Die Pariser Rauten-Bildung in Ballbesitz

Gegen Ende der Ligue 1 Saison 2018/2019, wirkte die Mannschaft von Thomas Tuchel alles andere als dominant. Nahezu planlos agierte die Offensive. Nach dem 31. Spieltag erzielte das Team „nur“ 15 Treffer. Für PSG-Verhältnisse nicht gut genug und so verlor man satte 4 Spiele, inklusive ein Remis gegen die OGC Nizza in 8 Spiele.

PSG bleibt vorerst nur PSG

Grund genug für Kritiker den kompletten Trainerstab und Mannschaft, zusätzlich Vereinsführung zu hinterfragen. Dabei lief die Saison ausgezeichnet, bis zur großen Überraschung im Achtelfinale der Champions League, nachdem PSG mit 1:3 gegen Manchester United verlor und aus dem Wettbewerb ausschied. Sukzessiv verschlechterte sich das Spiel von Paris, bis am 14.04.2019 die Unruhe nach dem 5:1 Debakel gegen LOSC Lille endgültig herbeigerufen wurde. Vor dieser Saison wurden die Lorbeeren ein weiteres mal geerntet, doch wieder einmal wurde der Verein den Forderungen seitens der Anhängerschaft und Medien nicht gerecht. PSG blieb vorerst nur PSG.
Der Mannschaft fehlte es an nötiger Dynamik in den Ballstafetten. Die Halbräume wurden meist für Einzelaktionen verwendet.


Doch wie sieht es in der aktuellen Saison aus?

Paris Saint-Germain läuft in einem 4-3-3 auf dem Papier grundsätzlich auf, was sich anhand eines Abwehrpressings des Gegners in ein 2-2-4-2 oder eines Mittelfeld/-Angriffspressings seitens der Gegner in ein 3-3-3-1 formatieren kann. Dabei schieben die beiden Außenverteidiger sehr hoch und breit, während Idrissa Gueye zwischen die Innenverteidiger abkippt oder Marco Verratti seitlich von einem der beiden IV den Halbraum besetzt. Dies hängt jedoch von der Pressing-Stärke des Gegners ab. Begibt sich die gegnerische Mannschaft in ein vorsichtiges Mittelfeldpressing, versuchen Gueye und Verratti die gegnerischen Stürmer zu binden und von den ballführenden IV wegzulocken. Somit ermöglicht man ihnen Durchbruchmöglichkeiten in das 2/3 um Überzahlsituationen zu kreieren und mannorientierte Gegenspieler anzulocken. 

Verratti ist im weiteren Verlauf ein essenziell wichtiger Punkt im Pariser Spiel. Unter Unai Emery und Laurent Blanc einst, befand sich der Italiener oftmals zwischen 3. und 4. Reihe. Seine Hauptaufgabe war es die Stürmer in Szene zu setzen. Mittlerweile bildet er gemeinsam mit den AV, ZM, und ST Rauten in den Halbräumen. Dabei überladen die Hauptstädter gezielt eine Hälfte um nicht nur im Ballbesitz mehrere Anspielmöglichkeiten zu erschaffen, sondern auch nach Ballverlust viele offene Räume abzudecken und gleichzeitig ins Gegenpressing umschalten zu können.Der ballferne AV rückt ins Zentrum ein, um eine schnelle Spielverlagerung des Gegners zu unterbinden. Während Gueye und die IV als Absicherung aufrücken. 

Die Raute in den Halbräumen werden nicht durch ausgewählte Spieler gebildet, sondern situativ über das Positionsspiel hergestellt. Jedoch sind oftmals Verratti und Di Maria vorzufinden, die durch ihre überragenden technischen Fähigkeiten, die AV mit Steckpässen in die Tiefe bringen. Anhand Auftaktbewegungen in Richtung des Ballführenden, binden die vordersten Spieler der Rauten die Gegenspieler im Rücken und erschaffen freie Räume für die in die Tiefe sprintenden AV. 

Marco Verratti, der als Anker dieser Rauten wirkt, signalisiert seinen Mitspielern anhand Dribblings in die Halbräume, dass sie zur Bildung der Raute entgegen kommen sollen. 

Die Ballstafetten innerhalb der Rauten, projizieren die Gegner, die bespielten Zonen von PSG zu überladen. PSG forciert dadurch Spielverlagerungen auf den ballfernen AV, der nach Ballmitnahme versucht das letzte Drittel zu penetrieren. Mit Pablo Sarabia wurde das Team von Thomas Tuchel intelligent verstärkt. Der Spanier, der nicht den klassischen 1 gegen 1 Flügelspieler ausstrahlt, sondern eher das Auge für die Box besitzt, brillierte mit 13 Torvorlagen in der La Liga Saison 18/19. Ein Spieler, der die technischen Fähigkeiten für die Rauten allemal demonstrieren kann und nach erfolgreichen Überspielen der gegnerischen AV und IV den Blick zum Strafraum hat.

Ausblick


Der Kader wurde im zentralen Mittelfeld mit pass-starken Spielern ergänzt, um die Offensiv-Dynamiken von Mbappe, Cavani, Neymar und Di Maria noch mehr zur Geltung zu bringen.Nach den verletzungsbedingten Auswechslungen von Cavani und Mbappe gegen FC Toulouse, konnten nach Ballstafetten innerhalb der Rauten, die freien Zonen hinter der Abwehrkette nicht vermehrt erfolgreich genutzt werden. Die Verantwortlichen von PSG reagierten mit der Top-Verpflichtung vom argentinischen Serie A Stürmer Mauro Icardi. Damit hat die Mannschaft auch im offensiven Bereich an Qualität gewonnen. Definitiv gehört Paris in dieser Saison wieder einmal zum Favoritenkreis auf die Champions League. Es wird spannend zu sehen, ob FC Paris Saint-Germain mehr sein wird als der FC Paris Saint-Germain der vergangenen Jahre. 

Please follow and like us:
error0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.