Die Frankfurter Überraschungskiste

In einer typischen Partie am Ende einer englischen Woche trotzen hartnäckige Frankfurter der Borussia aus Dortmund einen Punkt ab. Insgesamt zeigt sich insbesondere der BVB als zu ideenlos, um eine Auswärtspartie von diesem Kaliber zu gewinnen. Wir werfen einen Blick auf den Tenor der Partie.

Die Aufstellungen beider Mannschaften sollten erstmal keine Überraschungen hervorbringen. Favre stellte den BVB im üblichen 4-2-3-1 auf, Witsel und Delaney sollten das Zentrum sichern, während Hazard und Sancho die Flügel bedienten. Die Eintracht zeigte sich im ebenfalls altbewährtem 3-5-2. Sow, Fernandes und Kohr sollten dabei zentral für Absicherung sorgen.

Der BVB spielte zu Anfang durchaus dynamisch und konnte vor allem über den agilen Hakimi über rechts einige Angriffe initiieren. So wurde auch der Führungstreffer durch Witsel über die zu Beginn starke rechte Seite des BVB eingeleitet, Witsel brachte Hazards Vorlage per Direktabnahme im Frankfurter Tor unter. Wer nun aber gedacht hat, dass der BVB weiter aufs Gas drückt und versucht das Spielt vorzeitig zu entscheiden, wurde bitter enttäuscht. Nach der Führung kam Dortmund praktisch gar nicht mehr gefährlich vor das gegnerische Tor und verfiel in alte Muster.

Witsel bzw. Delaney ließen sich zwar oft im Spielaufbau zwischen/neben die Innenverteidiger fallen und erzeugten gegen das Frankfurter Pressing Überzahl. Richtig gefährliche Aktionen z. B. über Hummels konnte Dortmund auf diese Weise jedoch nicht erzeugen. Eigentlich schade, da sich auf diese Weise durchaus Räume boten, um entweder über das Andribbeln eines IV oder die dadurch höherstehenden Außenverteidiger nach vorne zu kommen. Hakimi hat ja zuvor durchaus bewiesen, die Räume hinter Kostic zu nutzen. Somit unverständlich, dass Dortmund nicht nachsetze und den Gegner zurückkommen ließ.

Dortmunder Tiefschlaf

Ein frühes Führungstor verleitet den BVB in den letzten Monaten eher dazu fahrig und pomadig zu agieren, als daraus weiteren Zug nach vorne zu entwickeln. Aber auch nicht nur in der Offensive, sondern auch in puncto Defensivarbeit sollten sich nun Nachlässigkeiten einschleichen:

Diese Spielszene sollte den Ausgleichstreffer der Eintracht einleiten. Guerreiro konnte Durm hier nicht genügend unter Druck setzen. Hazard orientierte sich ebenfalls zu Durm anstatt in seinem Rücken auf Toure zu achten. Hier versteckte sich zudem der erste Frankfurter Überraschungsmoment des Abends. Toure, seines Zeichens eigentlich Mitglied der Dreierkette, suchte den Weg in die Offensive und leitete über den Halbraum den Ausgleich ein.

Im Prinzip war das Aufrücken und Einschalten von Toure kein Hexenwerk. Doch eine Überraschung ist mehr als keine Überraschung und so konnte die Eintracht den wichtigen Ausgleich erzielen. Beim 2-2 war es erneut ein Abwehrspieler (Hinteregger), der die zu lange Flanke von Chandler wieder gefährlich machte. Der Ball konnte sich so über Umwege und Delaney den Weg ins Tor bahnen.

Fazit

Im Ergebnis konnte Dortmund keine ausreichende Kreativität erzeugen. Aktionen, wie beim Freistoß zum 2-1 (Sancho im Rücken der gegnerischen Mauer), waren viel zu selten. Gerade in den Spielen am Ende von englischen Wochen sind es die kleinen Überraschungen und Kreativmomente, die einem Tore und Punkte einbringen. Zumindest sollte jedoch eine konzentrierte Defensivarbeit gewährleistet werden. Hier ist das Kollektiv gefragt, um z. B. aufrückende Verteidiger konsequent abzuwehren. Inwiefern dies nun eine Frage der Mentalität ist, sei dahingestellt. Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch, dass der BVB zum wiederholten Male in eine gefährliche Passivität verfiel und es versäumte den berühmten Sack zuzumachen.

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