht immer passend seine Position. Mit der Zeit wurde dies besser.

Neben den Verteidigern musste der Zentrale auch in Abstimmung mit seinen Mitspielern seine Position finden. Positionierte er sich hier zu zentral, war ein Pass auf den Spieler am gegenüberliegenden Ende nicht möglich. Alles in allem versuchte ich über Fragen und seltenen Eingriffen die Spieler auf bestimmte Aspekte hinzuweisen. Jedoch sollen sie möglichst selbst durch das Design der Übung die richtigen Entscheidungen mit der Zeit treffen.

Für diese Spielform habe ich in der Regel 10-15 Minuten meines Trainings verwendet. Häufig mit Regelanpassungen nach einer Wiederholung. Beispielsweise waren in den ersten drei Minuten nur zwei oder drei Ballkontakte erlaubt, je nach Leistungsstand der Spieler. Danach eine Minute Pause.

In der zweiten Runde, die 4 Minuten andauerte, musste jeder zweite oder dritte (wieder je nach Leistungsstand) Pass über den zentralen Spieler gespielt werden. Dadurch sollten die Spieler dazu gebracht werden, das Spiel über den Dritten zu nutzen. Darüberhinaus sollte so das Überspielen von Linien provoziert werden. Danach wieder eine Minute Pause.

In der dritten und letzten Runde, die auch wieder meist vier Minuten dauerte, waren Doppelpässe für den zentralen Spieler nicht mehr erlaubt. Er musste sich aus diesem Grund häufig umschauen und seine Position korrigieren, um jeden Spieler anspielen zu können.

Zonenspiel

Übung 3

Eine weitere Spielform um das Spiel über den Dritten im Aufbauspiel zu nutzen, ist das Drei-Zonenspiel oben. Die Regeln sind nicht so kompliziert. In der mittleren Zone positionieren sich im drei Verteidiger und ein Mittelfeldspieler (rot). In der Zone, in der Ball sich befindet wird drei gegen einen gespielt. Ziel ist es, einen Pass durch die mittlere Zone in die dritte Zone zu spielen, in der sich zwei rote Angreifer befinden. Erfolgte ein Seitenwechsel, wechselt der Zentrale der roten Mannschaft in die äußere Zone, genauso wie ein blauer Verteidiger, um wieder die ursprüngliche drei gegen einen Situation herzustellen. Dementsprechend wechselt der andere Blaue und ein Roter in die mittlere Zone, damit dort wieder eine 1vs3 Situation besteht.

Mit dieser Spielform lässt sich auf der einen Seite der ruhige Spielaufbau mit Einbeziehung eines Sechser trainieren und gleichzeitig das Lenken des Gegners und Öffnen von Räumen, um den Ball zwischen den Linien hindurchzuspielen.

Diagonale pässe

Situationen im Spielaufbau wie beispielsweise hier können durch diese Spielform trainiert werden. Natürlich lassen sich durch einzelne Variationen auch ähnliche Situationen trainieren.

Wert sollte bei dieser Spielform auf einer sicheren aber gleichzeitig zügigen Ballzirkluation gelegt werden. Der Spieler in der zentralen Zone kann dazu genutzt werden, den Gegner zum Verschieben zu zwingen und dadurch öffnen sich Räume, die über das Spiel über den Dritten genutzt werden können. Gleichzeitig ist das Anbieten der Spieler von großer Bedeutung. Zum einen sollten sich die Spieler in der ballfernen Zone auf Lücke anbieten, um einen Durchspielen der Abwehrlinie zu erleichtern.

Wenn das Niveau der Spieler ausreichend hoch ist, oder wenn erkennbar ist, dass Zonenwechsel sich als leicht genug herausstellen, kann die Spielform variiert werden. Beispielsweise können die Mittelfeldspieler von Blau nach einer bestimmten Anzahl der Pässe die Möglichkeit haben in der Zone, in der Ball sich befindet aggressiv ins Pressing zu gehen.

Spiel über den Dritten trainieren

Dadurch gerät rot unter Druck und muss sich besser anbieten und den Ball laufen lassen. Für den Zentralen gilt, dass er die Entscheidungen zwischen Klatschen oder Drehen noch schneller treffen muss.

Um das Anspiel auf einen Stürmer mit Verteidiger im Rücken zu simulieren, könnte man beispielsweise an die Enden jeweils einen Gegenspieler positionieren, der dann von hinten Druck machen kann. Dadurch muss der Zentrale Angreifer als Anspielstation sofort aus der Mitte nachrücken.

Übung 3 Variante 2

Small sided games

Letztendlich sollte man im Training versuchen, die gelernten Inhalte natürlich bis zum abschließenden Spiel weiterzuentwickeln. Deshalb sollten auch in sogenannten small sided games, das Spiel über den Dritten trainiert werden. Die erste Spielform hierfür ist aus Rene Marics großartigem Buch.

Spiel über den Dritten trainieren

Normalerweise spielte ich diese Spielform immer im 5vs5 (inklusive Torwart) plus je zwei Spieler von jedem Team, die sich neben dem gegnerischen Tor positionieren mussten. Nun können verschiedene Regeln eingebaut werden, um die Spieler neben den Toren als Wandspieler zu nutzen. Neben dem Spiel über den Dritten können so auch noch andere Prinzipien des Positionsspiels trainiert werden. Beispielsweise zu versuchen den Spieler dem am weitesten weg positioniert ist durch einen flachen Pass anzuspielen. Oder diagonale Pässe zwischen die Linien zu spielen, kann auch hier implizit erlernt werden.

Ich nutzte meist verschiedene Regeln wie: Bevor ein Tor erzielt werden darf, muss einer der Spieler neben den Toren angespielt werden. Ebenso wäre es möglich zu sagen, dass Tore nur im Sechzehner zählen, nachdem sie mit dem ersten Kontakt von einem der Äußeren in den Strafraum gespielt werden.

Bei einer anderen Spielform werden zwei Zonen jeweils eine in jeder Hälfte gezogen. Das Team in Ballbesitz, muss die Zone durch einen Spieler in der gegnerischen Hälfte besetzten. Dies soll einen Stürmer zwischen den Linien bzw. im Sturmzentrum simulieren, der daraufhin als Wandspieler genutzt werden soll.

Spiel über den Dritten trainieren

Auch hier lassen sich durch verschiedene Regeln bestimmte Verhaltensweisen provozieren. Ich spielte die Spielform meist nur mit den Regeln, drei Ballkontakte und der Spieler in der Zone muss einmal im Angriff angespielt werden. Darf in dieser Zone von der verteidigenden Mannschaft angegriffen werden. Zu Anfang entstand einfach nur eine Ballung der Spieler um diese Zone, bis die Spieler verstanden, dass durch die Bewegung des Balles die Verteidigung auseinander gezogen werden kann und der Spieler in der Zone für Doppelpässe und eben für das Spiel über den Dritten genutzt werden kann.

Im weiteren Verlauf ließen sich noch Regeln hinzufügen wie beispielsweise, dass nach einem Anspiel des Stürmers in der Zone dieser in der Folge gewechselt werden musste, damit es eine rotierende Besetzung des Sturmzentrums geben konnte.

Fazit

Dies sollte nur ein kleiner Einblick sein, welche Spielformen ich nutzte. Die Regeln, Feldgrößen und die Länge der Spielformen sollte je nach Leistungsstärke der einzelnen Spieler angepasst werden. Ich würde mich über einen regen Austausch hier oder über Twitter freuen, vielleicht haben ja auch von euch noch ein paar gute Spielformen, die als Inspiration für andere genommen werden können.

Das Spiel über den Dritten

Bevor man das Spiel über den Dritten trainieren kann, sollte man die Grundidee dahinter verstanden haben. In diesem Artikel geht es genau darum.

Trainingseinheit zum Spiel über den Dritten

Wie ein komplettes Training zum Spiel über den Dritten gestaltet werden kann, erfährst du in diesem Beitrag.

Kategorie Aspektanalyse, Spielformen, Training

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