Die Rückkehr der Spielkultur

Nach mehr als einem halben Jahr Katastrophen-Fußball unter Peter Stöger ist mit der Ankunft von Lucien Favre wieder eine ästhetische Spielidee in Dortmund vorhanden. Wir werfen einen Blick auf die bisherige Arbeit des Schweizers und wie die BVB-Spieler sich mit der Umsetzung schlagen.

Der Liebling des Goalimpacts

Wofür steht eigentlich Lucien Favre? Beim Blick auf seine Laufbahn stechen sofort viele „kleinere“ Vereine hervor, mit denen es ihm gelang verhältnismäßig große Erfolge zu feiern. Auch Aki Watzke spricht davon, dass sein Wunschkandidat auf allen vorangegangenen Stationen „das vorhandene Potenzial voll ausgeschöpft hat“. Dass bei Borussia Dortmund zweifelslos eine Menge Potenzial existiert – sowie zuletzt brachlag – sollte wohl jedem Fußballfan bewusst sein.

Tatsächlich gelang es Favre in den letzten Jahren wie keinem anderen Trainer in Europa, sein Team beständig erfolgreicher spielen zu lassen als eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Von 2012 bis 2014 übertraf seine Gladbacher Mannschaft drei Mal die sogenannte Expected Goals-Matrix. Diese berechnet anhand der Position eines abgegebenen Torschusses die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolges und gilt in Analytikerkreisen als äußerst beliebt. In den angesprochenen drei Jahren konnten Favres Gladbacher ca. 20% mehr Tore erzielen, als die Matrix vorhersagt. Auch beim OGC Nizza setzte sich dieser Trend in der Saison 2016/17 fort. Laut Expected Goals hätten die Südfranzosen eine Tordifferenz von -10 aufweisen müssen. Am Ende der Saison standen sie allerdings bei +27. Favre musste somit einen Fehler bzw. eine Lücke in der Matrix gefunden haben.

Dieser Lücke ist Sportjournalist Christoph Biermann in seinem Buch Matchplan – Die neue Fußball-Matrix auf die Spuren gegangen. Sie liegt beim jeweiligen Gegner. Denn es ist ein Unterschied, ob ein Torschuss unter Gegnerdruck oder ohne abgegeben wird. Favres Spielidee sorgt dafür, dass sein Team durch fein-abgestimmten Ballbesitzfußball zwar wenige, aber dafür hochprozentige Torschüsse in gefährlichen Zonen abgibt. Dem Gegner hingegen gesteht er zwar viele Schüsse – auch aus guten Positionen – zu. Jedoch herrscht bei diesen Abschlüssen ständig höchster Gegnerdruck vonseiten seiner Mannschaft.

Dieser hochtheoretische Auszug ist auf den Platz folgendermaßen zu übersetzen. Favres Spielidee sieht ein geduldiges Ballbesitzspiel vor, um anschließend „die Lücke beim Gegner zu finden“. Diese Lücken werden beständig bespielt und sorgen für gute Abschlusspositionen seiner Mannschaft. Das Spiel gegen den Ball wirkt für gewöhnlich etwas uninspiriert. Der Gegner darf bis in letzte Drittel hinein kombinieren. Dort trifft er allerdings auf eine unglaublich massive Endverteidigung, die Favre bis in letzte Detail coacht. Dem späteren Bayern-Spieler und brasilianischem Nationalspieler Dante erklärte er einst mit welchem Fuß dieser einen Abschluss bestenfalls blocken sollte. Im Bereich des eigenen Strafraums wird nichts dem Zufall überlassen.

Aus dem geordneten tiefen Pressing heraus bestachen Favre-Teams stets durch eine überragende Organisation und waren extrem stark in der individuellen, sowie kollektiven Zugriffsfindung. Kurioserweise sind die genannten Aspekte seit geraumer Zeit als die größten Schwachstellen des Post-Klopp-BVB zu beziffern. Sowohl unter Thomas Tuchel, als auch zuletzt unter Peter Bosz und Peter Stöger, wirkten die Borussen unglaublich sorglos beim Verhalten in und am eigenen Strafraum. Gehässig könnte man von einem regelrechten Sicherheitsabstand sprechen.

Es spricht für die Kompetenz des neuen BVB-Dreigestirns Sammer, Zorc und Kehl, das zuletzt schwache Verhalten im tiefen Verteidigen erkannt zu haben. Die Verpflichtungen von Thomas Delaney und Marius Wolf verbessern den BVB in dieser Hinsicht auch personell. Favre kann zudem genau der richtige Mann sein, um diese Problemstellung zu lösen. Beim International Champions Cup wirkte die Mannschaft bereits deutlich wacher und schärfer.

Spielerische Trainingsphilosophie

Lucien Favres erste Wochen als BVB-Chefcoach sind hingegen speziell spielerisch als absolut vielversprechend zu bewerten. In den wenigen öffentlichen Trainingseinheiten sticht ein Fokus auf Ballbesitzspielformen unter einem ganzheitlichen Trainingsansatz hervor. Zonen-Rondos und diverse Positionsspiele mit neutralen Spielern sind äußert markant. Wer Favre in erster Linie als den Umschalt-Trainer seiner Berliner oder zu Beginn seiner Mönchengladbacher Zeit in Erinnerung hat, wird sich wohl bald eines Besseren belehrt sehen.

Favres Spielidee

Favre ist ein Getriebener, der sich nicht auf einen einzigen Stil festlegen lässt. Er ist sowohl strategisch, als auch taktisch sehr flexibel und tüftelt gerade noch an seiner endgültigen Erfolgsformel. Sicher ist nur, dass der BVB vielseitiger sein wird als zuletzt unter Peter Stöger mit dessen teils biederem Ergebnisfußball. Favre möchte primär Ballbesitzfußball spielen lassen, weiß aber auch um die Bedeutung von schnellen Konterangriffen und einem kompakten tieferen Pressing. Bei seiner Vorstellung in Dortmund ließ er bemerkenswert offen Inhalte seiner Spielphilosophie durchklingen. Der Schweizer teilte in seinem Statement das Fußballspiel in vier Phasen auf, welche er daraufhin kurz erläuterte. Wenn sein Team diese vier Situationen beherrsche „haben wir eine sehr gute Mannschaft“, erklärte Favre. Übergeordnet deklarierte er stets die Maxime das Spiel machen zu wollen.

1. Phase: Die Spieleröffnung

In der ersten Phase – der Spieleröffnung – möchte Favre Überzahl durch den eigenen Torhüter herstellen. Trotz gelegentlicher Schwächen auf der Linie hat er hierbei mit Roman Bürki einen fußballerisch starken Keeper zur Verfügung. Unter Thomas Tuchel wurde Bürki oft als extrem hoher Torhüter in einer Torhüterkette eingebunden und spielte regelmäßig bis auf Höhe der Mittellinie. Auch Marvin Hitz zeigte in den Vorbereitungsspielen den stetigen Willen nach einer spielerischen Lösung im Aufbau. In erster Linie fordert Favre von seiner Mannschaft flach und vertikal von hinten herauszuspielen und das Pressing des jeweiligen Gegners somit zu überspielen. Anschließend ist hinter der hohen letzten Linie genügend Raum zur Verfügung um einen schnellen Konterangriff zu laufen. Das Tor zum 2:1 gegen den FC Liverpool durch Christian Pulisic ist hierfür ein absolutes Musterbeispiel. Es zeigt, dass sich der neutrale Fußballfan auf technisch-anspruchsvollen Fußball mit Konzept freuen kann. Wer diess Tor noch nicht gesehen hat, sollte das dringend nachholen. Wie die Schwarz-Gelben vom eigenen Keeper zum erfolgreichen Torabschluss kombinieren ist bemerkenswert.

Sehr auffallend sind die regelmäßigen 3rd-man-runs nach Vertikalpässen – speziell von den Außenverteidigern. Schon im Spiel gegen Manchester City spielte Borussia in der 18. Minute einen Schnellangriff über die rechte Seite, der große Ähnlichkeiten mit dem Pulisic-Treffer gegen Liverpool hatte.

Die Innenverteidiger suchen stets den linienbrechenden Vertikalpass zum Achter. Dieser legt mit einem Kontakt ab oder geht in ein ballsicherndes Dribbling (wie Götze gegen Liverpool), während der Außenverteidiger (als sogenannter 3rd man) der Linie entlang durchstartet und anschließend in den Lauf angespielt wird. Häufig wird vor dem Pass zum Außenverteidiger noch ein Angreifer erneut per steil-klatsch involviert. Die Borussen legen den Ball mit dem Rücken zum Tor immer auf einen nachrückenden Mitspieler ab. Dieser Mitspieler muss sich dafür aber auch rechtzeitig anspielbar machen und das klappt bisher äußerst gut.

Der Laufweg eines dritten Spielers ist für den zu erzielenden Raumgewinn nach einem Vertikalpass von entscheidender Bedeutung. Zudem gelingt es so häufig, den Gegner auf seiner „blind side“ zu erwischen, da sich dieser unmittelbar in eine andere Richtung orientieren muss.

Dortmund gelingt ein Spielzug mit mehrfachem steil-klatsch-Ablagenspiel unter Einbindung dieser 3rd-man-runs beim Führungstreffer gegen die Reds. Zagadou spielt vertikal auf Götze, der findet nach kurzem Dribbling Philipp mit einem erneuten vertikalen Zuspiel. Dieser wiederum legt auf den dritten Mann Gomez ab, der den 3rd-man-run von Schmelzer anspielt. In diesem Fall handelt es sich genaugenommen sogar um ein Spiel über den vierten Mann. Das macht alles einen einstudierten Eindruck und wirkt technisch noch nicht einmal hundertprozentig sauber in der Umsetzung. Lucien Favre ist zuzutrauen, dass er solche Mechanismen noch verfeinert und die Dortmunder zu einem spektakulären Team im Spielaufbau macht. In puncto Dreiecksbildung, Freilaufverhalten und Positionierung ist das jedenfalls das Beste, was man beim BVB seit dem Tuchel-Abgang erlebt hat.

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Ist der vertikale, linienbrechende Pass ins Mittelfeldzentrum einmal nicht möglich, so steht der Keeper als flache Verlagerungsoption zur Verfügung. Gerät dieser dann unter zu großen Druck, bedient er sich dem Chip auf die Außenverteidiger. Diese werden vom gegnerischen Pressing für gewöhnlich offengelassen, um diagonal nach außen pressen zu können.

Hitz spielt diese Flugbälle bisher recht konstant. Der Neuzugang setzt Favres Forderung – Überzahl durch den Torhüter herzustellen – bisher sehr beständig um. Dennoch ist er wohl als technisch etwas schwächer als Landsmann Bürki einzuschätzen.

2. Phase: Ballbesitz im Mittelfeld

In der zweiten Phase – im Mittelfeld – möchte Lucien Favre das Spiel beherrschen. Hier tummeln sich 20 Spieler und Ziel muss es sein „intelligent die Lücke nach vorne zu finden“, so der Schweizer. Das Dortmunder Positionsspiel basiert bisher auf einem 4-3-3-System, welches auf Zentrumskombinationen ausgelegt ist.

Die beiden Innenverteidiger suchen den tiefstmöglichen Pass zur Spielfortsetzung. Wenn möglich, dribbeln die Innenverteidiger auch in einen freien Raum vor sich an. Situativ kann auch der Solosechser im 4-3-3 abkippen und die beiden IVs fächern zu einer Dreierkette auf.

Die Außenverteidiger schieben beide maximal breit und so hoch wie möglich, ohne dabei die Anbindung zu den Innenverteidigern zu verlieren bzw. nicht im Deckungsschatten zu stehen. Die Achter agieren dagegen antreibend und holen sich oft die Bälle im Sechserraum ab, um anschließend Tiefen- oder Schnittstellenpässe in den Zehnerraum oder hinter die gegnerische letzte Linie zu spielen. Werden sie durch einen Vertikalpass der Innenverteidiger überspielt, rücken sie umgehend nach um sich für die Ablage anspielbar zu machen. Die Mentalität, dem Passempfänger sofort eine neue Anspielstation zu bieten – und dafür auch viel Laufeinsatz zu betreiben – scheint Favre bei seinen Spielern bereits entwickelt zu haben.

Der strategisch ungemein wichtige Zehnerraum wird von den einrückenden Flügelspielern und der einzigen Spitze besetzt. Die drei Spieler kombinieren hier unaufhörlich über Dreiecksbildungen, Kurzpasspassagen und Ablagenspiel. Die Offensivspieler der Borussia bewegen sich sehr fluide und trickreich. Das Zusammenspiel der Kreativspieler im Zehnerraum mit anschließendem Spiel in die Tiefe ist das prägende BVB-Offensivelement in dieser Vorbereitung. Ein wenig erinnert die Ausrichtung an das marokkanische Team bei der WM in Russland, welchem jedoch die Präsenz hinter der gegnerischen Abwehr abging.

Der BVB sucht dagegen häufig den unmittelbaren Weg zum Tor mit tiefen Laufwegen und anschließenden Zuspielen hinter die Kette.

Mario Götze zeigt hierbei endlich wieder seine Spielstärke in Form von messerscharfen Zuspielen in den Lauf seiner Stürmerkollegen. Das 2:0 von Maximilian Philipp gegen Benfica Lissabon leitete er mit einem herrlichen Lupfer ein. Das ehemalige Jahrhunderttalent hat sich zu einem anderen Spieler entwickelt. Er erinnert in seiner Spielanlage inzwischen mehr an Andres Iniesta als an Lionel Messi. Von einem neutralen Standpunkt aus gesehen ist es ihm schlichtweg zu wünschen, dass er noch einmal die Kurve kriegt. Unter Lucien Favre scheint er bisher auf einem recht guten Weg zu sein.

Ist das sofortige Spiel in die Tiefe mittels Vertikalpässen einmal nicht möglich, so greifen die Schwarz-Gelben – wie auch in der Spieleröffnung – zu Verlagerungen auf die ballferne Seite. Diese sind meist recht einfach umzusetzen, da die beiden Außenverteidiger nahezu durchgehend die maximale Breite halten.

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Dortmund Positionsspiel im zweiten Drittel: Breite Außenverteidiger, Sechser kann bei Bedarf in eine Dreierkette abkippen, Achter im Sechserraum, Spitze und Flügelstürmer sorgen für Zwischenlinienpräsenz.

 

3. Phase: Ballbesitz im letzten Drittel

Auf seiner Antritts-Pressekonferenz definierte Lucien Favre die dritte Phase des Angriffsspiels paradoxerweise sowohl defensiv, als auch offensiv. Der Schweizer sprach davon „sehr, sehr hoch [zu] spielen – ganz hoch“.

Diese Aussage lässt darauf schließen, dass der neue Chefcoach der Schwarzgelben sich Phasen wünscht, in denen es dem Team gelingt, den Gegner am eigenen Strafraum festzupinnen. Zwangsläufig damit verbunden sind hohes, offensives Vorwärtsverteidigen und die eigene Absicherung gegen Konter.

Beides Elemente, die Vor-Vorgänger Peter Bosz das Genick brachen. Allerdings verfügte dieser nicht über Spieler wie Manuel Akanji und Abdou Diallo in der Innenverteidigung, die auch einmal ein Laufduell für sich entscheiden können. Youngster Dan-Axel Zagadou machte in den Vorbereitungsspielen ebenfalls einen guten Eindruck. Die Franzosen Diallo und Zagadou bestechen bisher durch ihre flache Spieleröffnung in Form von Diagonal- und Vertikalpässen ins Mittelfeld. Dass speziell Zagadou körperlich einiges mitbringt, konnte man bereits in der vergangenen Saison erahnen, jedoch wirkte er dort noch etwas ungestüm und unbeweglich. Akanji stieg aufgrund der Weltmeisterschaft in Russland erst später ins Training ein, beeindruckte aber dort ebenfalls mit seinem mutigen Aufbauspiel.

Da Favre zudem bisher die Achter meistens im Sechserraum hält, verfügt Dortmund automatisch über eine bessere Konterabsicherung im Zentrum als unter Bosz. Dieser schob zumeist die Achter in den Zehnerraum, während er sowohl Außenverteidiger, als auch Flügelstürmer maximal breit hielt.

4. Phase: Konterangriffe

Die vierte Phase seines Spielkonzepts ist der Konterangriff. Lucien Favre betonte dessen Wichtigkeit ausdrücklich. Wörtlich sagte er: „Wir müssen auch kontern können, das ist wichtig. Eine Mannschaft, die nicht kontern kann, ist keine große Mannschaft“. Favre zeigt damit, dass er sich der verschiedenen Facetten des Fußballspiels bewusst ist und unterstreicht damit seine bereits angesprochene taktische und strategische Flexibilität. Wenn sich für seine Dortmunder die Möglichkeit zum Kontern ergibt, möchte er diese Gelegenheit beim Schopfe packen. In Zeiten von derart massierten Abwehrverbünden – wie auch zuletzt bei der WM in Russland gesehen – ist dieses Mittel auch für Ballbesitzmannschaften von herausstechender Bedeutung. Dass Dortmund über Spieler verfügt, die mit ihrem Tempo einen Konterangriff initiieren und forttragen können, steht außer Diskussion. Jadon Sancho, Christian Pulisic, Maximilian Philipp und Marco Reus sind nur einige von ihnen. Die Tatsache, dass Lucien Favre den Konterangriff als eine seiner vier Spielphasen separat gliedert, zeigt aber auch, dass sein Team nach wie vor Momente des tiefen Verteidigens beherrschen soll, um anschließend auch Raum für den Konterangriff vorzufinden. Bisher waren seine Aussagen zur Spielidee lediglich von offensiven Gedanken geprägt gewesen.

Darüber hinaus benannte Lucien Favre einen ganz interessanten psychologischen Aspekt beim Thema Konterangriff. Wenn der Gegner auf eine Mannschaft ohne Kontergefahr trifft, kann er ohne Angst vor einem Ballverlust immer weiter aufrücken. „Wenn du kontern kannst, haben sie ein wenig Angst“ – so der Schweizer. In Dortmund gilt der Konterangriff seit den Klopp-Jahren sowieso als Sinnbild für Identifikation und Leidenschaft. Er verkörpert die Arbeitermentalität in der Ruhr-Metropole und weckt Erinnerungen an den legendären Vollgasfußball der Meisterjahre. Nun den neuen Chefcoach ausgiebig von Konterangriffen philosophieren zu hören, wird einige schwarzgelbe Anhänger gefreut haben.

Fazit

Zusammengefasst basiert Favres Spielidee auf Ballbesitzfußball mit Dominanzanspruch von der ersten Sekunde an. Es ist also ein sauber-strukturiertes Positionsspiel zu erwarten, welches beim International Champions Cup in den USA bereits zu sehen war. In allen Spielphasen sucht das Team die spielerische Lösung per Flachpassspiel. Speziell die flache Spieleröffnung von hinten heraus unter Einbindung des Torhüters weiß bisher zu gefallen. Im zweiten Drittel bestechen die Dortmunder in der Vorbereitung durch ansehnliches Ablagen- und Kombinationsspiel im Zwischenlinienraum.

Gegen den Ball gestaltet sich Dortmunds Ausrichtung bisher als 4-1-4-1-Mittelfeldpressing. Noch ist wenig zu sehen von Favres „Erfolgsrezept gegen die Expected Goals“ – die tiefe Endverteidigung. Allgemein wirkt der Schweizer in seiner Herangehensweise noch offensiver als in den vergangenen Jahren. Drei seiner vier genannten Spielphasen beziehen sich auf den eigenen Ballbesitz – der Konterangriff auf den Umschaltmoment zum eigenen Ballbesitz hin. Auf das geordnete Verteidigen ging Favre bei seinem Antritts-Statement überhaupt nicht ein – auf das Gegenpressing nach Ballverlust auch noch nicht. Beides ist aber natürlich fest zu erwarten. Favre scheint aufgrund des ihm vorhandenen Spielerpersonals radikal offensiver zu denken. Faktisch hatte er in seiner gesamten Trainerlaufbahn noch nie eine solche Fülle an Topspielern zu Verfügung wie nun.

Favre hat auf allen seinen Stationen die Erwartungen übertroffen. Nach den ersten Beobachtungen der Vorbereitung ist ihm das auch bei Borussia Dortmund zuzutrauen.

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