Taktische Lernphase hält an – VfB siegt gegen Köln

Beim VfB Stuttgart ist man mit den drei Punkten hoch zufrieden. Am Ende entschied die individuelle Klasse eines Akolo über Sieg oder Niederlage. Die Kölner bewiesen eine starke Moral und wurden dennoch nicht belohnt.

VfB war taktisch noch nicht im Spiel

VfB spielte wieder im gewohnten 5-2-2-1. Mit dieser Formation möchte man das Mittelfeld kompakt halten und nur den Passweg nach Außen offen halten. Wenn dies geschieht, sollte der Außenverteidiger anlaufen und ihn unter Druck setzen. Genau dieser taktische Grundzug ist dem VfB schwer gefallen. Aogo oder auch Beck schafften die Außenspieler nicht unter Druck zu setzen. Die Kölner setzten sich oftmals über die Außen durch und kamen zum Abschluss. Was auffiel, dass oftmals Mangala oder Ascacibar den Außenspieler anliefen. Dazu muss man sagen, dass die Kölner hoch standen und somit der Außenverteidiger stark im Aufbauspiel beteiligt waren. Das Angriffspressing wurde nicht umgesetzt. Köln konnte man nicht in ihrere eigenen Hälfte halten. Die drei Offensiven des VfB haben bis dato nur ihre taktischen Laufwege erfüllt und die Kölner nach Außen gedrückt. Stuttgart ließ zu viele Chancen zu und aus ihrer Sicht wäre eine Kölner Führung nicht ganz unverdient gewesen.

Außenverteidiger sorgen offensiv für mehr Kreativität

Man wartete bis der VfB Stuttgart eine Reaktion zeigte und sie kam auch. Nach Ballgewinn wurde versucht Donis, Terrode oder Brekalo anzuspielen. Die drei genannten Spieler standen nicht außen, sondern im Zentrum versetzt. Als sich dann Beck oder auch Aogo sich in das Spiel nach vorne einschalteten, merkte man den Kölnern an, dass die Zuteilung fehlte. Der VfB konnte kreativer in ihrem Offensivspiel werden. Somit konnte der VfB mit zwei Großchancen die Kölner aus ihrem Spielfluss ziehen. Das 1:0 entstand durch starkes Pressing im richtigen Moment. Diesmal passte alles Beck lief den Außenspieler an, der spielte einen kurzen Pass wieder ins Zentrum, um die Seite zu wechseln. Stark machte es dann Mangala, der im richtigen Moment den Zweikampf suchte. Er gewann den Ball und es ging weiter zu Terrode, der den Ball auf Donis in den Lauf legte. Dieser setzte sich stark im Lauf Duell durch und traf durch einen Beinschuss gegen Horn. Man merkte, dass sich VfB am Anfang des Spiels schwer tat, dass ganze taktisch so umzusetzen, dass das Aufbauspiel der Kölner verhindert wurde. Das Tor zeigte ganz klar den taktischen Sinn der Formation. Den Gegner über Außen locken, diese dann zu machen, dass sie wieder über die Mitte abbrechen müssen.

Terrode als Wandspieler misslingt- System gegen den klassischen Mittelstürmer?

Die Große Sturmhoffnung des VfB wirkte gegen Köln eher blass. Er bereitete zwar das 1:0 vor, doch immer wieder verlor er den Ball als der VfB versuchte nachzurücken. Der große Bulle verlor den Ball zu schnell und der VfB kam zu wenig Entlastung. Terrode wurde auch leider nicht gefährlich in Szene gesetzt. Die Bälle die über Außen rein geschlagen wurden, kamen nicht in seine Nähe. Man merkte defensiv, dass der VfB einen Matchplan besaß, aber offensiv wurde es nicht deutlich. Man hat das Gefühl, dass Terrode der Leidtragende des VfB-System ist. Er wird zu wenig im Strafraum angespielt und bekommt den Ball auch nicht in den Situationen, in dem der VfB gefährlich wurde. Trotzdem erfüllte er nicht den Job als Wandspieler, der die Bälle hält und nach Außen verteilt. Es fiel schwer daran zu glauben, dass er der richtige ist im VfB Aufbau Spiel. Ein schneller falscher 9er wie Akolo, hätte dem VfB gut getan. Terrode traute sich in kein Dribbling, da es auch nicht seine Spielveranlagung ist. Die Schnelligkeit fehlt Terrode leider. Er verbuchte keinen Abschluss, dagegen verbuchten Brekalo und Donis zusammen 14 Schüsse in Richtung Tor.

Ballverlust Gegentor

Akolo und Terrode waren in dieser Situation beteiligt. Sie fahren einen Konter nicht konsequent zu Ende. Wie es so ist, wird das in der Bundesliga bestraft. Kurze Unordnung beim VfB. Köln wird nicht unter Druck gesetzt auf der rechten Abwehrseite des VfB und Heintz darf vor dem Strafraum zu lange gewähren. Baumgartl schaffte es leider keinen Druck auf den Ball auszuüben und agierte in der Situation eher passiv. Baumgartl dürfte seine Position in der 5er-Kette verlassen. Da neben ihm, Pavard und Aogo standen, die ihn in dieser Situation absichern konnten. Leider konnte der VfB sein gutes defensiv Verhalten nicht die komplette zweite Halbzeit zu Ende spielen.

Spielstarke Außenverteidiger im System gefragt

Was einem auffiel, dass der VfB einige technische Mängel besaß. Teilweise konnten sie Situation nicht beruhigen und mit leichtem Druck der Kölner zwingt man den VfB schnell zu Fehlpässen. Vor allem Beck sah man an, dass man offensiv nicht zu viel erwarten darf. Pässe oder Flanken zum Gegner oder die gewisse Dynamik in den offensiv Aktionen fehlten ihm. Wenn ich mit einem 5-2-2-1 spiele, dann brauche ich für die offensive spielstarke Außenverteidiger. Laufwege und der taktische Sinn haben beide Außenverteidiger verstanden und gut umgesetzt. Die Passquote von 84% zeigt deutlich, dass er zu einem gerne den sicheren Ball spielt und dem Aufbauspiel, somit zur Sicherheit verhilft. Ich meine eher, dass man Situationen noch klarer zu Ende hätte spielen können und in der ein oder anderen Situation mehr riskiert. Ein Überraschungseffekt kam über die Außenspieler leider nicht zustande. Die Optionen des VfB auf der Rechtsverteidiger Position sind sehr gering. Zu erwarten ist, der unbändige offensive Wille des wiedergenesenen Insua. Dieser möchte sich sehr häufig in der Offensive mit einschalten. Offen bleibt, ob er die Defensivaufgaben genauso erfüllt. Dabei könnte dann Aogo die Rechtsverteidiger Position übernehmen.

Ein Hauch von Messi

Als niemand mehr gerechnet hat, musste es eine Einzelaktion den Unterschied aus machen. Akolo hat seit seiner Einwechselung angedeutet, dass er heute Lust hat auf Fußball. Was dann passierte, kann man nicht anders sagen, war ein Hauch von Magie. Akolo setzte zum Dribbling an und setzte sich gegen drei Mann durch. Er Drang somit in den Strafraum ein, Schoss und mit ein wenig Glück landete der Ball in den Maschen. In dieser Situation hat keiner mehr damit gerechnet und vielleicht war es auch der Sinn von Wolf, Akolo in der letzten halben Stunde zu bringen, dass er nochmal das VfB Spiel beflügelt. Auf jeden Fall wurde Akolo zum Helden der Partie und das Talent lässt andeuten, dass er immer wieder für Überraschungen gut ist.

Starke Moral für eine Junge Mannschaft

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der VfB moralische Stärke bewies. Keiner hat mehr an das Tor geglaubt. Der nicht gegebene Elfmeter für Köln beflügelte den VfB. Eine so Junge Mannschaft hat weiterhin an sich geglaubt und wurde belohnt. Das auch diese junge Tugend bestraft werden kann, zeigte die letzte Chance der Partie, als Guirassy vor Zieler auftauchte und scheiterte. Genau diesen Aufschwung soll die Mannschaft nach Leipzig mitnehmen, um was zählbares zu holen. Taktisch kann man gespannt sein, wie die Positionen besetzt werden. Die Formation wird Wolf höchstwahrscheinlich bei behalten, da defensiv der VfB einigermaßen steht.

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