WM 2018 Teamanalyse: Kroatien

Kroatien ist die große Unbekannte bei diesem Turnier. Bereits bei den letzten Turnieren hatte sie  immer eine gute Mannschaft. Die Generation um Modric und Rakitic zählt zu den Stärksten die Kroatien bisher hatte. Für große Erfolge reichte dies jedoch nie. Bei dieser Weltmeisterschaft wird Kroatien einen neuen Anlauf machen, um erfolgreich aus dem Turnier zu gehen. Das Überstehen der Gruppenphase sollte aufgrund der individuellen Klasse definitiv Plicht sein, obwohl mit Argentinien, Nigeria und Island eine unangenehme Gruppe auf die Kroaten wartet. Bereits in der Qualifikation zur WM 2018 in Russland taten sich die Kroaten schwer und konnte das Ticket erst durch die Playoffs, in denen sie Griechenland besiegten, lösen. Wo Kroatiens Stärken liegen und warum sie sich oftmals so schwer tun, versuche ich hier zu beantworten.

Die Stärken des Teams von Zlatko Dalic liegen im Mittelfeld. Mit Luka Modric, Ivan Rakititc, Milan Badelj, Mateo Kovacic und Marcelo Brozovic hat Dalic die Qual der Wahl. Besonders auf Kapitän Modric und Ivan Rakitic wird es ankommen, um die Ziele bei dieser WM zu erreichen. Die Offensive der Kroaten ist gespickt mit Bundesliga-Legionären. Andrej Kramaric und Ante Rebic sind genauso Teil des Teams wie Marko Pjaca und die ehemaligen Bundesliga Akteure Mario Mandzukic und Ivan Perisic. Einzig die Defensive ist nicht so namhaft besetzt wie die anderen Positionen.

Mit Vedran Corluka, Dejan Lovren und Domagoj Vida hat man in der Innenverteidigung solide Akteure, allerdings sind diese nicht auf höchsten Niveau. Besonders spielerisch lassen sie einige Qualitäten vermissen, die notwendig für einen guten Spielaufbau sind. Mit Sime Vrsaljko und Ivan Strinic wird man wohl auf den Außenverteidigerpositionen starten. Besonders der erst genannte bietet in der Offensive notwendige Qualitäten. Er kann die Linie beackern und über Flanken für Gefahr sorgen. Auf der Torhüterposition wird mit Sicherheit Danijel Subasic vom AS Monaco starten.

 

Der unangenehme Gegner

Die große Stärke der kroatischen Nationalmannschaft liegt in der Defensive. Hier spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Einer davon ist die individuelle Klasse der Mittelfeldakteure. Spieler wie Rakitic oder Badelj positionieren sich sehr gut und können so viele Pässe in den Raum zwischen den Linien verhindern. Des Weiteren ist das Timing beim Herausrücken bei allen Akteuren sehr gut. Gerade Brozovic oder Modric erkennen sehr schnell eine mögliche Pressingsituation. Beispielsweise, wenn der Gegner den Ball erhält, während er nicht das ganze Spielfeld überblicken kann. Darüber hinaus sichern sich die Mittelfeldspieler sehr geschickt ab und schaffen es so im Zentrum kompakt zu stehen.

Grundsätzlich formiert sich die Mannschaft von Zlatko Dalic in einem 4-5-1 oder 4-4-2 gegen den Ball. Dies hängt auch von der Spielsituation und dem Gegner ab. Gegen Griechenland im Playoff-Hinspiel liefen die Kroaten beispielsweise zu Beginn etwas höher im 4-4-2 an. Nachdem sie in Führung gingen, zogen sie sich in ihr 4-5-1 weiter zurück und waren mehr auf das Schließen der Mitte bedacht.

Gegen Mexico agierte man auch wieder in einem passiveren Mittelfeld, um aber die Dreierkette der Mexikaner pressen zu können, agierte Kroatien eher in einem 4-3-3, die Flügelspieler positionierten sich dabei im Halbraum.

4-3-3 Halbraumpressing

Rebic und Pjaca (Fehler in der Grafik, Pjaca lief anstatt Brozovic auf dem rechten Flügel auf) hatten dabei die Aufgabe Pässe auf den Flügel durch die Nutzung ihres Deckungsschattens zu verhindern. Gelegentlich verschlossen sie auch den Halbraum, allerdings versuchte man die Mexikaner häufiger zu Pässen in die Mitte zu verleiten.

Normalerweise agiert Kroatien mit einer recht flachen Fünferkette im Mittelfeld. Gepaart mit einzelnen Mannorientierungen und Herausrücken aus der Kette, lässt dies das Mittelfeld sehr kompakt werden. Die einzelnen Mannorientierungen können durch die hohe Anzahl an Spielern aufgefangen werden bzw. die einzelnen Akteure verfolgen ihre Gegenspieler nur kurzzeitig und übergeben sie dann an den nächsten Mitspieler. Im Prinzip verfolgen die Mittelfeldspieler ihre Gegenspieler nur im direkten Umfeld ihrer Position, damit sich keine Passkanäle öffnen.

Wenn Kroatien dann mal höher pressen möchte, nutzen sie eine 4-4-2 Formation. Sehr häufig rückte dabei der nominelle Zehner Luka Modric mit in die erste Linie. In ihrem 4-4-2 Angriffspressing war das Ziel der beiden Spieler in der ersten Linie nach außen zu lenken. Dort hingegen provozieren die Kroaten Pässe ins Zentrum, die ihre starken Mittelfeldspieler sehr leicht abfangen können.

Die Aufteilung im Mittelfeld sieht regelmäßig sehr ähnlich aus. Der ballnahe Sechser schiebt etwas höher, orientiert sich aber wenn der Ball zentral ist, an seinem Gegenspieler. Wird der Ball nach außen gespielt, ist die Aufgabe des ballnahen Sechsers mit seinem Deckungsschatten Pässe ins Zentrum zu verhindern bzw abzufangen. Der ballferne Sechser im 4-4-2 sichert den herausrückenden Akteur ab und orientiert sich lose am Gegenspieler zwischen den Linien.

Die ähnliche Abläufe gibt es auch im 4-5-1. Hier hat der zentrale Akteur allerdings eher die Aufgabe den freien Raum abzudecken, während die Achter sich lose am Gegenspieler orientieren. Gerade deshalb steht der zentrale Akteur hin und wieder etwas tiefer. Im Vergleich zum Pressing im 4-4-2, rückt auch er aus der Kette heraus oder verfolgt einen Gegenspieler, wenn er sich im zentralen Raum befindet. Kroatien kann je nach Gegner die Art der Mannorientierungen anpassen. Mal konzentriert man sich mehr auf das Verschließen der Passwege, ein anderes Mal verfolgt man den Gegner doch etwas weiter. Jedoch lässt sich kaum ein Akteur weiträumig herausziehen.

 

Öffnen der Mitte und lenken zur Außenlinie

Kroatien variiert auch das Lenken des gegnerischen Spielaufbaus hin und wieder. Pressen sie beispielsweise im 4-4-2 positionieren sich die beiden Spieler in der ersten Linie recht eng aneinander. Meist versuchen sie durch bogenförmiges Anlaufen den Gegner nach außen zu drängen. Im weiteren Verlauf stellen die Flügelspieler aber meistens den Weg zu Außenlinie durch ihren Deckungsschatten für den Gegner zu. Diagonale Pässe ins Zentrum sind für den Gegner dann die letzte Option. Darauf wartet aber die Mannschaft von Zlatko Dalic und fängt diese Pässe ab.

Viel häufiger lädt Kroatien aber den Gegner ein, einen Pass in die Mitte zu spielen. Dort haben sie vor allem im 4-5-1 den Vorteil, dass sie schnell viele Spieler in ballnähe haben und dementsprechend sofort in die aktive Balleroberung übergehen.

Gerade wenn der Gegner den Ball ins Zentrum oder in die Halbräume spielt, versucht Kroatien durch gut getimtes Herausrücken den Gegner sofort nach außen zu lenken. Meist wird er bereits bei der Ballannahme unter Druck gesetzt und dribbelt Richtung Außenlinie, da dies der einzig offene Weg ist.

Um den Gegner auf einer Seite zu isolieren kann auch der ballferne Achter weit aus seiner Position schieben, um dem Gegner den Seitenwechsel nicht zu ermöglichen.

Defensiver Herausrücken

In dieser Situation stellt Perisic aufgrund der Körperhaltung des griechischen Rechtsverteidigers die Mitte mit seinem Deckungsschatten zu. Dahinter orientiert sich Brozovic am Gegenspieler, um Perisic abzusichern. Rakitic deckt den zentralen Raum ab. Interessant ist das Pressing der Kroaten. Ein Seitenwechsel ist für Griechenland nur schwer möglich. Kalinic kann den ballnahen Innenverteidiger sofort pressen, während Modric die Probleme der Griechen erkennt und den Sechser im Zentrum bei der Ballannahme bereits unter Druck setzen kann.

Probleme gibt es bei Kroatien hin und wieder im Umschaltmoment. Nach einer Balleroberung fehlt es an direkten Anspielstationen, der Gegner kann so leichter gegenpressen. Dies hat damit zu tun, dass es im 4-4-2 Pressing sehr wenig diagonale Anspielstationen gibt. Des Weiteren versucht Kroatien sehr schnell nach vorne zu spielen. Deshalb bewegen sich die meisten Offensivakteure sofort in die Tiefe. Dies raubt dem Ballführenden aber die kurzen Anspielstationen. Die schlechte Struktur in Ballbesitz ist nicht nur im Umschaltmoment ein Problem.

 

Spielaufbau mit fehlender Struktur

Der Fokus liegt bei der kroatischen Nationalmannschaft auf einem schnellen Spiel nach vorne. Entweder man kontert nach einer hohen Balleroberung oder versucht nach kurzer Zirkulation im Aufbauspiel durch schnelle One-Touch-Kombinationen nach vorne zu kommen. Gebremst wird Kroatiens Offensivspiel aber von den Problemen im Aufbauspiel. Dadurch, dass das Pressing eher passiv ist, erobert Kroatien nicht so viele Bälle in der gegnerischen Hälfte.

Im Aufbauspiel fächern die Innenverteidiger nicht sonderlich weit auf. Corluka, Lovren und Vida sind alle drei nicht die Stärksten mit dem Ball. Wenn sich Räume für sie ergeben, dribbeln sie selten an und können die gegnerischen Linien eben nicht durch flache Pässe überspielen. Aufgrund der fehlenden Anspielstationen und teilweise schlechten Positionierung der Innenverteidiger kann der Gegner den Spielaufbau von Kroatien leichter pressen und sie müssen zum langen Ball greifen. Zum Teil werden diese langen Bälle sogar fokussiert. Mit einem Spieler wie Mario Mandzukic hat man einen Spieler, der körperlich in der Lage ist einen langen Ball zu behaupten oder im Gegenpressing den zweiten Ball zu ergattern.

Normalerweise übernimmt Ivan Rakitic den Spielaufbau, wenn er als tiefer Sechser agiert. Ein weiterer Mittelfeldspieler, beispielsweise Brozovic positioniert sich zwischen den gegnerischen Linien. Die Außenverteidiger geben dem Spiel Breite und dienen als Anspielstation auf der Außenbahn. Kroatien hat vor allem Probleme mit den zu großen Abständen. Dadurch, dass sich viele Offensivspieler zwischen Abwehr und Mittelfeld positionieren, sind die Abstände zu groß und es entstehen zwei unverbundene Mannschaftsteile.

 

Herausschiebende Achter

Als Reaktion auf die teilweise fehlenden Anspielstationen für die Innenverteidiger kippen die Achter nach außen ab. Gerade die Einbindung ihres Stars, Luka Modric, ist mangelhaft. Modric ist durch seine Position häufiger nicht in das Spiel mit Ball involviert. Deshalb kippt besonders er oft nach außen ab. Allerdings hat dies meist negative Folgen. Durch das Abkippen der Achter fehlt eine weitere Anspielstation im Zentrum, um eine Verbindung nach vorne zu schaffen.

Modric abkippen

Hier zeigt sich das Problem. Aufgrund des Abkippens der Achter von den gegnerischen Defensivblock kann sich der Gegner auf das Zustellen von Rakitic konzentrieren, da man nicht Gefahr läuft Passwege auf die Offensivspieler zu öffnen, da diese sowieso nicht durch einen einfachen Pass erreichbar sind.

Modric Optionen

In dieser Situation zeigt sich gut, dass Modric nach seinem Abkippen auf den Flügel nur selten wirklich gute Anspielstationen hat. Wenn sich Kramaric und Kalinic richtig bewegen kann Modric hin und wieder einen diagonalen Pass ins Zentrum spielen, jedoch passiert das nur selten. Sonst befindet sich Modric in einer Position, in der er leicht gepresst werden kann. Einzig ein riskanter Pass, riskantes Dribbling oder ein Rückpass sind seine Optionen.

Würde sich einer der beiden Stürmer tiefer anbieten, könnte Kroatien durch einen schnellen Doppelpass den Raum für einen Pass auf den tieferen Stürmer öffnen und nutzen. So hat Kroatien aber Probleme den Ball sicher nach vorne zu bringen.

Viele Probleme im Aufbauspiel löst Kroatien durch die individuelle Klasse seiner Mittelfeldspieler. Modric und Rakitic können auch durch Dribblings eine Linie überspielen.

Rakitic Dribbling

Hier dribbelt Rakitic durch den Halbraum, dies gibt Kroatien die Möglichkeit sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen und dann die Seite zu wechseln. In dieser Situation zeigt sich wieder einmal die Probleme. Rakitic hat keine direkte Anspielstation. Im Halbraum ist kein einziger Spieler positioniert, die Akteure auf der rechten Seite sind für Rakitic nur schwer zu erreichen. Auch die beiden Akteure auf der linken Seite stehen auf einer Linie und können so aufgrund mangelnder Anspielstationen sofort wieder gepresst werden. Dementsprechend wird die individuelle Klasse von Rakitic benötigt, um in die gegnerische Hälfte vorzudringen.

 

Schnelles Spiel im letzten Drittel

Wie bereits erwähnt versuchen die Kroaten mit schnellen vertikalen Pässen nach vorne zu gelangen. Dabei spielen die hohen Außenverteidiger, insbesondere Vrsaljko auf der rechten Seite eine große Rolle. Der Akteur von Atletico Madrid schlägt sehr präzise Flanken und kann die rechte Seite komplett alleine beackern.

Viele der Angriffe starten mit einem langen Ball aufgrund der angesprochenen Probleme im Spielaufbau. Gerade lange Bälle auf die rechte Seite sind hin und wieder zu beobachten. Vrsaljko kann diese gut kontrollieren und dann mit Modric und dem Stürmer durch die Engen des Gegners kombinieren. Auch hier lautet das Ziel, schnell hinter die letzte Linie zu gelangen.

Wenn Kroatien mal in der Lage ist, den Ball in der gegnerischen Hälfte zu halten, können Seitenwechsel und damit das Freispielen der Außenbahn sehr hilfreich sein. Mit Mandzukic und Kalinic verfügt man über Kopfballstarke Stürmer. Auch bei flachen Hereingaben haben die beiden zusammen mit Kramaric, Rebic oder Perisic ein sehr gutes Timing, wie die Partie gegen Griechenland zeigte.

Neben den langen Bällen versucht Kroatien seine Offensivspieler zwischen den Linien zu finden. Dies gelingt selten, wenn dann haben alle Spieler aber die Fähigkeiten, um auch unter Druck noch sichere Pässe zu spielen.

Rakitic öffnender Pass

Hier spielt Rakitic einen überragenden Pass unter Druck. Perisic und Kalinic waren unter Druck anspielbar und konnten den Ball durch schnelle Ablagen auf Brozovic spielen. Gerade die spielerische Stärke der kroatischen Offensivspieler hilft hier enorm weiter.

Brozovic schneller Wechsel

Brozovic ist sofort in der Lage die Seite zu wechseln. Strinic nutzt den Raum, den der Gegner in seiner Defensive hinterließ. Über die Flügel bricht Kroatien durch, in der Folge spielt Strinic eine flache Flanke an den Fünfmeterraum, die Kalinic verwertet. Allerdings musste auch hier Strinic erst noch eine 1vs1 Situation vor der Flanke gewinnen, da er zu wenig Unterstützung erhielt und der Gegner den Raum schließen konnte.

Fehlende Verbindung außen

Ein weiteres Beispiel für einen kroatischen Flügelangriff, der aufgrund nicht abgestimmter Laufwege und schlechter Positionierung abgebrochen werden muss. Brozovic will eigentlich den Zugang zum Halbraum. Dafür wäre es gut Perisic ins Spiel zu bringen. Allerdings befindet sich der ehemalige Wolfsburger im Deckungsschatten des Verteidigers. Strinic bewegt sich gleichzeitig in die Tiefe.

Wäre Perisic anspielbar gewesen, hätte jener sofort den Steilpass auf Strinic spielen können. So bewegt sich der Linksverteidiger in die Tiefe und verschwindet als Anspielstation für Brozovic. Hier zeigt sich wieder das Problem der Kroaten. Brozovic kann keinen einfachen Seitenwechsel spielen. Letztlich muss er sich unter Druck lösen und kann den Ball zurück zu den Innenverteidigern spielen.

Kroatien hat viele Akteure, besonders im Zentrum, die sehr stark unter Druck sind. Auch deshalb können sie durch schnelle Kombinationen auf engem Raum gefährlich werden, insbesondere wenn sie die Flügel als Ausweichoption nutzen können. Oft fehlen aber in der Offensive die Verbindungen zwischen Flügel und Zentrale. Die vielen Flügelangriffe sind somit leichter zu verteidigen. Schnelle Doppelpässe oder bilden von Dreiecken ermöglichen zwar Flügeldurchbrüche, jedoch kann der Gegner dies einfacher verteidigen, als wenn Kroatien in der Lage wäre durch einen Seitenwechsel die andere Seite zu attackieren.

 

Ausblick

Die entscheidenden Spieler für die Zlatko Dalic werden Ivan Rakitic und Luka Modric sein. Beide können die Probleme in Ballbesitz durch ihre individuelle Klasse kaschieren. Insbesondere Rakitic ist auch in der Defensive als tiefer Sechser sehr stark. Im Mittelfeld steht der Trainer vor der Qual der Wahl. Wer agiert neben Modric und Rakitic? Entweder Milan Badelj, der dann die zentrale Position einnimmt. Rakitic könnte so seine Stärken in der Offensive noch mehr einbringen. Mit Kovacic und Brozovic gibt es darüber hinaus noch offensivere Optionen. Brozovic bietet Kreativität und Sicherheit unter Druck, während Kovacic neben seiner Pressingresistenz durch intelligente Bewegungen dem Offensivspiel eine weitere Note hinzufügen kann.

Auch in der Offensive hat Dalic viele Optionen. Mandzukic, Rebic und Kramaric können auch über die Flügel kommen. Dort gibt es mit Pjaca und Perisic bereits zwei starke Akteure. Gerade Kramaric würde im Zentrum eine sehr spielstarke Option darstellen, aufgrund der eingerückten Flügelspieler könnte er sich weiter ins Mittelfeld fallen lassen und dort für Überzahl sorgen.

Einzig in der Abwehr fehlt es an Alternativen. Zentral werden zwei aus den drei Lovren, Vida oder Corluka verteidigen. Auf der rechten Seite wahrscheinlich Sime Vraljko und links Ivan Strinic. Mit Tin Jedvaj gäbe es auch noch eine Alternative aus der Bundesliga. Danijel Subasic ist als Nummer 1 im Kasten gesetzt.

Es wird darauf ankommen, ob die Kroaten ihre Probleme in Ballbesitz noch lösen bzw. verringern können. Wenn sich das Aufbauspiel verbessert wird sich Kroatien zwangsläufig mehr Chancen herausspielen. Das Gegenpressing, das jetzt bereits gut ist, würde sich weiter verbessern, da die Abstände für die defensiv starken Akteure im Umschaltmoment kürzer werden. Viel hängt davon ab, ob Kroatien trotz des eher passiven Mittelfeldpressing defensiv stabil steht und sich genug Chancen erarbeitet. Ist dies der Fall haben sie genug individuelle Klasse, um die Gruppenphase zu überstehen.

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