Borussia Mönchengladbach – FSV Mainz 05

Am 11. Spieltag kam es zur Partie Borussia Mönchengladbach gegen den FSV Mainz 05. Die Gastgeber traten im gewohnten 4-4-2 auf, mussten allerdings zunächst auf Christoph Kramer verzichten. Für ihn kam Jantschke in die Startaufstellung, wodurch Elvedi in die Innenverteidigung und Ginter ins defensive Mittelfeld rückte. Die Gäste formierten sich, wie schon in der vergangenen Woche gegen Frankfurt, in einem 4-3-3. Die beiden Achter Latza und Frei wurden durch Maxim und Serdar ersetzt.

Aufstellungen

Entgegen der Erwartungen, dass die Mainzer sich zunächst hinten reinstellen und auf Konter lauern dominierten sie in der Anfangsphase das Spiel mit viel Ballbesitz. Sie bauten das Spiel von weit hinten aus der eigenen Hälfte auf. Gbamin positionierte sich dabei zwischen den beiden Gladbacher Stürmern und die Innenverteidiger standen sehr breit. Dadurch war es für Stindl und Raffael schwer, Bell oder Diallo anzulaufen, wenn sie den Ball erhielten, ohne dabei die andere Seite komplett zu öffnen. Die Innenverteidiger versuchten dabei immer, in den Räumen seitlich der Stürmer anzudribbeln und anschließend den Ball zu den offensiveren Spieler zu passen. Allerdings mussten diese Räume erst geöffnet werden, da sonst das Risiko eines Ballverlustes zu groß war. Hierfür starteten die Mainzer den Angriff auf einer Seite, sodass die Gladbacher, allen voran die Stürmer, dorthin verschoben. Mit einer Verlagerung auf den ballfernen Innenverteidiger konnte dieser auf das Mittelfeld zudribbeln und hatte in der Regel drei Anspielstationen vor sich, da der Flügelstürmer in den Halbraum einrückte.

Anschließend versuchten die Gäste den Flügel entlang zu kombinieren. So kamen sie in den ersten Minuten zu vielen unbedrängten Abschlüssen aus der Distanz, Großchancen konnten sie sich allerdings nicht erarbeiten.

Im Verlauf der 1. Halbzeit bekamen auch die Gladbacher mehr Ballbesitzphasen. Nach Abstößen versuchten sie den Ball von hinten rauszuspielen, die Innenverteidiger kippten dafür neben dem Strafraum ab, um mit Sommer eine 3er-Kette zu bilden. Mainz wollte aber keinen Spielaufbau der Gladbacher zulassen und setzte den Spielaufbau unter Druck, sodass nur ein langer Ball geschlagen werden konnte. Dafür rückten die Flügelstürmer de Blasis und Öztunali auf die Höhe von Muto, um eine 3-gegen-3-Situation herzustellen, die Achter Serdar und Maxim orientierten sich an Zakaria und Ginter, rückten allerdings nicht zu weit nach vorne, um keine Räume zu öffnen. Teilweise ließ sich Zakaria fallen und versuchte eine Anspielstation hinter der ersten Pressinglinie herzustellen. Die Mainzer Stürmer konnten dies aber verhindern, indem sie zuerst den Passweg auf ihn zustellten und anschließend auf den ballführenden rückten.

Angriffspressing Mainz

Der Spielaufbau endete in vielen langen Bällen von Sommer. Nachdem er zu Beginn des Spiels oft den langen Ball auf die Stürmer versuchte, visierte er nach ein paar missglückten Versuchen den Linksverteidiger Wendt an, der immer frei stand. Dieser versuchte den Ball direkt mit dem Kopf zu verlängern, die Mainzer Verteidiger gewannen in der Folge aber die Zweikämpfe und konnten so den Ball erobern.

Im Mittelfeldpressing formierten sich die Mainzer dann im 4-5-1. Dabei fiel Muto die Rolle zu, den ballführenden Innenverteidiger seitlich anzulaufen, um das Spiel der Gladbacher auf den Flügel zu lenken, wo die Gäste in Überzahl waren. Geholfen hat ihnen dabei auch das schlechte Positionsspiel der Gladbacher. Zakaria und Ginter standen häufig auf einer Höhe im Sechserraum, wodurch es für die Achter leicht war, sie aus dem Spiel zu nehmen. Auch die Abstände waren zu gering, um mal einen Gegenspieler aus der Formation zu locken und den Raum dahinter zu öffnen. So hatte Gladbach viele Angriffe, in denen sich die Innenverteidiger zunächst den Ball hin- und herspielten, bis Muto sich in den Passweg stellte. Der Innenverteidiger hatte aber keine Anspielstationen vor sich und musste deshalb gleich auf den Außenverteidier spielen, der schnell angelaufen wurde. Mainz verschob in der Folge gut zum Flügel und konnte viele Bälle erobern. Nur vereinzelt orientieren sich ein Spieler – meistens Stindl – mal in den Raum hinter den Achtern, diese Bewegungen waren aber viel zu selten und Gladbach ging verdient mit einem 0:1 Rückstand in die Pause.

Gladbach Staffelung 1. HZ

  1. Halbzeit

Nach der Halbzeit wechselte Hecking Kramer für Jantschke ein, wodurch Ginter zurück in die Innenverteidigung und Elvedi auf die rechte Abwehrseite ging. Außerdem wurde positionierten sich die Gladbacher im Ballbesitz nun in einem 4-3-3. Kramer spielte als einziger Sechser sehr aktiv und holte sich viele Bälle direkt von den Innenverteidigern ab. So wurde eine 3-gegen-1 Situation gegen Muto hergestellt, dessen seitliches Anlaufen nun nicht mehr möglich war und er quasi aus dem Spiel genommen wurde. Diese Überzahl erlaubte es Kramer und den beiden Innenverteidigern ohne Druck auf das Mittelfeld zuzudribbeln. Die Achter Stindl und Zakaria, der später für Cuisance ausgewechselt wurde, sollten nach Lücken hinter den Achtern suchen. Die Stürmer positionierten sich in der letzten Linie so, dass sie alle vier Verteidiger binden konnten und ein Herausrücken nicht ermöglichten. Die Flügel wurden zudem für die Außenverteidiger geöffnet.

Gladbach nach der Pause

Wenn Muto überspielt wurde und ein Spieler auf das Mittelfeld zudribbeln konnte, lockte das in der Folge auch einen Mainzer Mittelfeldspieler aus der Formation. In der Regel war es ein Achter der rausrückte, den Raum dahinter konnte Kramer mit starken Pässen bespielen.

Wenn ein Spieler hinter der Mainzer Mittelfeldreihe angespielt wurde sollte dieser mit Tempo auf die Abwehr zulaufen. Die Flügelstürmer Grifo und Hazard starteten Läufe in die Tiefe, Raffael als zentraler Stürmer bot sich immer wieder für Kombinationen mit den Achtern an.

Wenn sich allerdings kein Raum öffnete, konnte immer noch der Pass auf die geöffneten Zonen am Flügel gespielt werden, die von den Außenverteidigern angelaufen wurden. Gladbach versuchte in der Folge den Flügel entlang zu kombinieren. Wenn auf einer Seite kein Durchkommen war, wurde schnell über die Innenverteidiger oder Kramer auf die andere Seite verlagert. Dort positionierte sich der Flügelstürmer wieder breit an der Außenlinie, um ins Dribbling zu gehen. Die Außenverteidiger waren auf beiden Seiten sehr offensiv und hinterliefen ihre Vordermänner. Die Angriffe resultierten in vielen Flanken, die zwar nur selten Gefahr brachten, aber die Mainzer im eigenen Drittel hielten. Die Befreiungsschläge konnten von den Innenverteidigern aufgesammelt werden und es wurde ein neuer Angriff gestartet. Mainz hatte in der zweiten Hälfte kaum noch längere Ballbesitzphasen und konnte nur noch kontern. Die Gladbacher wurden für eine bessere zweite Halbzeit schließlich mit dem Ausgleichstreffer belohnt.

Fazit

In der ersten Halbzeit überraschte Mainz mit viel Ballbesitz, der sehr gut ausgespielt wurde. In der Folge überließen sie den Gladbachern mehr den Ball, wussten aber auch im Pressing zu überzeugen und gingen deshalb verdient in die Pause. Die Umstellung der Gladbacher im Ballbesitz und die Einwechslung von Kramer brachte Gladbach aber wieder zurück ins Spiel. Insgesamt ließen beide Mannschaften die Gefahr im letzten Drittel vermissen, wodurch es keine wirkliche Großchance in der gesamten Partie gab und ein Unentschieden das gerechte Ergebnis ist.

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