Kein Auswärtssieg in der Hinrunde – Zufall? Hoffenheim vs. Stuttgart

Ausflug in die Vergangenheit

Der VfB schaffte es in der aktuellen Saison 2017/2018 keinen einzigen Sieg in der Ferne einzufahren. Natürlich gab es auch Spiele wie in Frankfurt, indem man in Überzahl noch in den Schlussminuten ein Gegentor kassiert hatte. Auch gegen Hannover hatte Aogo in den letzten Spielminuten, das Sieg-Tor auf dem Fuß. Dennoch gab es Spiele in denen der VfB Leidenschaft vermisste und mit Angst spielte. Beispiele hierfür sind die Spiele wie gegen Leipzig oder auch jetzt gegen Hoffenheim. Die Mannschaften stehen in den Top 6 der Bundesliga, dennoch bewies der VfB, dass man auch Dortmund zu Hause schlagen kann. Am Spielsystem liegt es nicht. Man gewinnt mit der Wolf Formation 5-2-3 zu Hause und verliert mit dieser Formation auch zu gleich Auswärts. Theoretisch kann man nicht sofort sagen, dass dies am Spielsystem liegen würde. Dennoch schoss man in 16 Spielen nur 13 Tore. Damit besitzt man den dritt schwächsten Angriff in der ganzen Liga. Mit 20 kassierten Toren liegt man im Mittelfeld der Bundesliga Tabelle. Also kann man an dieser Stelle zusammenfassen, dass man weder in der offensive noch in der defensive herausragt. Abschließend muss man sagen, dass nur teilweise während den Spielen die Formation verändert wurde. Was in einem Bericht schon mal beleuchtet wurde, dass dieses Spielsystem den klassischen Mittelstürmer wie Terrode nicht zu lässt. Somit geht es für den VfB Stuttgart wieder in Richtung Abstiegskampf.

Die Aufstellungen

Das Team aus Hoffenheim spielte in einem 5-3-2. Im Tor begann Baumann und vor ihm die drei Innenverteidiger mit Posch, Vogt und Hübner. Die Außenverteidiger-Positionen wurden durch Kaderabek und Schulz besetzt. Das Mittelfeld wurde Von Geiger, Demirbay und Rupp gebildet. Dabei ließ sich Geiger mehr zu den Verteidigern fallen und agierte auf der Sechser-Position. Nagelsmann ließ Uth und Gnabry  im Angriff beginnen.

Wolf setzte dagegen wieder auf sein 5-2-3. Kaminski wurde in der Innenverteidung raus rotiert und Pavard, Badstuber und Baumgartl besetzten das Zentrum. Die rechte Außenverteidiger-Position übernahm Beck, der gegen seinen Ex-Club von beginn an agierte. Auf der anderen Seite begann wie immer Insua. Die 6er- Positionen nahmen wie gewohnt Gentner und Ascacibar ein. Vorne wurde wieder Terrode auf die Bank gesetzt und Özcan, Donis und Akolo begannen. Hierbei diente Donis als Sturmspitze.

Was dem Spielverlauf schadete waren die frühen verletzungsbedingten Auswechselungen auf Seiten des VfB. Erst traff es Donis und dann noch Akolo. Das wirft im ersten Moment den Matchplan über den Haufen. Auch die Einwechselungen mit Asano und Brekalo wurden stark hinterfragt. Wolf möchte mehr Beweglichkeit und Schnelligkeit in den vorderen Reihen, deshalb griff er zweimal nicht auf Terrode zurück.

Was klar wird, wenn man beide Formationen vergleicht, dass wenig Räume entstehen werden im vorderen Drittel. Hoffenheim versuchte den VfB zu locken. Sie lockten aber nur die vordere Reihe. Man sah einen deutlichen Abstand zwischen der der defensiven Reihe, damit ist die 5er-Kette und die zwei 6er gemeint und der ersten Angriffsreihe. Somit überspielten sie immer wieder die vordere Reihe. Eine wirkliche Überzahl resultierte daraus nicht, da die 6er des VfB meist in der eigenen Hälfte blieben und nicht vorrückten. Somit entstand eine große Lücke im VfB-Spiel. Wiederum tat sich Hoffenheim schwer diesen Platz zu nutzen. Durch ihr starkes Umschaltspiel wollten sie, dass der VfB an sich weiter vorrückt und nicht nur die vordere Reihe. Wenn man allein sich schon das Beitragsbild ansieht, hängt die vordere reihe des VfB Stuttgart ein wenig in der Luft.  Hoffenheim wurde nur gefährlich in dem sie versuchten die letzte Abwehrreihe des VfB zu überspielen. Der Starke Einzelleistung durch Gnabry war auch das einzige mal, dass Hoffenheim den Durchbruch schaffte vom Zentrum heraus.

20.Spielminute

vfb hoffenheim11

Der vorder Reihe des VfB lief jeweils einen Innenverteidiger der Hoffenheimer an, es wurden Räume zwischen der VfB Reihe frei und Hoffenheim nutzte diesen mit einem Pass auf Demirbay der sich von seiner 8er-Position löste und den Ball zu Geiger prallen ließ. Rupp machte Geiger und Kaderabek platz. Gentner war in diesem Moment verloren, weil ihm nicht bewusst war, ob er druck auf Geiger ausüben sollte oder den Raum zu machen soll. Er war überfordert und wurde mit einem Doppelpass ausgespielt. Ganz einfach gespielt und ein großer Raum wurde frei. Die drei vorderen des VfB Stuttgart zogen sich zusammen und wollten durch kompaktes verschieben wieder Druck ausüben. Der Angriff verflog bei den Hoffenheimern, da sie auf acht tiefstehende VfB-Spieler zu liefen. Diese Spielsituation soll zeigen, dass ganz einfach drei Spieler in diesem Spiel ausgespielt werden können. Die Defensive rückte nicht nach und deswegen entstand dieses Loch. Trotzdem kam es zu keiner Überzahl Situation für Hoffenheim, da zwar drei Spieler des VfB aus dem Spiel genommen wurden, doch die Hoffenheimer Verteidiger auch nicht nach rückten.

Man merkte dem VfB zum teil eine Passungenauigkeit an und lange im Ballbesitz blieben sie auch nicht. Das zeigen auch die Ballbesitz-Werte von 58% für Hoffenheim. Auch die erfolgreichen Pässe zum Mitspieler schloss Hoffenheim besser ab mit 81% erfolgreichen Pässen. Dagegen schaffte es der VfB nur zu 73%. Das ist unter dem durchschnittlichen Wert des VfB gewesen. Dies gibt uns dennoch kein Hinweis,  warum der VfB das Spiel verlor. Gegen Dortmund beim 2:1 Erfolg zu Hause besaß der VfB nur 63% erfolgreiche Pässe zum Mitspieler und trotzdem gewannen sie das Spiel.

Defensiveres Spielsystem

Da Wolf schon 2mal unbeabsichtigt in der ersten Halbzeit wechseln musste, ließ er Özcan zurücksetzen in das Mittelfeld zu Gentner und Ascacibar. Der VfB spielte nur noch noch mit 2 offensiven Spielern. Das Spielsystem wurde in 5-3-2 umgewandelt. Die zwei vorderen Asano und Brekalo bekamen noch kaum Unterstützung, da der VfB auch nicht mehr nachrückte. Hinten ließen sie nicht sehr viel zu und Hoffenheim kam kaum zu Abschlüssen. Zudem führte Hoffenheim kein einzigen Eckball aus.

Wenn man das gestrige Spiel betrachtet sah man keine Spielstarke oder Spielfreudige Hoffenheimer. Wenn der VfB weiter daran festhält zu glauben, dass man die Null ohne weiteres hält wird es schwierig. Özcan wurde für Aogo ausgewechselt und der VfB änderte wieder seine Formation. Jetzt agierte als einzige Spitze nur noch Asano. Der weder körperliche Vorteile noch technische Vorteile besitzt, um die Hoffenheimer Abwehr zu gefährden. Das Spielsystem war am Ende ein 5-4-1. Also ein ganz klares Signal von Außen, dass man mit dem Punkt zufrieden ist in Hoffenheim. Taktisch hätte ich zu diesem Zeitpunkt, dasselbe getan. Die Defensive weiterhin stärken und kaum noch aus der eigenen Hälfte rausrücken, damit kein Gegentreffer entsteht. Wenn das so einfach wäre für den VfB. Spielerisch gefährdete Hoffenheim den VfB Stuttgart nicht. Sie probierten es immer wieder mit langen Bällen hinter die Abwehrreihe. So auch der 1:0 Siegtreffer, bei der eine Flanke vom Halbfeld Insua vor erheblichen Problemen stellte. Der VfB könnte diese Situation nicht klären.

Fazit

Zusammendfassend lässt sich sagen, dass kein großer spierischer Unterschied zu sehen war zwischen beiden Mannschaften. Dennoch verließ eine Mannschaft als Sieger den Platz und die anderen als Verlierer. Ich bin immer noch der Meinung, dass das Spielsystem für den VfB nicht das richtige ist. Man versucht die Defensive damit zu Stärken, aber im Endeffekt stehen nur 3 Offensive Mittelfeldspieler auf dem Platz. Würde man eine geringe Zahl an Gegentoren kassieren, dann wäre diese Formation vertretbar. Doch man liegt im Mittelfeld bei dieser Wertung. Für mich besitzt der VfB die falschen Spieler, um ein 5-2-3 zu spielen. Das Mittelfeld ist stabil, aber mit Ascacibar und Gentner keine Torgefährlichen Mittelfeldspieler. Im Gegensatz zu Rupp und Demirbay schon. Wolf muss sich hinterfragen, ob er weiterhin an dieser Formation festhalten wird. Die Siege zu Hause geben ihm ja wieder Recht. Es bleibt offen und das ist das Schöne am Fußball, dass jedes Spiel anders verläuft.

SK

 

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