Huddersfield – Manchester City

Am 13. Spieltag der Premier League kam es zum Duell Huddersfield gegen Manchester City. Die Gastgeber hatten einen guten Saisonstart und stehen mit 15 Punkten aus 12 Spielen besser da, als die meisten es vor der Saison gedacht hätten. Die Gäste aus Manchester spielen ebenfalls eine überragende Saison. Sie holten nach 12 Spielen 34 von 36 möglichen Punkten, schießen pro Spiel 3.3 Tore und haben eine wettbewerbsübergreifende Siegesserie von 17 Spielen, wenn der Sieg im Elfmeterschießen gegen Wolverhampton als Sieg gezählt wird.

Die Aufstellungen

Aufstellungen

Huddersfield begann das Spiel in einem 4-5-1, die ehemaligen Bundesligaspieler Löwe, Quaner, Kachunga und Hadergjonaj waren zunächst alle auf der Bank. Pep Guardiola schickte sein Team im gewohnten 4-3-3 aufs Feld. In der Innenverteidigung ersetzte Kompany den verletzten Stones und Agüero erhielt den Vorzug vor Gabriel Jesus im Sturmzentrum.

Erste Halbzeit – Huddersfield hat einen Plan

David Wagner’s Mannschaft überließ dem Tabellenführer den Ballbesitz und stellte sich hinten rein, Druck auf den Ballführenden wurde erst 30 bis 40 Meter vor dem eigenen Tor ausgeübt. Allerdings hatten sie einen klaren Plan, wie sie die Angriffe der Gäste unterbinden wollten. Auf Huddersfields rechter Seite spielte Williams durchgehend mannorientiert gegen David Silva. Dadurch ermöglichte er es dem Rechtsverteidiger Smith, am rechten Flügel bei Sane zu bleiben und nicht mit den restlichen Verteidigern verschieben musste. Durch diese Taktik war es für Manchester City schwerer, Sane in 1-gegen-1 Situationen zu bekommen, oftmals musste er mit schwierigen Pässen hinter die Abwehr geschickt werden, was aber ungefährlich blieb. Auf der linken Verteidigungsseite wählte Huddersfield einen anderen Ansatz. Der linke Achter Mooy deckte nicht de Bruyne, sondern isolierte ihn durchgehend mit seinem Deckungsschatten vom Aufbauspiel. So erzwang Huddersfield Pässe auf den rechten Flügel, wo sie dann hinschieben konnten. Da Mooy alleine nicht de Bruyne dauerhaft im Deckungsschatten halten konnte, halfen seine Nebenmänner van la Parra und Hogg mit.

Huddersfield 1. HZ defensiv

Depoitre orientierte sich zunächst an Fernandinho, dadurch hielt er sich defensiv meistens im Zentrum oder im rechten Halbraum auf. Wenn er aber durch Verlagerungen auf Otamendi überspielt wurde, rückte Hogg schnell raus und schloss die Passwege ins Zentrum.

Manchester City hatte mit dieser Taktik zu Beginn sehr viele Probleme. In den ersten Minuten versuchten sie noch etwas ungeduldig, den Gegner mit hohen Chipbällen über die Abwehr auszuspielen. Allerdings fehlte für solche Pässe der Platz im Rücken der Abwehr, wodurch die Bälle äußerst präzise und mit der richtigen Schärfe gespielt werden müssen. Dies gelang nicht, weswegen City in der Folge den Ball länger in den eigenen Reihen laufen ließ.

Die ersten guten Offensivaktionen startete City nach gut 15 Minuten über die rechte Seite. Nach schnellen Zuspielen auf Sterling konnte dieser den Ball in den Rücken des Mittelfelds auf de Bruyne ablegen, der ihn mit einem Doppelpass die Linie runterschicken konnte. Durch seine hohe Geschwindigkeit konnte Sterling seinem Gegenspieler meistens entwischen, allerdings passte der linke Innenverteidiger Schindler gut auf und konnte so einige Situationen klären. Eine weitere mögliche Angriffsstrategie ging durch die Mitte. Agüero konnte sich hier im Rücken von Hogg fallen lassen und eine zusätzliche Anspielstation sein. Anschließend versuchte er den Ball auf die Achter abzulegen, allerdings konnte auch aus diesen Situationen kaum Gefahr erzeugt werden.

Auf der linken Seite versuchte Sane lockte Sane seinen Gegenspieler etwas aus der Abwehr heraus, um anschließend mit einem Doppelpass in den größer gewordenen Raum reinzustarten. Dies gelang auch einige Male sehr gut, Chancen konnten in der Folge trotzdem nicht herausgespielt werden.

Nach 30 Minuten nahm Guardiola deshalb die erste größere Anpassung vor. David Silva und de Bruyne tauschten dauerhaft die Seiten, Walker rückte weiter vor und besetzte den rechten Flügel, Sterling zog dadurch in der letzten Linie in die Mitte. Durch das Vorschieben von Walker wurde van la Parra mit nach hinten gezogen, wodurch Raum seitlich von Mooy geöffnet wurde, indem sich Silva zunächst aufhielt. Von hier versuchte der Spanier dann in die Mitte zu dribbeln und suchte Kombinationen mit seinen Mitspielern. Diese Umstellung sorgte dafür, dass City zum Ende der ersten Halbzeit noch zu einigen Distanzschüssen aus guten Positionen kam, für ein Tor reichte es allerdings noch nicht.

Umstellung Silva-KdB

Huddersfield geht mit einer Führung in die Pause

Ein Tor vor der Pause erzielten aber die Gastgeber in der Nachspielzeit nach einer Ecke. Diese Führung war ziemlich glücklich, nicht nur, weil Otamendi den Kopfball von Schindler entscheidend abfälschte, Huddersfield hatte auch insgesamt kaum Offensivaktionen. Depoitre stand, genau wie der Rest der Mannschaft, sehr tief, wodurch es ihm nur selten gelang, die Befreiungsschläge der Abwehrspieler zu erlaufen oder festzumachen. Wenn Huddersfield mal eine längere Phase den Ball hatte, suchten sie viel zu überhastet den hohen Ball über die Abwehr. Allerdings ist Depoitre nicht der Typ Stürmer, der solche Bälle erlaufen kann.

Die 2. Halbzeit

In der Halbzeit stellte David Wagner auf der linken Verteidigungsseite etwas um. Van la Parra verteidigte nun deutlich tiefer und stand die meiste Zeit auf einer Höhe mit der Verteidigung. Dies hatte zur Folge, dass sie auch auf der linken Seite mehr auf Mannorientierungen setzten. Denn auch Guardiola schickte gab seiner Mannschaft einen neuen Plan für die rechte Seite mit. Walker und Sterling besetzten nun beide den Flügel. Durch das entstandene Loch auf der linken Mittelfeldseite konnte City von hier die Angriffe ohne Druck weiter nach vorne tragen, was auch zu dem Elfmeter direkt nach der Halbzeit führte. Eigentlich sollte van la Parra auf Walker herausrücken, sobald dieser den Ball erhält, dahinter orientierte sich Malone an Sterling und Schindler rückte auf de Bruyne raus, der in der zweiten Halbzeit wieder mit Silva getauscht hatte.

Auch für die andere Seite hatte City einen veränderten Plan. Agüero hielt sich deutlich mehr im rechten Halbraum und nicht mehr im Zentrum auf und ließ sich hier auch immer wieder fallen. Dadurch zog er Zanka mit, was Raum in der letzten Linie öffnete, der von den Gästen allerdings nicht genutzt wurde. David Silva bewegte sich nach Verlagerungen von der rechten auf die linke Seite entgegen der Ballrichtung ins Zentrum, wodurch er sich anschließend im Rücken seines Verfolgers Williams aufhalten konnte. Trotz dieser Umstellungen und den vielen geöffneten Räumen in der Defensive von Huddersfield konnte City sich in der zweiten Halbzeit kaum Torchancen erarbeiten.

Gabriel Jesus sorgt für den nächsten Sieg

Den entscheidenden Mann wechselte Guardiola in der 80. Minute ein. Mit Gabriel Jesus, der für Kompany kam, gingen nochmal einige Umstellungen hervor. Otamendi war nun der tiefste Verteidiger – der bei Angriffen trotzdem 20 Meter in der Hälfte von Huddersfield stand. Walker und Delph rückten vom Flügel in die Halbräume, um hinten nicht zu offen zu sein. Sie schalteten sich aber auch viel in die Angriffe ein und rückten bis kurz vor den Strafraum mit auf. Gabriel Jesus besetzte das Sturmzentrum, das durch das viele Fallenlassen von Agüero in der zweiten Halbzeit oft unbesetzt blieb. Er suchte dabei ständig nach Räumen in die er hineinsprinten konnte. Dieses Element ging dem Angriffsspiel von Manchester City fast das ganze Spiel lang ab. Des Weiteren konnte alleine seine Präsenz Gegenspieler binden, was den Gästen noch mehr Zeit und Raum im Mittelfeld gab. Kurz vor Schluss konnte Sterling dann nochmal ein Dribbling vom rechten Flügel Richtung Mitte starten, nach einem missglückten Doppelpass mit de Bruyne kam Jesus zum Abschluss. Der gehaltene Ball prallte gegen Sterling und sprang ins Tor.

Fazit

Der Sieg kam für City zwar etwas glücklich zu Stande, war insgesamt aber doch verdient. Huddersfield bekommt für eine starke Defensivleistung zwar keine Punkte, hat möglicherweise aber eine Vorlage für die kommenden Gegner von Manchester City gelegt, wie das Angriffsspiel größtenteils aus dem eigenen Strafraum ferngehalten werden kann.

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