Leicester City – mit Positionsspiel zum Erfolg

Meister Leicester City – wer hätte das je für möglich gehalten. Die Meisterschaft der Foxes 2016 war wohl eine der größten Überraschungen des letzten Jahrzehnts. Ein Team, um Ngolo Kanté, Jamie Vardy und Riyhad Mahrez nutzte die Schwächephase aller Topteams und machte sich zusammen mit seinem Trainer Claudio Ranieri zum Überraschungsmeister.

Während das Team damals eher für reaktionären, auf Konter basierenden Fußball bekannt war, scheint sich dies mit der Ankunft von Brendan Rodgers geändert zu haben. Nach einer kleinen Dursttrecke nach der Meisterschaft, befindet sich Leicester City diese Saison im Rennen um die Champions League Plätze. Im Schatten der beiden Übermannschaften Manchester City und Liverpool, schaffe es der ehemalige Liverpoolcoach Rodgers, aus Leicester ein attraktives Spitzenteam zu formen. Aktuell liegt man sogar vor Pep Guardiolas Manchester City.

Beeinflusst vom FC Barcelona unter Pep Guardiola, schaffe es Rodgers bereits bei unterschiedlichen Teams ein dominantes und gut organisiertes Offensivspiel zu implementieren. Dies gilt auch für seine aktuelle Station. Zeit, auf das Spiel in Ballbesitz der Foxes genauer einzugehen.

Variabler Kader – variables Spielsystem

Aus der Meistermannschaft sind nur noch wenige Leistungsträger übriggeblieben, allen voran Jamie Vardy und Kasper Schmeichel, die auch unter Rodgers einen Stammplatz sicher haben. Drumherum schaffte man es bei Leicester City durch cleveres Scouting ein junges, variables und dynamisches Team zusammenzustellen.

Dabei setzt Brendan Rodgers in der Regel auf ein 4-3-3, das aber keinesfalls starr, sondern sehr dynamisch mit koordinierten Positionsswechsel praktiziert wird. Darüber hinaus nutzte der Nordire aber auch schon auf eine Raute im Mittelfeld oder gegen Liverpool auf ein 4-2-2-2, stets auf das vorhandene Personal abgestimmt.

Gerade im Zentrum und auf den Außenverteidigerpositionen verfügt Rodgers über eine Reihe an interessanten, jungen Akteuren. Im Mittelfeld agieren regelmäßig James Maddison und Youri Tielemans vor dem französischen Sechser Ndidi.

Während Ndidi in der Regel den defensiven Part inne hat und eher weniger für das Aufbauspiel tut, so besitzt der Franzose doch gute technische Fähigkeiten, spielt gelegentlich intelligente Pässe und weiß sich auch mit kurzen Dribblings aus Drucksituationen zu befreien. Seine Stärken liegen allerdings im defensiven Bereich. Ndidi ist in der Lage einen großen Raum alleine zu sichern, seine Athletik hilft ihm im direkten Zweikampf und durch sein Stellungsspiel ist er oft in der Lage einen Pass des Gegners abzufangen.



Dank ihm, kann Youri Tielemans im Spiel mit dem Ball eine höhere Position einzunehmen. Der talentierte Belgier, der mit seinem Wechsel zu Leicester City den nächsten Entwicklungsschritt nahm, nachdem er zuvor von Anderlecht nach Monaco wechselte. Unter Rodgers beteiligt sich Tielemans rege am Aufbauspiel, kippt gerne nach rechts ab oder positioniert sich intelligent zwischen den Linien. Seine Passsicherheit ist fundamentaler Bestandteil der Ballzirkulation von Leicester City.

Sein Pendant halblinks ist James Maddison, der junge Engländer fordert ständig den Ball, hat ein tolles Auge und ein starkes Dribbling – wichtig im Offensivspiel von Brendan Rodgers. Zuweilen kann man ihm ein übermäßiges Anbieten vorwerfen. Zu oft, lässt er sich zu weit zurückfallen, schließt dadurch Passwege oder fehlt als Anspielstation zwischen den Linien.

Neben dem spielstarken Mittelfeld verfügt Leicester City insbesondere über eine spannende Viererkette. Jonny Evans gilt bereits seit Jahren als spielstarker Innenverteidiger und passt so sehr gut zu Rodgers Stil. Caglar Söyüncü, der im Sommer als Ersatz für Harry Maguire nach England wechselte, konnte den englischen Nationalspieler bereits vergessen machen. Der ehemalige Freiburger spielt eine bärenstarke Saison. Gegen den Ball unterlaufen im kaum Fehler, mit Ball spielt er saubere Pässe und strahlt allgemein sehr viel Ruhe aus, auch wenn er im Andribbeln oft noch etwas zu zögerlich agiert.

Die Viererkette wird durch Ben Chilwell links und Ricardo Pereira rechts kompletiert. Während Ricardo ein schneller Außenverteidiger ist, der gerne hinterläuft und dynamisch in die Tiefe startet, bringt Ben Chilwell noch weitere spielerische Fähigkeiten mit. Des Öfteren schafft der junge Engländer mit diagonalen Dribblings ins Zentrum und sauberen Pässen zwischen die Linien den Gegner vor Probleme zu stellen. Gerade die Nutzung der Außenverteidiger spielt bei Leicester City eine wichtige Rolle – kommt nun endlich die flächendeckende, bessere Nutzung des Außenverteidigers?

Darüber hinaus spielt Stürmer Jamie Vardy eine wichtige Rolle. Der Meister von 2016 sorgt mit seinen vielen Läufen hinter die letzte Linie des Gegners für Tiefe. Entweder er zieht die Viererkette in die Tiefe und öffnet so Raum im Zentrum oder Leicester City nutzt mit langen Bällen auf Vardy das Herausrücken eines Verteidigers gnadenlos aus.

Das Aufbauspiel – Leicester City mit guter Ballzirkulation

Im Aufbauspiel agieren die Foxes stets mit einer recht flachen Viererkette wobei die Hauptlast auf den Schultern der beiden Innenverteidiger liegt. Söyüncü sowie auch Evans positionieren sich dabei eher zentral. Der Grund, die Achter oder AV bewegen sich gerne leicht in den Halbraum, um kürzere Passwege und eine bessere Staffelung zu gewährleisten.

Hier sieht man klar die Einflüsse des Juego de Posición auf Brendan Rodgers. Nur selten ist zu beobachten, dass die Flügel doppelt besetzt sind. Zumeist rückt einer der Akteure, entweder der AV oder der FL, ein wenig ein, um diagonale Passwege zu ermöglichen.

Darüber hinaus ist die Positionierung von Sechser Ndidi entscheidend. Der Franzose hält seine Position im Sechserraum meist und stellt so ein Dreieck mit den beiden Innenverteidigern her. Gerade gegen ein hoch pressendes Team besitzen die Innenverteidiger so genug Anspielstationen und Leicester City kann den Ball sicher zirkulieren lassen.

Kleine Details verhindern das perfekte Aufbauspiel

Bevor ich mich weiter lobend über das Spiel von Leicester City äußere, eine kurze Kritik. In ihrem Aufbauspiel kann man bisher wenige Details erkennen, die eine noch bessere Ballzirkulation und ein leichteres Überwinden der ersten Linie des Gegners verhindern. Warum ich dies zuerst erwähne? Weil diese Probleme auch bei vielen kleineren Amateurteams auftauchen. Da ich euch Trainern etwas mitgeben möchte, kommt nun dieser kleine Exkurs.


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Das richtige Anbieten des Achters

Wie bereits im oberen Abschnitt kurz erwähnt, James Maddison lässt sich gerne weit zurückfallen, um den Ball von den Innenverteidigern zu erhalten. Des Öfteren konnte ich bereits bei vielen Amateurtrainern lobende Worte für dieses Verhalten hören. Allerdings sollte man hier aufpassen. Mit einem zu weiten Fallenlassen schadet der Spieler eher dem Aufbauspiel, als es zu unterstützen.

Im Falle Maddisons, zieht er stets einen Gegenspieler mit – gehen wir von einem 4-4-2 beim Gegner gegen den Ball aus, pressen nun nicht zwei, sondern gleich drei Spieler die Innenverteidiger von Leicester City. Durch die geschickte Nutzung des Deckungsschattens, ist der Mittelfeldspieler, der Maddison verfolgte, in der Lage durchzupressen und alle Passwege ins Zentrum zu schließen.

Darüber hinaus nimmt Maddison durch seine Aktion dem Sechser Ndidi häufiger den Raum, während er Pässe zwischen die Linien ebenfalls verhindert. Selbst wenn er den Ball erhält, so befindet er sich immer noch vor der ersten Linie des Gegners. Einzig, um eine Überzahl im Spielaufbau zu schaffen, ist die Bewegung von James Maddison sinnvoll.

Das Andribbeln der Innenverteidiger

Darüber hinaus gibt es bei Leicester City noch einen weiteren Punkt zu bemängeln. Meist ist das Aufbauspiel sehr gut strukturiert, gerade wenn Maddison höher bleibt. Durch die sehr sauberen Positionierungen der Akteure, ergeben sich immer wieder Möglichkeiten für die Innenverteidiger mit dem Ball auf den Verteidigungsblock des Gegners zuzudribbeln. Leider wird dies zu selten genutzt.

Natürlich ist das Andribbeln eines Innenverteidigers mit hohem Risiko verbunden, ist man doch bei einem Ballverlust fast ohne Absicherung. Jedoch lässt sich auch hier eine dynamische Dreierkette recht simpel nutzen. Während der Innenverteidiger mit dem Ball am Fuß sich Richtung gegnerische Hälfte bewegt, kann sich ein Spieler auf der ballfernen Seite fallen lassen und zusammen mit dem zweiten Innenverteidiger absichern.

So lassen sich die Vorteile des Andribbelns mit weniger Risiko nutzen. Denn, durch die sauberen Positionierungen der Mittelfeldspieler von Leicester City, sind die Gegner des Öfteren nicht in der Lage die IV zu pressen ohne einen anderen Spieler frei werden zu lassen. Solange der Innenverteidiger allerdings diesen freien Raum nicht mit einem Dribbling nutzt, steht der Gegner kompakt gegen den Ball.

Im Positionsspiel gilt stets, dass der Ball nur gespielt werden sollte, wenn sich der Passempfänger in einer besseren Position befindet. Sonst können Dribblings eine gute Wahl sein. Denn bewegt sich der IV in die gegnerische Hälfte, muss einer der Gegenspieler zwangsläufig irgendwann seine Position verlassen, um den IV nicht ungehindert bis in den Strafraum vordringen zu lassen. Ergo, ein anderer Spieler von Leicester City wird frei. Schafft der IV diesen mit einem Pass zu finden, hat dieser keinen Gegenspieler und Leicester einen Vorteil im Offensivspiel.

Das Übergangsspiel

Im Übergang in die gegnerische Hälfte kommen dann die cleveren Positionierungen der Mittelfeldspieler zum Tragen. Meist entstehen bei Leicester City Dreiecke und Rauten im Halbraum, die der IV anspielen kann.

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Das Dreieck besteht in der Regel aus dem AV, dem FL und dem Achter. Allerdings kann sich jeder andere Akteur beliebig an das gebildete Dreieck anheften, sowie in diesem Beispiel Söyüncü. Die große Schwierigkeit für den gegnerischen Außenverteidiger besteht in dieser Situation aus dem Zusammenspiel des Dreiecks. Wenn der Flügelspieler in die Mitte kippt, stellt er Überzahl her und sollte verfolgt werden, um ein einfaches Aufdrehen zu verhindern. Jedoch ist Leicester durch das Dreieck in der Lage den vorstoßenden AV in Szene zu setzen, der sich im Rücken seines Gegenspielers davonstehlen kann.

Beispielsweise könnte Barnes den AV des Gegners aus der Position ziehen, während Maddison den Ball erhält und auf den startenden Außenverteidiger weiterleiten könnte. Da Vardy ballnah stets auf einen langen Ball hinter die Kette lauert, kann der Innenverteidiger nicht so einfach aus seiner Position schieben.

Arsenal versuchte es deshalb mit einer Fünferkette, wie in der obigen Grafik zu erkennen, allerdings ging ihnen so die Kontrolle über das Zentrum verloren. Hier zeigen sich wieder die Stärken eines guten Positionsspiels. Beispielsweise kann der Innenverteidiger jederzeit das Spiel verlagern, wenn der Durchbruch nicht gelingt. Leicester City schafft es speziell in der Viererkette den Ball sehr schnell zu bewegen und den Gegner so zu einem schnellen und genauen Verschieben zu zwingen.

Des Weiteren bestehen konstant Verbindungen zwischen den drei Mittelfeldspielern. Ndidi als Fixpunkt im Sechserraum ist stets anspielbar, jedoch unterstützt auch der ballferne Achter durch ein leichtes Schieben in die Mitte, eine schnelle Ballzirkulation mit Spielverlagerungen.

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An diesem Punkt möchte ich noch einmal betonen wie wichtig Spielverlagerungen für ein effektives Spiel in Ballbesitz sind. Durch das ballorientierte Verschieben der verteidigenden Mannschaft ergeben sich stets Lücken auf der ballfernen Seite oder im ballfernen Halbraum. Diese gilt es durch schnelle Kombinationen zu finden. Allerdings benötigt man dafür kurze Passwege zwischen den Spielern und eine passende Verteilung auf dem Feld.

Die Dreiecke am Flügel – Leicesters variable Offensive

Auf Basis der Dreiecke, die im Übergang ins letzte Drittel gebildet werden, attackiert Leicester City letztlich auch den Sechzehner des Gegners. Hierfür gibt es verschiedene Varianten wie die Dreiecke gebildet werden. Zu aller erst ist die Positionierung entscheidend. In der Regel positioniert sich ein Akteur an der Seitenlinie, um maximale Breite zu geben.

Ein weiterer Spieler besetzt den Halbraum, entweder tiefer oder höher als der Spieler an der Seitenlinie. Dies hängt davon ab, wie das Dreieck gebildet wird bzw. welcher Spieler sich diesem noch anschließt. Darüber hinaus hält ein Spieler immer Kontakt zum Zentrum, um die angesprochenen Spielverlagerungen durchführen zu können.

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Klassisches Beispiel von Leicester City gegen Norwich. Wieder bildet sich das Dreieck mit Tielemans als tiefster Punkt, Flügelspieler Gray eingerückt und Außenverteidiger Ricardo an der Linie. Bei den Dreiecken, die die Foxes bilden, gibt es stets einen Fixpunkt. Hier ist es Gray. Dieser Spieler hält zumeist seine Position, während die anderen beiden verschiedene Tiefenläufe durchführen.

In diesem Fall spielt Tielemans Gray an und startet sofort in die Tiefe. Dadurch zieht er den Linksverteidiger von Norwich mit sich. Entsprechend öffnet sich der Raum für einen Steckpass. Wichtig, Tielemans bleibt nicht stehen, nachdem er den Ball von Gray nicht erhielt, sondern bewegt sich im Bogen wieder ins Zentrum. Dies öffnet zum einen den Raum, zum anderen ist er so sofort wieder anspielbar. Des Öfteren kann man bei Leicester City beobachten, wie sich diese Dreiecke dynamisch bewegen und durch die verschiedenen Tiefenläufe mit anschließendem Anbieten Positionswechsel hervorgerufen werden.

Der Vorteil der Tiefenläufe besteht aber auch darin, dass die Aufmerksamkeit des Gegners auf dem ersten Spieler, der in die Tiefe geht, liegt. Folglich, wird selten der Fixpunkt des Dreiecks (hier Gray) sofort gepresst, aus Angst er könne den Ball auf den startenden Spieler durchstecken. Darüber hinaus ergeben sich direkt nach dem ersten Tiefenlauf Lücken, die sofort genutzt werden können. In der obigen Situation verliert Norwich für eine kurze Sekunde die Spannung, da die Gefahr durch den Lauf von Tielemans gebannt ist. Allerdings startet in diesem Moment Ricardo direkt seinen blind side run und erwischt seinen Gegenspieler auf dem falschen Fuß. Das Tempo und das Timing der Läufe passen sehr gut zusammen. Das macht es so schwierig für die verteidigende Mannschaft Leicester Citys Dreieckskombinationen zu stoppen.

Die gute Struktur erlaubt es den Foxes darüber hinaus weitere Spieler in diese ursprünglichen Dreieckskombinationen am Flügel einzubinden. Beispielsweise kann Jamie Vardy den Kopf einer solchen Raute bilden und zeigt dabei stets gutes Spielverständnis und clevere Ablagen.

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In diesem Beispiel werden Maddison, Barnes und Chilwell von Tielemans als tiefem Sechser und Jamie Vardy als hoher Anspielstation unterstützt. Nun nimmt Vardy die Rolle des statischen Spielers des Dreiecks bzw. in diesem Fall des Fünfecks ein. Durch ein Anspiel des Stürmers lässt sich das gefährliche Spiel über den Dritten auf Barnes umsetzen. So könnte Leicester City recht einfach hinter die letzte Linie gelangen.

Schaut man sich die Möglichkeiten an, die ein Pass auf Vardy mit sich bringen, fallen die verschiedenen Wege das Spiel fortzusetzen auf. Ein Zeichen für ein gutes Positionsspiel. Neben dem Durchstecker auf Barnes, ist Leicester City hier auch in der Lage das Zentrum zu attackieren. Bewegt sich Maddison wenige Meter nach vorne, ist Jamie Vardy eventuell auch in der Lage den Ball auf den Achter abzulegen. Allerdings muss man hier sagen, ist das diagonale Fallenlassen von Vardy nicht ideal. Rückt der Verteidiger clever heraus, hat Vardy keine Möglichkeit aufzudrehen und in den Zehnerraum zu spielen. Allerdings ergeben sich sehr viele andere Passwege. Unter anderem ein Anspiel von Maddison, wenn dieser seine tiefere Position hält. Mit Blick zum gegnerischen Tor, kann der junge Engländer dann eine gefährliche Verlagerung auf Ayoze einleiten oder den vorschiebenden Ndidi anspielen.

Die Kombinationen am Flügel und im Halbraum erinnern hierbei häufig an Manchester City. Ähnlich wie Pep Guardiola setzt auch Brendan Rodgers auf den Durchbruch durch den Halbraum und seltener über den Flügel.

In der obigen Szene kann man des Weiteren das sehr gute Positionsspiel des Foxes beobachten. Intelligenterweise zieht Maddison den Raum frei, indem er das Zentrum besetzt. Nun kann Leicester City dynamisch den Halbraum mittels eines diagonalen Dribblings von Chilwell sowie dem Fallenlassen von Vardy nutzen. Gerade die kurzen Dribblings von Chilwell, oder auch Akteuren wie Maddison, erzeugen sehr viel Dynamik und sind in der Regel unangenehm zu verteidigen.

Der Torschuss – viele Möglichkeiten Chancen zu kreieren

Die angesprochenen Kombinationen auf dem Flügel dienen, wie bei Manchester City auch, dem Durchbruch. Gelingt es Leicester hinter die letzte Linie zu kommen, nutzen sie häufiger flache Flanken oder Pässe in den Rückraum, da keine der Akteure besonders kopfballstark ist, allerdings alle sehr intelligente Laufwege in den Strafraum wählen.

Die Daten stammen von fbref

Des Weiteren lauert Jamie Vardy immer wieder auf den langen Ball hinter die Abwehr, um alleine auf den Torwart zugehen zu können. Nicht ohne Grund ist Jamie Vardy mit seinen 11,1 xG der Spieler, der mit dem Abstand höchsten Wert bei Leicester City.

Es bleibt noch anzumerken, dass das Gegenpressing des Teams von Brendan Rodgers, aufgrund des guten Positionsspiels, sehr stark ist. So lassen sich viele Bälle bereits direkt nach einem Ballverlust erobern und die dann ungeordnete Abwehrkette mit schnellen Spielern wie Vardy, Ihenacho oder Ayoze attackieren.

Fazit – Leicester City 2019/20

Bei Leicester City handelt es sich alles in allem um ein sehr gut organisiertes Team. Nicht nur in Ballbesitz, sondern auch gegen den Ball stehen die Foxes stabil. Allerdings begeisterte mich insbesondere ihr sauberes Positionsspiel, das zwar immer noch Verbesserungsmöglichkeiten hat, jedoch bereits sehr stabil ist.

Des Weiteren hat Leicester City, neben einem sehr starken Kader, einen fantastischen Trainer. Brendan Rodgers schaffte es seine Spielidee bei den Foxes umzusetzen und scheut nicht davor zurück seine Grundformation, das 4-1-4-1, zu ändern. Um alle seine talentierten Akteure zu nutzen, setzte der ehemalige Liverpoolcoach bereits auf ein 4-Raute-2 oder wie gegen Newcastle United auf ein 3-5-2. Wir können gespannt sein, wie lange Leicester City mit Manchester City mithalten kann. Fest steht aber, dass die Foxes im Kampf um einen Champions League Platz bereits in bester Position sind.

Du interessierst dich für weitere Teams?

  • Wie wäre es mit Spartak Moskau unter Domenico Tedesco? (Link)
  • Oder RB Salzburg unter Jesse Marsch (Link)

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Interessiert sich für Taktik und Training. Positionsspiel, hohes Pressing und dynamische Positionswechsel. Großer Pep Guardiola Fan. Schreibt außerdem für Miasanrot und Total Football Analysis

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