Der Hoffenheimer Aufschwung

Nach dem schwachen Start der TSG Hoffenheim steht das Team von Alfred Schreuder nach elf Spieltagen auf dem fünften Tabellenrang. 15 Punkte aus den letzten fünf Saisonspielen sprechen eine deutliche Sprache und machen berechtigte Hoffnungen, dass das Team im Jahr eins nach der Nagelsmann-Ära ernsthaft auf Tuchfühlung mit den Startplätzen für die internationalen Wettbewerbe geht. Entscheidend ist zwar auf’m Platz, doch wir werfen in unserem heutigen Artikel einen Blick auf die Daten und Statistiken der Hoffenheimer und suchen darin eine Erklärung für den Aufschwung von 1899.

Spieltag 1 – 6

Hoffenheim hatte zu Saisonbeginn ein straffes Startprogramm. Mit den Gegnern Frankfurt, Bremen, Leverkusen, Freiburg, Wolfsburg und Mönchengladbach standen der TSG ambitionierte und spielstarke Mannschaften gegenüber.

Hoffenheim beendete den ersten Saisonabschnitt mit 5 Punkten und konnte nur am zweiten Spieltag gegen Bremen gewinnen. Das 3:2 war auch die einzige Partie in denen das Team mehr als zwei Tore erzielen konnte. Insgesamt betrachtet war insbesondere die Offensive die Schwachstelle von Schreuders Team. Lediglich vier Tore aus den ersten sechs Spielen sprechen dabei eine deutliche Sprache. Auch der xG-Wert von 5,28 war nicht wesentlich besser. Hoffenheim hat sich demnach in den ersten sechs Spielen lediglich Chancen für 5,28 Tore erspielt. Verwertet wurden davon nur vier Tore.

Defensiv mussten zehn Gegentore hingenommen werden. Der xGA-Wert lag mit 9,17 rund einen Treffer darunter. Hoffenheim hat somit Chancen in der Wertigkeit von 9,17 Gegentoren zugelassen, insgesamt aber zehn Treffer kassiert.

In beiden Disziplinen hat die TSG somit schlechter abgeschnitten als die statistischen Werte. Weniger Tore erzielt, als es die Chancen hergegeben hätten, und mehr Tore erhalten, als die Torgelegenheiten des Gegners wert waren.

Spieltag 7 – 11

Nach den oben dargestellten Spielen konnte der weitere Verlauf ja heiter werden. An Spieltag 7 die Auswärtspartie in München, danach die wiedererstarkten Schalker und die unangenehmen Kontrahenten Berlin, Paderborn und Köln vor der Tür. Doch die TSG zeigte sich unbeeindruckt und leitete die Trendwende ein. Alle fünf Spiele wurden siegreich gestaltet und auch die xG- und xGA-Werte unterstreichen die gute Form von 1899:

12 erzielte Tore bei einem xG-Wert von 8,14 sprechen für eine bessere Abschlussqualität und auch defensiv hat sich die Elf von Alfred Schreuder stabilisiert. Vier Gegentore (zu 6,1 xGA) sind ebenfalls ein Beleg für den Aufwärtstrend der Mannschaft.

Die zwei Gesichter von TSG Hoffenheim

Stellt man die durchschnittlichen Werte aus den Spieltagen 1-6 und den Spieltagen 7-11 gegenüber, wird die Verbesserung der TSG deutlich. Defensiv ist der xGA-Wert von 1,53 Gegentoren pro Spiel auf 1,22 gesunken. Tatsächlich mussten nur noch halb so viele Gegentore pro Spiel (0,8 zu 1,67) hingenommen werden.

Insbesondere in der Offensive hat sich die TSG gesteigert. Die durchschnittlichen expected goals konnten in den Spieltagen 7-11 nahezu verdoppelt werden (Steigerung von 0,88 auf 1,63). Die tatsächlichen Tore pro Match haben ebenfalls Schritt gehalten und wurden mehr als vervierfacht. Nach nur 0,67 Toren pro Partie in den ersten sechs Spielen, erzielte Hoffenheim in den Spielen 7-11 durchschnittlich 2,4 Treffer pro Match.

Die Gründe

Auffällig ist, dass Hoffenheim in den Spieltagen fünf bis sieben das System umgestellt hat. Die TSG spielt fortan mit einem Sechser und zwei davor spielenden Achtern im Mittelfeld. Schreuder variiert dabei zwischen einem 3-1-4-2 und einem 4-1-4-1, hat aber immer zwei Achter vor dem nominell einzigen Sechser auf dem Feld. Die beiden Achter (zumeist Rudy und Rupp) können dabei in Ballbesitz bereits von der Formation her für eine bessere Besetzung der offensiven Halbräume sorgen und Offensivaktionen einleiten. Defensiv können beide Achter gleichzeitig tiefer im Mittelfeld stehen und das defensive Mittelfeld situativ mit drei Spielern besetzen.

Personell ist zudem festzuhalten, dass ab Spieltag sieben Locadia, Kramaric und Adamyan regelmäßig von Beginn an spielen und den Offensivbemühungen der TSG sehr gut tun.  Im Vergleich zu Belfodil, der bis zu seiner Verletzung in den ersten Partien häufig eingesetzt wurd, schneidet das Trio um Locadia, Kramaric und Adamyan besser ab.

Die nachfolgende Darstellung stellt die Schüsse pro 90 Minuten (Sh90) sowie die daraus resultierenden expected goals pro 90 Minuten (xG90) dar. Kramaric, Locadia und Adamyan schneiden dabei in beiden Disziplinen besser als Bebou und Belfodil ab:

Fazit

Hoffenheim ist wieder in der Spur und hat sich spielerisch und tabellarisch stark verbessert. Der Weggang von Nagelsmann und wichtigen Stammspielern der Vorsaison mussten erst einmal verkraftet werden. Nun hat Schreuder und sein Team jedoch ein System sowie die richtige personelle Besetzung gefunden, was sich in den Resultaten (fünf Siege in Folge, 5. Tabellenplatz) niederschlägt. Aber auch die Daten unterstreichen den positiven Trend und sind Beleg für eine Verbesserung der Spielleistung des Teams.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.