Real Betis‘ Organisation in Ballbesitz

Real Betis hat sich unter Trainer Quique Setién zu einer der interessantesten Mannschaften Europas entwickelt. Der 60-Jährige Trainer aus Santander schaffte es einige hochspannende Elemente zu implementieren, welche die Spielweise dieser Mannschaft einzigartig machen. Hierbei sichert man hohe Ballbesitzanteile, jedoch ohne Vertikalität im Ballbesitz vermissen zu lassen und aussichtsreiche Umschaltmöglichkeiten zum Zweck der Ballbesitzsicherung auszulassen.

Setién übernahm die Mannschaft zur Saison 17/18, erreichte in seiner ersten Saison den sechsten Platz in der spanischen Liga und somit die Qualifikation zur Europa League. In der aktuellen Spielzeit gewann der Stadtrivale des FC Sevilla die Gruppenphase mit 12 Punkten. Dabei siegte man in drei Spielen und holte jeweils einen Punkt in den restlichen drei. Die Gruppe bestand aus Betis selbst, dem AC Milan, Olympiakos Piräus und dem luxemburgischen Meister F91 Düdelingen.

Nach Ende der Gruppenphase hat die Mannschaft aus Andalusien mit 62.1% den zweithöchsten durchschnittlichen Ballbesitz aller Europa League Teilnehmer der aktuellen Saison erreicht. Dies soll keinesfalls als Wertung in positiver oder negativer Hinsicht gelten, zeigt jedoch auf einer stark verallgemeinernden Ebene, in welche Richtung sich die Spielweise der Andalusier bewegt. In diesem Artikel werden einige Elemente in Betis‘ Organisation in Ballbesitz analysiert. Beachten Sie zudem, dass zur Analyse der Spielweise ausschließlich die sechs Aufeinandertreffen dieser Europa League Spielzeit herangezogen wurden.

Formation

In der meisten Zeit lautete die Formation 3-5-2. Diese variierte jedoch, sodass man auch in einem 3-4-2-1 oder 3-4-1-2 agierte.

Spielaufbau gegen hohes Pressing

Betis ist eine Mannschaft, die immens viel für einen gepflegten Spielaufbau investiert. Es wird nahezu ausschließlich mit flachen und kurzen bis mittellangen Pässen aufgebaut. Dabei ist die Mannschaft, oder die Vorgaben/Idee des Trainers ziemlich ‘‘stur‘‘. Daher sieht man, dass auch bei sehr hohem Druck diese Idee verfolgt wird.

Ausgehend vom Torwart bildet man eine Raute. Die beiden Halbverteidiger kommen nahezu auf Höhe des Torhüters, während der Innenverteidiger sich kurz vor dem Sechzehner orientiert. Die Raute wird situationsbedingt durch einen Sechser/Achter unterstützt, die anderen zwei zentralen Mittelfeldspieler schieben zunächst höher. Die Flügelverteidiger nehmen dabei anfangs auch eine höhere Position ein.

BET vs MIL 35. Minute

Von dieser Ausgangssituation aus wird meistens einer der drei Rautenspieler oder der abgekippte Mittelfeldspieler angespielt. Der weitere Verlauf ist abhängig von den Möglichkeiten, die das Pressing des Gegners bietet beziehungsweise welche Räume sie anbieten. In den meisten Situationen landet der Ball entweder direkt oder über den Umweg des zentralen Spielers bei einem der Halbverteidiger. In diesem Moment verlässt der ballnahe Flügelverteidiger die hohe Position und kommt tief, um dem Ballführenden zusammen mit einem sich in Richtung Ball orientierenden zentralen Mittelfeldspieler/Innenverteidiger eine Option zu bieten.

Daraufhin versucht man sich durch die Bildung von Dreiecken und Rauten in den Halbräumen und auf dem Flügel durchzukombinieren. Oftmals wird auch versucht den Ball auf die andere Seite zu verlagern, um dort mehr Platz zu finden und durch eine gute Positionsbesetzung in der Breite schneller quantitative Überlegenheit als der Gegner zu schaffen.

Als letzte Option bei mangelnden Optionen für den Ballführenden bleibt der lange Ball. Dieser wird jedoch auch nicht planlos nach vorn gespielt. Im ersten Fall kommt der ballnahe Stürmer entgegen und legt den Ball für nachrückende Mitspieler ab. Im anderen Fall wird der Ball über die letzte gegnerische Linie hinweg gespielt und wird mit aggressiven Läufen von den Stürmern nachgelaufen. Oftmals werden die Bälle von den Verteidigern zum Torwart zurückgespielt. Hierbei pressen die Stürmer durch bis zum Torwart und erzwingen lange Bälle.

Weitere Auffälligkeiten

Die Bewegung von Spielern in Wechselwirkung zu denen ihrer Mitspieler erzeugen ein hohes Maß an Fluidität dieser Spielergruppen in kleinen Zonen. Solche Bewegungen sieht man vereinzelt in allen Zonen des Spielfelds. Sie sind jedoch besonders für den Spielaufbau im eigenen Drittel sehr wichtig, um hohe Drucksituationen aufzulösen.

BET vs MIL 66. Minute

Das visualisierte Beispiel ist eines von vielen. In der Ausgangssituation deckt Cutrone den Halbverteidiger Feddal. Darüber hinaus schließt sein Deckungsschatten den Passweg zu Bartra. Die Spieler nehmen die Situation wahr, erkennen sie und sind in der Lage schnell eine Lösung zu finden. Feddal kippt diagonal nach außen ab, was Cutrone mit sich zieht. Dies in Kombination mit Bartras Bewegung gibt Firpo die Möglichkeit, sich selbst und den Ball vom Druck zu befreien, und der Mannschaft die Möglichkeit, das Spiel zu verlagern oder womöglich in die Vorwärtsbewegung zu gehen.

Dieses spezifische Beispiel mag anfangs sehr simpel erscheinen, jedoch sind solch ‘‘einfache‘‘ Automatismen von großer Bedeutung für einen kontrollierten Aufbau in Drucksituationen. Ein dazu passendes Zitat von Johan Cruyff lautet:

Fußballspielen ist sehr einfach. Aber einfachen Fußball zu spielen, ist das Schwerste.

Zu den bereits benannten Automatismen kommen auch kurze Dribblings der Halbverteidiger oder des Innenverteidigers hinzu. Hierbei ist besonders Bartra sehr auffällig, da dessen Fähigkeiten in diesem Bereich für einen Verteidiger sehr ausgeprägt sind. Durch diese Dribblings gelingt es oft, die erste Pressinglinie des Gegners hinter sich zu lassen und eine sehr vorteilhafte Überzahl im Rücken jener herzustellen.

Raumbesetzung

In den weiteren Phasen des Spiels baut Betis meistens eine sich stets wiederholende Positionsbesetzung auf.

BET vs DUD 42. Minute

Die Abstände der Spieler in der Dreierkette sind relativ gering, wobei der Innenverteidiger eine etwas tiefere Position einnimmt. Seine tiefere Positionierung gibt den Halbverteidigern immer die Option, halbdiagonal nach hinten zu passen und das Spiel zu verlagern, wenn die Seite vom Gegner geschlossen wurde.

Die Positionierung des Sechsers, in den meisten Fällen William Carvalho, bildet eine Raute gemeinsam mit der Dreierkette. Diese erlaubt jedem dieser Spieler mehrere Anspielstationen. Der Sechser positioniert sich meistens im Zwischenlinienraum hinter der ersten Pressinglinie des Gegners, und versucht eine Option zu bieten, um diese zu überspielen.

Die Raumbesetzung der Achter hingegen ist variantenreicher. Zwar versuchen sie sich meistens zwischen der Abwehr und dem Mittelfeld des Gegners zu positionieren, jedoch lassen sie sich auch oft fallen, um der Dreierkette eine weitere Anspielstation zu bieten oder tauschen die Position mit den Flügelverteidigern.

Die Flügelverteidiger nehmen eine sehr hohe und breite Position ein. Sie sind auch die Spieler, von denen gegen tief- und kompaktverteidigende Mannschaften die meiste Gefahr ausgeht. Spannend ist auch die Positionierung der beiden Stürmer, insbesondere gegen Viererketten. In diesem Fall positionieren sie sich oft jeweils zwischen den gegnerischen Innen- und Außenverteidigern, was meistens positive Effekte auf die Räume für die sehr offensiven Flügelverteidiger hat.

Aus der Raumbesetzung entstehende Vorteile

Neben den weiter oben kurz angeschnittenen Vorzügen bringt diese spezielle Struktur der Dreierkette auch weitere Vorteile mit sich.

Die genannte tiefere Positionierung des Innenverteidigers im Verhältnis zu den Halbverteidigern hat eine sehr positive Auswirkung, wenn es darum geht das Spiel zu verlagern, wenn die restlichen Optionen gedeckt sind. Würde der Innenverteidiger sich nicht tiefer absetzen, wäre zwar der Torwart auch eine Option für die Spielverlagerung oder Druckbefreiung, jedoch würde dieser lange Rückpass dem Gegner mehr Zeit geben sich höher zu positionieren, zu verschieben, oder gar durchzupressen. Außerdem könnte das Spiel nicht dermaßen effektiv verlagert werden bzw. die Verlagerung hätte mit dem darauffolgenden Pass keinen raumgewinnenden Charakter, da der Torwart unwahrscheinlicher mit seinem Pass gefährliche Zonen erreichen kann als der Innenverteidiger, der sich in einer viel höheren Positionierung befindet.

BET vs MIL 44. Minute

Darüber hinaus bringt die geringe Distanz zwischen den Halbverteidigern und dem Innenverteidiger eine stärkere Verbindung dieser Spieler als Konsequenz. Durch die geringe Distanz sind die Pässe in der letzten Linie weniger gut zu pressen. Würde nämlich der Halbverteidiger einige Meter weiter außen stehen und einen halbdiagonalen Pass nach hinten zum Innenverteidiger spielen, wäre dieser Pass gut als Pressingauslöser geeignet oder wäre zumindest risikoreicher. Außerdem bringt die Dreierkette aufgrund des Spielstils der Andalusier weitere Vorteile für die Defensivstabilität.

Der Sechser und Achter besetzen im Mittelfeld die zwei Halbräume und das Zentrum. Diese sind vor allem dafür wichtig, um eine gute Zentrumbesetzung zu haben und Pressinglinien überspielen zu können. Dafür ist ihre Positionierung in den Zwischenlinienräumen wichtig. Darüber hinaus beschäftigen diese Spieler sehr viele Gegner im Zentrum, sodass sie die gegnerische Formation oft stark verengen, was mehr Raum auf den Flügeln kreiert.

Ähnliche Effekte auf die gegnerische letzte Kette hat auch die Raumbesetzung der Stürmer. Mit ihrer Positionierung zwischen Innen- und Außenverteidiger schaffen sie es besonders im Angriffsdrittel oftmals, eine ganze Viererkette zu binden. Dies wirkt sich sehr positiv auf den Raum in der letzten Linie für die offensiven Flügelverteidiger.

Vor allem im ersten Gruppenspiel gegen Olympiakos wurde diese Art von Positionsbesetzung der Stürmer allerdings auch auf eine Art benutzt, um die Abwehrkette des Gegners auseinanderzuziehen. In den unteren Beispielen sieht man, dass die Stürmer sich jeweils zwischen Innen- und Außenverteidiger positionieren, jedoch dabei relativ breit stehen. Dies kreiert Raum für Pässe zwischen den Innenverteidigern. Hierbei ist jedoch anzumerken, dass es auch vom Gegner abhängig ist, inwieweit er sich von diesen Positionierungen ‘‘manipulieren‘‘ lässt.

OLY vs BET 23. Minute
OLY vs BET 62. Minute

Angriffsvortrag

Die Angriffe der Andalusier sind sicherlich sehr facettenreich. Wie und in welcher Zone angegriffen wird hängt auch stark von dem Gegner ab. So ließ beispielsweise Olympiakos im Hinspiel genügend Platz, um durch die Mitte anzugreifen, während Düdelingen horizontal und vertikal sehr kompakt war und zudem sehr tief verteidigt hat. Milan hingegen bot einige Male Räume für schnelle Konter.

Schnelles Umschalten

Auch wenn Betis eine Mannschaft ist, die viel Ballbesitz hat, erkennen sie oftmals den richtigen Moment, um schnell umzuschalten. Wichtig dabei ist, dass sie mit den Stürmern zwei Spieler haben, die bereits hoch positioniert sind. Dabei werden sie beim Umschalten von einem oder zwei Achtern und, wenn nicht zu tief positioniert, von einem oder Flügelverteidiger/n unterstützt. Kollektiv greifen diese Spieler im Vollsprint das Angriffsdrittel an und schaffen es durch ihre Anzahl dem Ballführenden mehrere Optionen zu geben und eventuell sogar eine Überzahlsituation zu schaffen.

Vor allem auch das schnelle Unterstützen seitens der Achter ist sehr wichtig, da sie erst später in den Sechzehner hineinstoßen, jedoch dann von den Gegnern außer Acht gelassen werden. Dies bietet einerseits mehr Möglichkeiten für den Fall, dass man über Außen Hereingaben produziert. Andererseits hat man bei Ballverlust besseren Zugriff im Gegenpressing.

Geduldiger Ballvortrag

Das Spiel in dem zweiten und dritten Spielfelddrittel gestaltet Setiens Mannschaft meistens mindestens genauso geduldig, wie den tiefen Spielaufbau in dem ersten. Mit dieser Geduld versucht man die weiter oben beschriebene Positionsstruktur aufbauen und sich nach und nach in der gegnerischen Hälfte festzusetzen.

Da die Gegner sich meistens stark darauf fokussieren, die Mitte und damit den schnellsten Weg zum Tor zu versperren, wird sehr viel mit Spielverlagerungen gearbeitet. Somit versucht man einerseits die Disziplin des Verschiebens und dessen Qualität bei der gegnerischen Mannschaft herauszufordern und so Lücken im Zentrum zu öffnen. Andererseits erhofft man sich, durch Überladungen des ballnahen Halb- und Flügelraums den Gegner zahlenmäßig so stark in diesen Raum zu ziehen, dass man nach einer schnellen Verlagerung auf die andere Seite den Flügelverteidiger in eine Eins-gegen-Eins oder gar Eins-gegen-Null-Situation bekommt, wobei letztere eher selten entsteht.

Wenn der Gegner jedoch zahlenmäßig so stark in ballnahen Zonen vertreten ist, ist es schwierig, den Ball aus diesen Zonen kontrolliert zu befreien. Damit der Ballführende nicht isoliert wird, wird er von mehreren Spielern unterstützt. Hier werden Dreiecke gebildet, um eine Ballzirkulation aufrechterhalten zu können. Dennoch werden nicht derart viele Spieler geopfert, dass man bestimmte Zonen vernachlässigt, welche besetzt sein müssen, um den Ball kontrolliert auf die ballferne Seite zu transportieren.

BET vs MIL 21. Minute

In diesem Beispiel erkennt man, dass man es geschafft hat, den Gegner so weit auf die linke Seite zu ziehen, sodass die rechte Seite stark unterbesetzt ist. Trotz der zahlenmäßigen Unterzahl in der Zone kontrolliert man die Situation. Essenziell wichtig ist hierfür die Positionierung Carvalhos. Dieser bietet Canales einen Passweg, um die Unterzahlzone zu verlassen. Dieser Passweg würde eine kontrollierte Spielverlagerung ermöglichen, da er nicht allzu lang ist, jedoch trotzdem viele Gegner überspielt. Auf der gegenüberliegenden Seite besetzt Firpo die volle Breite und hätte im Falle eines Zuspiels von Carvalho die Möglichkeit in eine Eins-gegen-Eins-Situation zu gehen.

Dies ist sicherlich ein Aspekt, der auch den Vorstellungen Guardiolas ähnelt. In Marti Perarnaus Buch „Herr Guardiola“ wird der derzeitige Manchester City Trainer folgendermaßen zitiert:

Das Geheimnis bei jedem Mannschaftssport ist, das Spiel auf eine Seite zu verlagern, damit der Gegner ins Schwimmen kommt. Den Gegner auf eine Seite zu locken, damit er die andere freigibt. Und wenn wir das geschafft haben, dann müssen wir es über diese andere Seite versuchen.

Neben dieser Art von Spielverlagerung ist auch sehr häufig eine direkte Diagonalverlagerung mit einem hohen Ball vom Halbverteidiger auf den ballfernen Flügelverteidiger zu sehen. Auffällig ist, dass diese Pässe nahezu immer von dem rechten Halbverteidiger auf den linken Flügelverteidiger gespielt werden. Diese Verlagerungen sind deshalb so gefährlich für den Gegner, weil er den Fokus eher auf das Versperren des Zentrums und linken Halbraums (aus Sicht des Gegners) legt. Da der Flügelverteidiger von Betis in diesen Situationen sehr hoch und breit positioniert ist, überspielt ein präziser Ball sowohl horizontale, als auch vertikale Linien des Gegners. Letzten Endes gibt er im Optimalfall dem Empfänger die Möglichkeit, auf die Abwehrkette des Gegners zuzulaufen.

BET vs OLY 3. Minute

Neben Spielverlagerungen wissen die Spieler auch Räume zwischen den Linien auszunutzen, wenn der Gegner denn Platz bietet. Hierbei zeigen sie oft hohe taktische Intelligenz und ziehen durch bestimmte Laufwege Räume für Mitspieler frei. Darüber hinaus setzen sie blind-side Bewegungen geschickt ein, um den Deckungsschatten ihres Gegners zu verlassen. Dringt man mittig ins Angriffsdrittel ein, bindet man in der Regel mit den zwei Stürmern die gesamte Viererkette und öffnet Platz auf den Außen, welche dann aggressiv von beiden Flügelverteidigern angegriffen werden. Diese versuchen dann meistens mit flachen Hereingaben einen Stürmer oder in den Sechzehner stoßenden Achter zu finden.

BET vs OLY 21. Minute

Musterbeispiel

Das folgende Beispiel zeigt das Tor zur Führung im Rückspiel gegen den AC Milan in der 12. Minute.

Zunächst greift man über Milans linke Seite an. Dennoch wird jederzeit eine Struktur aufrechterhalten, die es ermöglicht, das Spiel zu verlagern. Über Canales und Carvalho bringt man den Ball ins Zentrum. Milans Verteidiger verlässt die Kette, um Carvalho unter Druck zu setzen, dafür muss jedoch der Außenverteidiger ins Zentrum rücken, um dort den entstandenen Platz für Betis‘ Stürmer zu kompensieren. Dies öffnet den Raum für Firpo, der in den Sechzehner eindringt und auf den nachrückenden Achter Lo Celso ablegt, während Milans Abwehr sich hauptsächlich auf den Stürmer konzentriert.

Abschließende Anmerkungen

Trotz der klaren Stärken und dem klaren Konzept sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Betis durchaus vor große Schwierigkeiten gestellt werden kann, wenn man gegen sie in einem tiefen Block horizontal und vertikal kompakt verteidigt. Dies war vor allem gegen Düdelingen der Fall. Obwohl sie das Spiel mit 3:0 gewannen, konnten sie aus dem Ballbesitz heraus zunächst nicht allzu viele Chancen kreieren und konnten erst nach einem Standardtor das Spiel öffnen. In der Folge konterten sie den immer offener werdenden Gegner aus und schraubten so das Ergebnis hoch.

Darüber hinaus strahlen sie über die rechte Seite weitaus weniger Gefahr aus. Dies ist auch daran zu erkennen, dass keines der Tore in der Gruppenphase von dem rechten Flügel aus vorbereitet wurde. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass sie auf der rechten Seite keinen so gefährlichen Akteur haben wie Firpo auf der linken, der zunehmend mit Real Madrid in Verbindung gebracht wird.

Fazit

Die Erfolge der Andalusier seit der Übernahme von Quique Setien kommen sicherlich nicht von ungefähr. Der Trainer schaffte es seiner Mannschaft eine klare Spielidee einzuimpfen, welche besonders für Liebhaber von ballbesitzdominierenden Herangehensweisen sehr spannend anzuschauen ist. Durch die taktische Intelligenz ihrer Spieler, spielerische Stärke und gut abgestimmte Bewegungen und Positionsbesetzungen dominieren sie Gegner und beeinflussen zum Teil auch ihr Verhalten.

Betis ist sicherlich eine der Mannschaften, die noch keine allzu große mediale Aufmerksamkeit bekommt, jedoch durchaus das Zeug dazu hat, weit in dieser Europa League Saison zu kommen. Mit dem 4:3 Sieg im Camp Nou in der spanischen Liga gegen den FC Barcelona zeigten sie bereits eindrucksvoll, dass sie den Mut haben, auch gegen starke Gegner ihre Konzepte durchzuziehen. In der ersten KO-Runde treffen sie mit Stade Rennes auf einen machbaren Gegner.

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