Wie trainiert man das 5-2-3?

In dieser Serie habe ich bereits die grundsätzlichen Abläufe und Vorteile des 5-2-3 in der Defensive beleuchtet, nun komme ich dazu, wie man im Training erste Situationen und Abläufe trainieren kann. Nochmal kurz zu Erinnerung. Das Blockieren der Mitte und damit verbundene Lenken nach außen, genauso wie die hohe Präsenz in der ersten Defensivlinie sind zentrale Punkte des 5-2-3.

Das grundsätzliche Verschieben und pressen am Flügel im 5-2-3

Für diese Spielform nutzen wir nur den Block vor unserer Fünferkette, also die beiden Mittelfeldspieler und unsere drei Angreifer. Um eine bessere Orientierung für die Spieler auf dem Feld zu gewährleisten, teilen wir das Feld in drei Zonen ein. Diese markieren die Halbräume und das Zentrum. Dementsprechend positioniert sich so auch unsere Dreierreihe in vorderster Front, die beiden Mittelfeldspieler dahinter sollen das Zentrum sichern.

Training 5-2-3

Für die Übung benötigen wir 14 Spieler, je nach Trainingsbeteiligung kann das ja schonmal die komplette Mannschaft sein. Die Spieler werden in zwei Teams mit je 6 Spielern aufgeteilt, außerdem werden zwei Neutrale Spieler bestimmt, die sich auf der Außenbahn positionieren. Sie dienen als Außenspieler für beide Teams.

Das Ziel ist es, dass die Ballbesitzende Mannschaft ihren Spieler am Kopfende des Feldes anspielt und dieser den Ball zu einem anderen Mitspieler klatschen lässt. Die Feldgröße wird bewusst erstmal etwas schmaler gewählt. Dies hilft der Defensivmannschaft, da die Wege nicht so lange sind und die abzudeckenden Räume nicht so groß.

Je nachdem wie weit man in der Entwicklung des Teams ist kann man dann die Feldgrößen verändern. Die Veränderung der Spielfeldgröße beeinflusst die Dynamik des Spiels und die Schwerpunkte des Lernens.

Erstmal soll keine Ballkontaktbegrenzung gelten, damit das Spiel möglichst realitätsnah ist, und taktische Mittel wie das Andribbeln eines Innenverteidigers möglich ist.

Diese Spielform kann man beispielsweise nutzen, wenn die Spieler schon Erfahrung im ballorientierten Verschieben und gemeinsamen Verteidigen haben und man möchte nun im Training 5-2-3 trainieren. Es geht darum, dass die Mannschaft, die nicht in Ballbesitz ist, die Mitte und die Halbräume verschließt und somit der Mannschaft in Ballbesitz nur die Passoption nach außen gibt.

Nachdem der Ball nach außen gespielt wurde, geht es um das saubere Verschieben des roten Teams. Der ballnahe Außenstürmer geht ins Pressing und soll versuchen Pässe in die Mitte mit seinem Deckungsschatten zu verschließen.

Wichtig, die neutralen Spieler stehen außerhalb des Feldes und dürfen deswegen nicht direkt attackiert werden, haben aber auch nur drei Ballkontakte, außerdem zählen Punkte nicht, wenn sie den Pass auf den Spieler am Kopf des Spielfeldes gespielt haben.

Wichtig ist hier auf das Verschieben der Defensivmannschaft zu achten. Der ballferne Außenstürmer kann sich tiefer bewegen, um den Sechsern zu helfen. Die Markierung der vertikalen Zone ist eine gute Orientierung, damit der Außenstürmer nicht zu weit verschiebt und so die ballferne Seite zu weit öffnet.

Der Stürmer hingegen hat zwei Wahloptionen, entweder sich tiefer bewegen, um abzusichern, beispielsweise wenn der Passweg ins Zentrum nicht richtig verschlossen ist. Oder er steht höher und stellt den Innenverteidiger zu. Dies hängt auch davon ab, wie das Team in Ballbesitz angelaufen werden soll. Was wiederum auf die Philosophie des Trainers zurück zu führen ist.

Training 5-2-3 – Minitore als Zwischenziele

Um den Fokus auf das Verteidigen bestimmter Zonen zu lenken, können Minitore genutzt werden. Wie in meinem allgemeinen Artikel erwähnt, geht es darum das Zentrum eng zu gestalten. Deshalb wird ein Minitor im Zentrum, rund um die Sechser positioniert, um zum einen den Fokus auf eine kompakte Mitte zu legen und zum anderen ein präzises Herausrücken und Absichern der Mitte zu gewährleisten.

Durch das Minitor, können die Sechser nicht zu weit herausrücken ohne Räume zu öffnen. Andererseits müssen die Sechser versuchen bei einem Pass ins Zentrum schnell aus ihrer Position zu schieben, um das Aufdrehen und Bespielen des zentralen Minitors zu verhindern.

Werden solche Minitore genutzt, wäre es sinnvoll, wenn der Ablauf der Spielform geändert wird. Das eine Team könnte sich primär auf den Spielaufbau konzentrieren und so die Minitore bespielen, während das andere Team sich auf das Verteidigen der Minitore konzentriert und sonst „auf Konter“ spielen.

Über das zentrale Minitor haben wir bereits gesprochen. Die Minitore in den Halbräumen sind extra höher positioniert wie das zentrale Minitor. Denn, die Außenstürmer sollen sich darauf konzentrieren, die Halbräume zu sichern. Beim Herausschieben der Außenstürmer sollen sie ihren Deckungsschatten nutzen, um Pässe in den Halbraum zu verhindern.

Beispielsweise muss das Sichern des ballnahen Halbraums auch nach einer Verlagerung auf außen gewährleistet sein, der zentrale Stürmer muss folglich entweder tiefer absichern und dann herausrücken, oder er nimmt eine höhere Grundposition ein, um eine Verlagerung von außen in den Halbraum zu verhindern. Des Weiteren, ist ein schnelles Verschieben nach einem Seitenwechsel entscheidend. Der Gegner sollte nach einer Verlagerung von rechts nach links, den linken Halbraum nicht bespielen können.

Training 5-2-3

Hier eine schnelle Verlagerung der grünen Mannschaft von außen in den ballfernen Halbraum. Wichtig ist das schnelle Verschieben des ballfernen Flügelspielers, um ein Dribbling oder einen Pass durch das Minitor zu verhindern. Der zentrale Stürmer hat davor bereits die Möglichkeit den Passweg für den Seitenwechsel zu schließen oder den Innenverteidiger der die Verlagerung erhält bei der Ballannahme unter Druck zu setzten.

Spiel mit Mittelzone

Um das Absichern der Mitte nach überspielen der ersten Linie zu trainieren, bauen wir eine zentrale Zone in die Spielform ein. Außerdem werden zwei größere Tore installiert. Dies ist natürlich auch optional bei allen anderen Ausführungen der Spielform möglich.

Die Zone in der Mitte ist ein Kreis, um zumindest Ähnlichkeiten zum Raum in unserem Fünferblock herzustellen. Ziel für die Mannschaft in Ballbesitz ist es, ein Tor zu erzielen. Jedoch können sie auch mit zwei Pässen in der Zone einen Punkt erzielen.

Training 5-2-3

Ziel dieser Spielform ist es, die Mannschaft, die in Ballbesitz ist einen Anreiz zu geben vermehrt durch die Mitte zu spielen. Es sollen Situationen häufiger entstehen in denen die Defensivmannschaft auf das Überspielen der ersten Linie reagieren muss.

Es geht darum, dass die Sechser bereits antizipativ, frühzeitig herausrücken, um den Gegner bereits bei der Ballannahme unter Druck zu setzten. Außerdem soll das mentale Umschalten der Stürmer geschult werden. Sie dürfen nachdem sie überspielt wurden nicht stehen bleiben, sondern möglichst sofort ins Rückwärtspressing übergehen, um die Mitte möglichst kompakt zu halten.

Fazit – Training 5-2-3

Dies sollte eine kleine Einführung und Inspiration sein, wie man durch gewisse Modifizierungen der Spielform, in diesen Beispielen über Zonensetzung oder Minitore, bestimmte Abläufe des 2-3 Blocks im 5-2-3 trainieren kann.

Je nachdem für welche genauen Bewegungen sich ein Trainer im Verteidigen entscheidend und welche Präferenzen er hat, beispielsweise eine sehr kompakte Mitte, oder ein mannorientiertes Angriffspressing, können die Spielformen durch einzelne Regeln ergänzt werden, um das gewünschte Verhalten zu erreichen.

Kategorie Allgemein, Aspektanalyse, Kleine Einblicke

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