Die Offensive des HSV – Der Schlüssel zum Traumstart

Der Hamburger SV startete nach der Winterpause mit drei Siegen. Vor heimischer Kulisse besiegte der HSV den 1. FC Nürnberg (4:1) und den Karlsruher SC (2:0). In der bis jetzt einzigen Auswärtspartie des Jahres schlugen die Hamburger den VfL Bochum mit 3:1. Besonders auffällig im Spiel des HSV waren die vielen Positionswechsel, welche im Folgenden genauer analysiert werden.

Hinterseer schafft Platz für einen HSV-Achter

In den ersten drei Partien des Jahres 2020 erzielte Lukas Hinterseer drei Treffer. Zuletzt schnürte er gegen den KSC im heimischen Volksparkstadion einen Doppelpack. Allerdings überzeugt der Stürmer nicht nur mit seinem Namen im Spielbericht. Für die Offensive des HSV sind die Laufwege des Österreichers von großer Bedeutung.

Szene 1

Der Hamburger SV überzeugte in den ersten drei Spielen im neuen Jahr mit den zahlreichen Positionswechseln in der Offensive. Dieter Hecking schickte stets die gleiche Startelf im 433 auf das Feld. Eine zentrale Rolle hierbei spielte Lukas Hinterseer, der immer wieder von seiner Stürmerposition abwich und so Platz im Zentrum schaffte.

In Szene 1 dribbelt Letschert in der eigenen Hälfte an, weshalb Hanno Behrens sich in seine Richtung orientiert und den Innenverteidiger anläuft. Mit seinem Laufweg verhindert Behrens einen Pass auf die linke Seite, sodass sich der Hamburger weiter auf die rechte Seite orientiert.

Lukas Hinterseer erkennt die Situation und löst sich von Mavropanos und bietet sich kurz an, weshalb der Nürnberger den Laufweg zumindest einmal mit ansetzt. Diesen bricht er allerdings ab, da Louis Schaub in das Zentrum in die Tiefe startet und sich im Raum zwischen Innenverteidiger und Sechser anbietet. Johannes Geis orientiert sich in Richtung Hinterseer, wodurch der freie Raum für Schaub noch größer wird. Letschert verpasst in der Situation den Moment des Abspiels. So brachte die Bewegung Hinterseer zwar keinen direkten Vorteil für den HSV, dennoch zeigt es die Variabilität der Hamburger in der Offensive.



Lange Bälle als Variante in der Spieleröffnung

In seinem Spielaufbau beschränkt sich der HSV nicht nur auf das Kurzpassspiel. Einstudierte Laufwege in der Offensive ermöglichen für die Innenverteidiger immer wieder, das Spiel mit einem langen Ball zu eröffnen.

Szene 2

In Szene 2 dribbelt Rick Van Drongelen in der eigenen Hälfte halblinks an. Der VfL Bochum stellt in der Situation alle ballnahen Anspielstationen zu. Erneut kommt Hinterseer ähnlich wie in Szene 1 dargestellt kurz. Dieses Mal bewegt sich der Ballnähe Achter (Jeremy Dudziak) zwischen Decarli und Gamboa in die Tiefe. Rick van Drongelen verpasst den Moment des Anspiels und spielt den Ball zurück auf Letschert.

Dennoch zeigt diese Szene, wie variantenreich der HSV in der Offensive auftritt. Somit haben die Innenverteidiger nicht nur die Möglichkeit das Spiel flach zu eröffnen, auch der lange Ball ist situativ eine Möglichkeit.

Szene 3

In Szene 3 glückt dem HSV die Spieleröffnung über den langen Ball. Dieses Mal dribbelt Letschert an und erneut sind alle ballnahen Anspielstationen zugestellt. Lukas Hinterseer bietet sich kurz an und zieht somit Georg Margreitter aus dem Zentrum der Glubb-Abwehr. In dieses freien Raum startet Jeremy Dudziak und erhält einen langen Ball von Timo Letschert.

So schaffte es der HSV sich mit nur einem gezielten Laufweg und einem langen Ball in den Strafraum des FCN zu spielen. Dort misslang Jeremy Dudziak allerdings die Ballannahme.

Sonny Kittel weicht vom linken Flügel ab

Im 433-System des Hamburger SV ist Sonny Kittel in den bisherigen Spielen diesen Jahres immer auf dem linken Flügel zu finden gewesen. In seiner bisherigen Karriere lief der gebürtige Gießener vor allem im zentralen offensiven Mittelfeld auf.

Diese Position besetzt er beim Tabellenzweiten der 2. Bundesliga situativ auch immer wieder. Von dort aus kann er das Spiel aufbauen und seine Vorderleute gezielt einsetzen.

Szene 4

Szene 4 zeigt eine Spielsituation aus dem ersten HSV-Spiel des Kalenderjahres gegen den 1. FC Nürnberg. In der Situation orientiert sich Hinterseer auf den linken Flügel. Kittel orientiert sich in das Zentrum hinter den vorgerückten Dudziak in den freien Raum hinter der ersten Nürnberger Pressinglinie. So befindet sich Kittel mit dem Ball zwischen den Linien und kann Druck auf die Nürnberger Verteidigung ausüben.

Führt die Offensive den HSV zum Bundesligaaufstieg?

Der HSV überzeugt in diesem Kalenderjahr insbesondere in der Offensive. Das situative Ausweichen von Kittel in das zentrale Offensive Mittelfeld und weitere Positionswechsel machen den HSV und er Offensive nahezu unberechenbar.

Mit Lukas Hinterseer haben die Hamburger einen Stürmer der auf der einen Seite Tore erzielt , auf der anderen Seite aber auch sehr wichtig für das Spiel im letzten Drittel ist. Ständig weicht er von seiner Position ab und ermöglicht so den Achtern ein Vorstoßen in den freiwerdenden Raum. So ist es für die Gegner sehr schwierig gegen den HSV zu verteidigen. Die Offensive des HSV ist definitiv ein Pluspunkt im Rennen um den Aufstieg.

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