Wenger mit Nebelkerze – Individuelle Klasse überwiegt

Beim heutigen Spiel, Manchester City gegen Arsenal, hoffen die alle Spitzenreiter, das City Punkte verliert. Wenger gewann schon letzte Saison im FA-Cup Halbfinale. Also er weiß wie es funktioniert und schickt eine Elf auf das Spielfeld, dass bei der taktischen Analyse überrascht. Er gibt seine Spielformation mit einem 4-3-2-1 an. Die wirkliche taktische Aufstellung war dagegen ein 3-6-1 oder ein 5-4-1 mit stark aufrückenden Außenverteidigern. Man sah vor allem an der rechten Angriffsseite, dass Bellerin weit außen steht und Özil die Bälle mehr im Zentrum fordert. Somit sendete Wenger eine Nebelkerze um für Überraschungen zu sorgen.

Nach den ersten 10 Minuten sah es aus, dass Wenger bis jetzt alles richtig gemacht hat. Arsenal setzte Manchester City im vorderen Drittel unter Druck. Dabei wurde das starke Ballbesitzspiel von Pep gestört. City wurde nur gefährlich, wenn Arsenal den Ball im Angriff oder in Vorwärtsbewegung verliert. Ramsey setzte stark nach und Arsenal kam eigentlich in eine aussichtsreiche Position. Özil suchte zuerst den Mitspieler und nicht den Abschluss. Somit verpuffte sein schwacher Schuss und es gab nur Eckball. Auf diese Szene komme ich im weiteren Verlauf nochmal zu Sprechen.

Arsenal hatte sehr häufig den Ball in der gegnerischen Hälfte man sah die Außenverteidiger weit vorne und wiederum Özil ins Zentrum gerückt. Man wollte seinen Ballbesitz ausspielen, doch ein Fixpunkt im Sturm fehlte. City presste auch gut gegen den Ball und somit stand Arsenal immer wieder stark unter Druck. Für solche Spiele wurde ein Alexandre Lacazette verpflichtet. Man sah teilweise einen technischen Unterschied der beiden Mannschaften im vorderen Drittel. City besitzt mehr Geschwindigkeit und könnte gefährlichere Angriffe zu Ende spielen. Dies führte auch zum ersten Tor des Spiels.

Passivität führt zum Gegentor. Dieser Satz beschreibt genau das Verhalten, dass zum Gegentor führte. In dieser Situation dachte ich mir, warum läuft der Xhaka nur so langsam und warum übt dieser kein Druck gegen den Ball aus? Er positionierte sich nicht neben Ramsey in der Mittelfeldreihe. Man sollte ihn eigentlich nach dem Spiel fragen, was in der Szene bei ihm los war. Ein unbedrängter Doppelpass zwischen De Bruyne und Fernandinho ließ wiederum den erstgenannten in die gefährliche Zone vordringen. Genau das passierte nach dem Xhaka nicht vor dem eigenen 16er den Gegner unter Druck setzte. De Bruyne suchte den Abschluss und traf schnörkellos. An diesem Tag wirkte Xhaka nicht besonders Laufstark und ich hatte das Gefühl, dass er unzufrieden war. Mit seiner Leistung wahrscheinlich, aber dennoch kann man Kämpfen und Laufen. Wahrscheinlich auch ein Qualitätsunterschied, bei dem City einfach ein ballsicheres Mittelfeld gegenüber Arsenal besitzt. Wenn De Bruyne unter Druck gesetzt wurde, stellte er mit Ruhe den Körper in die Aktion und löste den Zweikampf mit einem genauen Zuspiel zum Mitspieler. Kurz davor hatte Özil die Führung auf dem Fuß, dass ist leider genau das was man ihm nach sagt. Er sucht eher seinen Mitspieler anstatt im Strafraum zu schießen. In dem Fall ist keiner in den Rückraum gelaufen und somit gab es nur einen Eckstoß. Auch City spielte teilweise die Angriffe schlecht zu Ende, aber in dem Bericht möchte verstärkt auf Arsenal eingehen.

Interessant war, dass Arsenal nach dem Gegentreffer teilweise City sehr stark anlief. Das Einzige was komisch erschien, dass das nicht geschlossen geschah. Somit könnte City mit einem langen Ball die angreifende Reihe überspielen. Meistens lief Sanchez mit Özil und Iwobi die Citziens an, aber wirklich unter Druck gesetzt wurden sie nicht. Positiv hervorheben würde ich trotzdem das Verschieben und die taktische Flexibilität die Arsenal zur Schau stellte. Teilweise wurde zwischen einer Dreier-Vierer- oder Fünferkette hin und her gewechselt. Dabei war einmal Coquelin zwischen den Innenverteidigern oder zwischen der Mittelfeldreihe und der Abwehrreihe. Auch die Außenspieler, Iwobi und Özil, waren gegen den Ball mit Xhaka und Ramsey auf einer Mittelfeldlinie, aber mit dem Ball rückten sie näher an Sanchez hin, um Kolasinac und Bellerin Platz zu machen. Ich würde hier für eine taktische Vielfalt sprechen, aber die noch in spezieller Hinsicht ausgereift werden muss. Damit meine ich die Laufwege der Äußeren, die oftmals angespielt wurden, in dem sie Ball nur wieder zurück prallen konnten. Nur selten konnten sie sich drehen und Tempo aufnehmen. Das sollte Wenger beachten und verbessern. Das vorrücken der Außenverteidiger hat mir sehr gut gefallen. Man versuchte in der gegnerischen Hälfte mehr Anspielstationen zu bilden. Da Coquelin zwischen die beiden Innenverteidiger rückte, hatte man genug Abwehrspieler bei einem Ballverlust.

Die Halbzeitansprache zeigte leider keine positive Auswirkungen auf das Spiel von Arsenal. Es folgte ein sofortiges Elfmeter-Gegentor. Schwierig aus so einer Situation Hoffnung zu schöpfen. Vor allem gilt diese Saison, dass ein Rückstand gegen Manchester City nur schwer aufzuholen ist. Dennoch brachte Wenger frischen Wind. Aus einer ungeordneten Situation Cities, war es Lacazette, der verkürzte. In dieser Spielsituation könnte Arsenal den Ball mal länger in den eigenen Reihen halten und zirkulierte ihn. Manchester City schien nicht mehr zu 100% konzentriert und Arsenal nutzte diesen Fehler gekonnt aus.

Hervorzuheben möchte ich die Bemühungen von Alexis Sanchez. Falsche Einstellung konnte man ihm nicht vorwerfen. Er behauptete teilweise Bälle gegen Stones oder Walker. Er wartete mit dem Ball bis seine Mitspieler nachrückten. Dennoch tat sich Arsenal im Spiel nach vorne einfacher, als ein weiterer Stürmer eingewechselt wurde. Lacazette brachte mehr Power in das Spiel, aber trotz Anschlusstreffer konnte Arsenal nicht mehr gefährlich werden.

Der letzte Gegentreffer entstand durch eine Fehlenstscheidung des Schiedsrichters, dennoch fühlte sich kein Arsenalspieler in der Lage einfach weiter zu spielen. In der Wiederholung sah man ganz klar, dass Koscielny den Gegner ins Abseits stellte, doch jeder blieb stehen. Auch dieser Xhaka der  stehen blieb und einfach nur die Hand hob. Danach handelte er sich eine Gelbe Karte wegen Meckerns ein.

Es roch kurz danach, dass Wenger die richtigen Ideen hatte, um City schlagen zu können. Doch durch unnötige Gegentreffer, die man auf jeden Fall verhindern hätte können, verlor man das Spiel. Taktisch hat es mir teilweise sehr gut gefallen, wie sich Arsenal an das Spiel von City angepasst hatte. Sie nahmen mit ihrer Taktik teilweise Sterling und Sané aus dem Spiel. Doch die wirkliche individuelle Klasse von Manchester City war einfach höher und man hatte immer das Gefühl, dass Manchester City das Spiel in der Hand hatte. Es ist zu hoffen, dass Arsenal die nächsten Wochen positiv auftritt, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren.

SK

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