Liverpool – Bournemouth

4 Tage nach dem Einzug ins Halbfinale der Champions League nach einem Sieg bei Manchester City ging es für Liverpool in der Liga darum, wichtige Punkte im Kampf um die Champions League Plätze zu holen. Der Gegner war Bournemouth, die eine eher durchwachsene Saison spielen, sich dank einer guten Serie zu Beginn des Jahres aber schon früh aus dem Abstiegskampf befreien konnten.

Trotz der hohen Belastung in den letzten Wochen verzichtete Klopp auf eine größere Rotation, einzig Henderson, der im Rückspiel gegen Man City gesperrt fehlte, rückte für Milner in die Startelf. Jürgen Klopp setzte wieder auf das gewohnte 4-3-3. Bournemouth stellte ein defensives 5-4-1 dagegen.

Aufstellungen

Liverpool wartet nicht lange ab – Alexander-Arnold als Schlüsselspieler

Direkt in den ersten Minuten kontrollierte Liverpool das Spiel und drängte auf ein frühes Tor. Die Innenverteidiger und Henderson hielten sich nicht lange damit auf, das Spiel von hinten aufzubauen, sondern spielten gleich lange Bälle in den Rücken der Abwehr. Im Idealfall sollten die Stürmer diese Pässe erlaufen, wenn das nicht gelang rückten die anderen Spieler nach, um zweite Bälle zu gewinnen. Möglicherweise war diese Herangehensweise eine Anweisung von Klopp, damit die Spieler sich nach einer frühen Führung etwas ausruhen konnten und nicht immer wieder gegen eine defensive Mannschaft anlaufen mussten.

Wenn nicht gleich der Ball in die Spitze gespielt wurde, versuchte Liverpool Alexander-Arnold auf der rechten Seite freizuspielen. Wichtig waren hierfür die Bewegungen der drei Stürmer sowie von Oxlade-Chamberlain. Der rechte Achter rückte aus seiner Position oft mit in die letzte Linie vor, wodurch der linke Verteidiger Daniels nicht auf Alexander-Arnold rausrücken konnte. Dadurch blieb King auf der linken Seite in einer Unterzahlsituation gegen Lovren und Alexander-Arnold. Der Innenverteidiger provozierte dabei auch immer wieder gut das Herausrücken des Gegenspielers, wodurch Alexander-Arnold noch mehr Platz und Zeit am Flügel hatte.

Überzahl am Flügel

Aus dieser Position suchte Liverpool dann direkt den Weg zum Tor. Salah, Firmino und Mané positionierten sich zentral und zogen mit Tempo in den Sechzehner, was für die Defensive schwer zu verteidigen ist. Nach nur wenigen Minuten hätte Salah auf diese Weise schon das 1:0 erzielen können.

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Bournemouth reagiert mit Ballbesitz

Nach den ersten druckvollen Minuten der Gastgeber setzte Bournemouth vermehrt darauf, selber den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten. Die Innenverteidiger suchten die Sechser hinter Liverpools erster Pressinglinie, um das Spiel nach vorne zu tragen. Dies gelang auch sehr häufig, da Liverpool in der Verteidigung sehr passiv auftrat und keinen Wert darauflegte, früh den Ball zu erobern. Die Sechser brachten mit Verlagerungen King und Ibe ins Spiel, die vom Flügel aus mit Dribblings in die Mitte Chancen kreieren sollten. Die Angriffe versandeten aber bereits recht früh, weil nur wenige Spieler der Gäste bei Angriffen mit nach vorne gekommen sind, wodurch die Gastgeber am Flügel in Überzahl waren.

Bournemouth reagiert auf Alexander-Arnold – Liverpool spielt variabel

Nach ungefähr 25 Minuten stellte sich Bournemouth besser auf die Angriffe über Liverpools rechte Seite ein. King rückte nicht mehr so weit aus seiner Position heraus, sondern konzentrierte sich eher darauf, den Raum für Alexander-Arnold klein zu halten. Liverpool war dadurch gezwungen, etwas variabler im Spiel zu werden, was sie auch taten. Der Fokus lag zwar immer noch auf der rechten Seite, allerdings wurden die Bälle vom Flügel nicht gleich in den Strafraum gespielt, Liverpool konzentrierte sich eher darauf, sich vom Flügel in die Mitte zu kombinieren. Alexander-Arnold suchte mit seinen Pässen Salah, der sich im rechten Halbraum anbot. Firmino konnte mit Läufen in die Tiefe zwei Verteidiger binden, wodurch der Ägypter genug Zeit zum Aufdrehen hatte. Anschließend konnte er mehrere Optionen wählen. Einmal der Pass auf Firmino in die Tiefe, auf einen nachrückenden Mittelfeldspieler klatschen lassen oder in die Mitte dribbeln. Mané war dort schon ins Zentrum eingerückt. Oxlade-Chamberlain rückte im Laufe der ersten Halbzeit auch nicht mehr so häufig mit in die letzte Linie, sondern nahm eine absicherndere Position ein.

Salah im Halbraum

Liverpool dominiert die 2. Halbzeit

In der zweiten Halbzeit dominierte Liverpool das Spiel durch viel Variabilität im Angriff. Mal wurde ein Stürmer in den Rücken der Abwehr geschickt. Dann kam ein Angriff über die rechte Seite, entweder mit einer Flanke als Folge oder mit einer Kombination über Salah. Ab und zu wurde der Ball auch von den Innenverteidigern direkt in den Zwischenlinienraum auf Firmino gespielt, der den Ball auf die anderen Stürmer ablegen konnte. Alle Varianten brachten regelmäßig gute Torchancen hervor, auf das vorentscheidende 2:0 musste aber bis zur 69. Minute gewartet werden.

Dass bis zu diesem Zeitpunkt trotzdem keine große Spannung mehr aufkam lag am aktiveren Gegenpressing der Gastgeber. Bournemouth konnte sich in der zweiten Halbzeit kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien und kam erst in der 80. Minute zum 1. Torschuss dieser Halbzeit.

Liverpool gewann schließlich nach einem Tor von Firmino in der 90. Minute verdient mit 3:0 und wird daher wohl auch in der nächsten Saison in der Champions League dabei sein.

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