Let the journey begin

So lautet das Motto meiner aktuellen Mannschaft.

Offiziell trete ich zum 01.07.2019 erst die Stelle als Cheftrainer einer U15 an. In dieser Saison spielt das Team in der zweithöchsten Liga und besteht aus Spielern der Jahrgänge 2005 und 2006.

Für eine U15 handelt es sich um ein sehr junges, dennoch hoch talentiertes Team.

Ich möchte regelmäßig von meiner „Reise“ berichten und so jedem einen Einblick in meine Arbeit gewähren.

Ziel soll es sein bei den Lesern Anregungen zu schaffen, neue Blickwinkel öffnen. Auch wenn man selber ganz anders handeln würde, wäre das eine Erkenntnis die ich probiere zu vermitteln.

Ich möchte meinen Weg aufzeigen, ob dieser der gleiche ist, den der Leser gehen möchte, dass darf jeder selber entscheiden. Ich würde mich freuen, wenn wir zumindest einen Teil des Weges gemeinsam beschreiten werden.

Nach der Saison ist vor der Saison.

Das erste Pflichtspiel stand erst am 14.08 an, also hatten wir noch ein paar Wochen Zeit. Trotzdem trafen wir uns bereits früh und absolvierten mit einem erweiterten Kader 2 Trainingseinheiten.

Nachdem ich Jahre lang A-Jugendliche trainiert habe, war es für mich die erste „Neuerung“ das C-Jugendliche noch mit Ihren Eltern in den Urlaub fahren. Somit hieß es im Vorfeld erstmal abfragen, wann wer im Urlaub ist.

Nachdem diese Informationen gesammelt wurden (gleichzeitig erfragten wir Kleidergrößen, Anschrift, Telefonnummer etc), konnten wir eine Auswertung starten. Wir stellten fest, das wir grundsätzlich Spieler im Urlaub haben. Einige in der ersten Hälfte, andere wiederum am Ende der Sommerferien. Daher entschlossen wir uns bereits vor den Ferien Trainingseinheiten zu absolvieren, um auch den Kader zu bestimmen.

Leider fielen die Einheiten, bei denen wir teilweise 26 Spieler hatten, genau in die Woche mit der Saharahitzewelle.  Wir passten das angedachte Trainingsprogramm an.

Nach einer Begrüßung und der Blick in 26 aufmerksame Gesichter, stellten wir uns mit einer kurzen Vorstellungsrunde vor. Die meisten der Spieler kannten sich aus der letztjährigen U15, U14, U13.

Jedoch hatten wir auch ein paar Neuzugänge bekommen.

Um diesen gleich mal ein paar Namen um die Ohren zu werfen, haben wir im Schatten ein freies Dribbling durchgeführt.

Jeder Spieler erhielt ein Plättchen in einer bestimmten Farbe in die Hand. Wir hatten 3 unterschiedliche Farben.

Die Spieler dribbelten nun frei durcheinander und sollten die Plättchen mit Mitspielern tauschen und deren Namen laut sagen.

Technische Details waren gefordert, so sollte der Ball niemals „tot“ gestoppt werden, sondern auch beim Tausch in Bewegung sein.

Ferner sollten beiden Füße, wie auch Innen- , wie auch die Außenseite genutzt werden.

Ebenso sollte darauf geachtet werden, den Ball am gegnerfernen Fuß zu führen, wenn man mit einem andersfarbigen Plättchen tauscht.

Nach einer Eingewöhnungsphase führte wir eine Variante ein. Nachdem ein Trainer „Hepp“ rief, sollten sich die Spieler in Gruppen sammeln, entsprechend der Farbe des Plättchen, welches sie in der Hand hielten.

Während dieser Übung holte ich immer wieder einen Spieler zu mir und wechselte ein paar Worte mit diesen.

Nach einer Getränkepause ging es in einzelnen Rondos (3vs1) weiter. Mit den Plättchen konnten die Spieler ihr „Eck“ direkt selber aufbauen.

Hier konnten man die unterschiedliche Auffassung von Größen feststellen. Wir korrigierten einige Felder nach ein paar Durchgängen.

Als Kontaktbegrenzung führten wir eine 1 Kontaktebegrenzung ein. 2 Kontakte konnte man nutzen, wenn dafür jeder Fuß einmal genutzt wurde.

Im Coaching legten wir erstmal wert auf die passende Positionierung und nutzen beider Füße. Wir gaben den Spielern eine „3 Schritte-Regel“ als Hilfe an die Hand.

Diese besagte, nach einem Pass sollte man sich erstmal 2-3 Schritte bewegen, um somit aus dem Deckungsschatten zu gelangen.

Auffällig war die fehlende Passhärte. Hier werden wir in Zukunft dran arbeiten müssen.

Nach einer weiteren Getränkepause und kurzen Einweisung ging es in ein 11 gegen 11 langes Testspiel.

Aufgrund der Temperaturen spielten wir mit Pausen und vielen Wechsel.

Ich stellte beide Teams in der gleichen Defensivengrundordnung auf und gab beiden Teams die gleichen offensiven Anweisungen. So sollte z.B. ein Außenverteidiger höher spielen, wie der andere.

Als Pressingart, sollten beide Teams im Angriffspressing spielen und durch die Regel, das jeder Ball flach herausgespielt werden musste, konnten wir das Angriffspressing bestärken.

Während wir die Spieler beobachten, um noch weitere Eindrücke zu gewinnen und Spieler in bestimmten Räumen zu testen, sprachen wir aber auch gleichzeitig mit weiteren Spielern.

Ein klarer Tenor aller 2006er Spieler war, dass das Feld nun wesentlich größer ist und es im Zentrum wesentlich enger ist und man schneller spielen muss.

Warum es im Zentrum so eng war ?

Das Feld wurde nicht ansatzweise genutzt, so wurden die Außenbahnen fast komplett verwaist zurückgelassen. 😊 Nach einer Pause und dem Hinweis auf die Breite des Feldes wurde es zum Ende des Spieles besser.

Wir verabschiedeten die Jungs und gingen in eine Nachbesprechung. Ein paar Eindrücke konnten gesammelt werden und sollten am nächsten Tag intensiver begutachtet werden.

Am zweiten Tag begannen wir mit einer mehrfach aufgebauten Passübung zum Erwärmen.

Hier achteten wir erstmal auf grundlegenden technische Details, aber auch Positionierung, passende Winkel und Füße, sowie die richtig dosierte Passhärte.

Nun teilten wir die 26 Spieler in 2 Gruppen auf. Jeweils 12 Feldspieler waren in einer Gruppe und 2 Torhüter blieben bei einer Spielform.

Die erste Gruppe spielte mit den 2 Torhütern auf einer Feldgröße „Doppelter 16er“ und 2 Großtoren eine Form vom 1 gegen 0 zum 6 gegen 6.

So begann ein Spieler der Gruppe A und lief auf den TW zu und schloss ab. Nach erfolgter Aktion, startet ein Spieler der Gruppe B direkt ins Feld und spielte gegen den zuvor abschließenden Spieler A auf das andere Tor. Nach einem erfolgten Abschluss durfte nun wieder einer der Gruppe A starten und erzeugte ein 2 gegen 1 mit den beiden bereits auf dem Feld befindlichen Spielern.

So ging es dann immer weiter bis zum 6 g 6.

Die andere Gruppe spielte in einem 20x20m großen Quadrat ein 5 gegen 5 plus 2 Neutrale. Hier wählten wir jeweils „6er“ als Neutrale Spieler.

Punkterzielung konnte durch 15 aufeinanderfolgende Pässe erzielt werden.

Begannen wir am Anfang ohne jegliche Kontaktbegrenzung konnte man schneller erkennen, das zu wenig der Ball laufen gelassen wurde. Sodass wir mit einer 3 Kontaktbegrenzung eingeschritten sind.

Wir wiesen die Spieler immer wieder auf die Raumaufteilung hin. Hier sah man gerade beim 2006er Jahrgang noch Probleme. So wurde das Feld meistens nicht in Breite und Tiefe genutzt. Dennoch ließen die Jungs den Ball schon sehr gut laufen und zeigten einige sehenswerte Kombinationen, die Freunde auf mehr machen.

Ein weiterer Punkt war die Kommunikation, wir forderten die Jungs immer wieder auf zu kommunizieren und lobten dieses besonders.

Nach einer Getränkepause wechselten wir die Gruppen, um im Anschluss ein Abschlussspiel, erneut im 11 gegen 11 zu veranstalten.

Wir wählten bewusst zwei Mal längere Abschlussspiele im 11 gegen 11 auf dem kompletten Feld.

Als Trainerteam ging es uns in diesen zwei Einheiten um die Kaderzusammenstellung und vor allem um die Gewöhnung an das Großfeld. Die 2006er spielten in der D-Jugend noch auf einem Feld, welches vom 16er zum 16er ging, sowie die Breite eingekürzt wurde. Auf kleine Tore wurde gespielt mit 9 Spieler (8+1).

Während des Spieles beschränkte sich unser Coaching auf das Hinweise auf Breite und Tiefe. Gute Aktionen wurden gelobt.

So z.B. ein sehenswerter Spielaufbau, beidem der Gegner auf die eigene rechte Seite gelockt wurde, der Ball mit einem Kurzpassspiel über den 6er Raum auf dem linken Flügel endete. Das bedeutete ein Sonderlob. War das doch schon sehr nah an dem was ich mir vorstelle, ohne das wir dieses angesprochen haben.

Da zeigten 3 Spieler ihr besonderes Spielverständnis.

Im Anschluss des Spieles benannten wir unseren Kader und übergaben den Spielern die Vorbereitungspläne und erklärten noch ein paar Dinge zur Liga.

Das System sollte dringend überarbeitet werden, so kann es sein, das bei der Liga mit 11 Teams ganze 5 absteigen. Ob dieser Druckaufbau schon in dem jungen Alter sinnvoll ist, bezweifele ich.

Denn trotz der Tatsache, das wir die Ausbildung vorziehen, die Entwicklung als Ergebnis sehen, gibt es noch viele Spieler/Eltern/Vereinsangehörige etc. die nur auf das Spielergebnis und die Tabelle schauen.

Ich freue mich total auf diese Saison mit tollen Jungs, denen wir soviel wie möglich beibringen wollen und Sie in Ihrer Entwicklung unterstützen wollen. Dazu zählt auf das vermitteln von persönlichen Werten, wie Demut, Respekt, Fleiß, Leistungsempfinden, Teamzugehörigkeit und der Definition von Sport.

Somit stand der Kader und wir verabschiedeten die Jungs in die Sommerpause. Am 15.07. geht es dann weiter.

Nach der kurzen und doch langen Einführung in die neue Saison, tut es gut das Ganze mal sacken zu lassen und zu verarbeiten.

Im zweiten Teil geht es dann in den Start der Vorbereitung und um unsere Philosophie. Wir werden etwas drauf eingehen, wie wir uns den Fußball vorstellen.

P.S. Wenn ich von wir schreibe, dann spreche ich vom kompletten Trainerteam.

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