The Athletic Skills Model (ASM)

Während meines Auslandssemester in Groningen hatte ich viele Möglichkeiten im Jugendbereich neue Ideen und Eindrücke zu sammel. Zum Abschluss einiger bereits geteilter Eindrücke, möchte ich euch heute das Athletic Skills Modell (ASM) vorstellen. In den nächsten Wochen werde ich noch einen abschließenden Bericht, zu unterschiedlichen Ansätzen im Nachwuchsbereich, mit euch teilen.

Das Athletic Skills Model ist eine Weiterentwicklung des Long-Term Athlete Development (LTAD) aus Kanada. Das LTAD setzt auf eine breite, langfristige Ausbildung um eine gesündere und sportlichere Bevölkerung zu entwickeln. Dieser Ansatz soll Sportler länger aktiv an den Sport binden. Auf Basis dieser Idee hat Rene Wormhoudt in der Akademie von Ajax Amsterdam angefangen Jugendspieler zu trainieren. Das Ziel ist Grundlagentraining, nicht nur Fußball zu üben sondern „a good mover“ ausbilden. Während das LTAD die Personen länger aktiv an den Sport binden möchte, schaut das ASM auch auf die Spitzenleistung. Die Entwickler dieses Modells sind überzeugt das eine breite Ausbildung nicht nur mehr Spaß mitbringt, sie erwarten auch eine bessere Verletzungsprävention und damit auch längeres aktives Sporttreiben, außerdem will man das ASM nutzen um bei den besten Jugendspielern das Potenzial noch einmal zu erhöhen.

Multisport und Donorsport

Das ASM wirbt für ein „early engagement“, d.h. für einen frühen Kontakt mit der Sportart, anstelle einer frühen Spezialisierung. Es gibt natürlich Ausnahmen, Sportarten in denen das Leistungshoch früh erreicht wird, wie z.B. Eiskunstlauf oder Turnen. Doch die Basis vom LTAD und vom ASM ist eine breite Ausbildung. Diese wird garantiert durch das Ausüben von mehr als einer Sportart. Neben diesem frühen Kontakt mit der Zielsportart, in unserem Fall Fußball, sollen pro Jahr drei oder vier Sportarten ausgeübt werden. Diese Anzahl nimmt im Laufe der sportlichen Entwicklung und der Spezialisierung ab. Die Einteilung in Multi- und Donorsportarten hilft die entsprechenden Zielen einer breiten Ausbildung zu erreichen.


Viele der hier vorgestellten Spielformen sind inspiriert von der Arbeit von Spielverlagerung und insbesondere René Maric. Gerade wer sich am Anfang noch schwer tut die richtigen Spielformen zu erstellen, sollte sich das Buch von Maric und Henseling kaufen. In Fußball durch Fußball: Das Trainingshandbuch von Spielverlagerung.de dreht sich alles um das Erstellen einer eigenen Spielphilosophie, trainingswissentschaftlichen Inhalten und insbesondere Spielformen für das perfekte Training.

Ein guter Start, um sich inspirieren zu lassen und sein eigenes Training zu verbessern.


Bei Multisportarten werden die Grundbewegungen benötigt, welche in der Zielsportart wenig bis gar nicht vorkommen. Donorsportarten hingegen haben ähnliche technische und taktische Anforderungen, diese werden anders trainiert, aber haben einen unterstützenden Effekt auf die Zielsportart. Im Fall Fußball wären beliebte Multisportarten; Turnen, Tanzen (z.B. Ballet), Kampfsportarten oder Schwimmen. Eine Donorsportarten wäre Futsal, andere Ballsportarten und Mannschaftssportarten insbesondere für den taktischen Aspekt. Zur Aufteilung der Grundbewegungen und damit auch zu der Aufteilung von Multi- und Donorsportarten sind die Basic Movement Skills wichtig.

Basic Movement Skills

Die Basic Movement Skills (BMS), bilden die Basis der Ausbildung. Nach der Aufteilung dieser Grundbewegungen erfolgt auch die Unterstützung durch Multi- und Donorsportarten. Im ASM werden die BMS wie folgt aufgeteilt:

  • Balancing and Falling
  • Romping and Fighting
  • Moving and Locomotion
  • Jumping and Landing
  • Rolling, Tumbling and Turning
  • Throwing, Catching, Hitting and Aiming
  • Kicking, Shooting and Aiming
  • Climbing and Scrambling
  • Swinging
  • Music in Motion

Für den Fußball sind die Bewegungen der unteren Extremitäten (Kicking, Shooting and Aiming), Orientierung und Bewegung (Moving and Locomotion) wichtig, aber auch Springen und Landen im Kopfballspiel (Jumping and Landing), oder für das Zweikampfverhalten Balance und Kampf (Balancing and Falling + Romping and Fighting). Alle anderen Bewegungen sollten durch Multisportarten ausgeglichen werden. Doch auch für die Grundbewegungen des Fußballs lohnt es sich andere Sportarten auszuüben. Zum Beispiel ist ein Leichtathletiktraining von Vorteil für das Springen und Laufen (Bewegungsökonomie), auch hilft beispielsweise Basketball Räume zu erkennen und seine Orientierung auf dem Feld zu verbessern. Vom „good mover“ zum „all around athlete“ zum „athletic specialist“, das ist das Credo des ASM.

Die einzelnen BMS sind mehrdimensional, und dementsprechend muss man sie auch auf diese Weise trainieren. Es reicht nicht, beim Springen und Landen (Jumping and Landing), Hochspringen auf Gras zu trainieren. Das ist zwar die fußballnächste Bewegung doch ist es hilfreich für das Kind „Springen und Landen“ in seiner Gesamtheit zu verinnerlichen. Das heißt die Kinder müssen vorwärts, rückwärts, seitwärts und in die Höhe springen und das auf den unterschiedlichsten Böden. Im Stand, fallen, liegen oder abrollend zu landen und gekoppelt mit verschiedenen extra Aufgaben. Diese Komplexität finden wir bei allen BMS.

(Technische) Anpassungsfähigkeit, Balance, Untergründe

Das Fußballtraining entwickelt sich immer weiter. Mittlerweile gehen die meisten Trainer weg von festen Laufwegen und Choreografien die ihre Spieler auf dem Platz ausführen sollen. Man möchte den mündigen Spieler ausbilden, der eigenständig und immer wieder neu Entscheidungen treffen kann. Genau diese Anpassungsfähigkeit wird durch die breite Ausbildung des ASM gefördert. Kognitive Anpassungsfähigkeit geht aber über das taktische Elemente hinaus.

Die Technik lässt sich ebenfalls durch immer wieder neue Herausforderungen ideal trainieren. Andere Untergründe, unterschiedlich schwere oder unterschiedlich geformte Bälle trainiert das Laufen und die Balltechnik. Es gibt unzählige Variationen um die Spieler im Laufe des Training vor größer werdenden Aufgaben zu stellen. Auch wenn die Spieler ungerne auf Hart- oder Sandplätzen spielen oder das Training gerne absagen würden wenn es matschig wird, solche Abwechslungen sind neue Reize an das gesamte System von Muskulatur, bis zum Gehirn.

Das ist ein Vorteil gegenüber monotonen Training. Auch ist es hilfreich zu lernen wie man gleitet, auf Eis und Schnee oder wie man sich im Wasser verhält. Das trainiert die Balance und sichert den Sportlern Wohlbefinden in den unterschiedlichen Szenarien. Die Balance ist für alle Sportarten von sehr hoher Bedeutung, doch gerade in Kontaktsportarten steigt diese nochmal an. Wir benötigen Balance bereits beim einfachen Gehen. Mit Ball und Gegenspieler, die nicht vor dem Kontakt zurückschrecken, umso mehr. Durch immer wieder neuartige Herausforderungen fördern wir die Balance.

Coordination Abilities

Die zweite Stufe des ASM, sind die Coordiation Abilities. Diese folgen auf die BMS. Zwei der Sieben Coordination Abilities (CA) habe ich bereits vorweggenommen. Balance und Anpassungsfähigkeit. Diese sind so essentiell, das man sie in den ersten Jahren durch Multi- und Donorsportarten abdecken sollte. Insgesamt sind die CA vergleichbar mit den hier bekannten und in Lehrgängen gelehrten Koordinationsfähigkeiten (A DORFKRUG). Das ASM nennt die CA:

  • Adaptability (Anpassungs, vgl. Umstellung)
  • Balance (Balance, vgl. Gleichgewicht)
  • Coupling Ability (Kopplung)
  • Kinetic Differentiating Ability (Differenzierung)
  • Spatial Orientation Ability (Orientierung)
  • Reaction (Reaktion + Antizipation)
  • Rhythmic (Rhythmus)

Conditions of Movement

Den letzten Baustein des Athletiktrainings bilden die Conditions of Movement (COM). Diese können durch andere Sportarten und die BMS und CA entwickelt werden, doch meist starten mit ihnen auch die Spezialisierung und damit einhergehend auch ein gesondertes Athletiktraining. Das ASM teilt die COM in folgende Kategorien ein:

  • Agility (Agilität)
  • Stability (Stabilität)
  • Flexibility (Beweglichkeit)
  • Power (Schnelligkeit und Kraft)
  • Endurance (Ausdauer)

Mehrwert des ASM

Das ASM teilt die Entwicklung in verschiedene Stufen ein, doch ist es stets ein fließender Übergang. Es entwickelt sich immer mehr von den BMS über die CA hin zu den COM, parallel zur immer weiter fortschreitenden Spezialisierung. Die Coordination Abilities wie auch die Conditions of Movement sind in abgewandelter Form bekannt und werden auch auf den Trainerlehrgängen gelehrt. Was also macht das ASM aus? Was ist das neue, woher soll der Effekt kommen?

Bewegungserfahrung sammeln

Als erstes sind da natürlich die BMS, die Ermutigung an Eltern und Kinder mehr als eine Sportart auszuüben. In letzter Konsequenz bedeutet das, dass Vereine die miteinander kooperieren, Schulen die darauf ausgelegt sind alle BMS abzudecken und nicht nur Fußball und Leichtathletik anbieten. Das lässt sich nicht von einem Tag auf den anderen umsetzen, doch als Verein und als Trainer einer Mannschaft kann man bereits viel bewirken.

Im kleinen Rahmen verändert man insbesondere das Training bis zur U9 und U11, mit Fokus auf eine breite Entwicklung. Das Aufwärmprogramm, die Räumlichkeiten und Materialien nutzen um ein möglichst kreatives und weitreichendes Training anzubieten. Das Ziel ist, das die Kinder bis zur U9 alle BMS Skills kennengelernt haben, und auch mehr als nur eine Variante von diesen. In der U11 verändert sich dann der Fokus von den Basic Movement Skills zu den Basic Sport Skills. Im sogenannten „goldenen Lernalter“ schauen wir auf die in unserer Sportart relevanten Bewegungsformen und trainieren diese in jeder Form und Variante. Ab der U13 bis zu den Senioren kann ein vielfältiges und buntes BMS-Training weiterhin zur Verletzungsprävention genutzt werden und Ausbildung eines „good mover“.

Lehrmethoden

Der nächste wichtige Punkt ist wie gelehrt wird. Sowohl die Didaktik (Was) als auch die Methodik (Wie). Das Wie ist besonders spannend. Viele Punkte davon hat man bereits gehört, bzw. Kommen einem bekannt vor, doch im ASM wird es in verschiedenen Formen vorgestellt. Auch die Ermutigung sich als Trainer damit zu beschäftigen, in welchem Alter Kinder wie lernen, halte ich für wichtig. . Ich werde hier natürlich nicht alles erwähnen doch versuchen einen kleinen Überblick zu geben.

Die Basis bildet das implizite Lernen. Insbesondere für Kinder bis acht Jahre ist implizites Lernen hilfreich. In einem Konzept welches ich in den Niederlanden kennenlernen durfte (SmartMovingKids) basiert das implizite Lernen auf vier Säulen. Bedienen der Spiegelzellen durch Imitation der Bewegungen, differenziertes Lernen, Ermutigung sich anzustrengen und Feedback mit externem Fokus.

Das heißt, die Kinder eine Bewegung nachahmen lassen (am besten vorgeführt durch ein Kind), ausprobieren lassen was für sie die beste Ausführung ist, und dabei immer nur das Ziel verfolgen, z.B. den Ball in das linke Eck zu schießen. Nicht versuchen die eine richtige Ausführung zu perfektionieren sondern immer wieder seine, individuelle Ausführung in unterschiedlichen Situationen zu üben mit Fokus auf das Endprodukt. Wiederholungen zu sammeln ohne die eine, spezifische Bewegung zu wiederholen. Den Fokus auf diese Wiederholungen und die ballnahe Übungszeit zu legen und nicht auf die reine Trainingszeit. Auch mit den anderen Varianten des differenzierten Lernen sollte man sich beschäftigen, Fehlerloses Lernen, Analoges Lernen etc.

Didaktik

Das Was wir trainieren, die Übungsauswahl verhält sich entsprechend dem Wie. Das heißt man lässt viel spielen, ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Es gibt dennoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Altersstufen. Als Trainer muss man sich immer wieder die Besonderheiten einer Mannschaft bewusst machen. Gerade wenn die Spezialisierung starten und ein gesondertes Krafttraining genutzt wird, muss man auf eine richtige bzw. Nicht gesundheitsgefährdende Ausführung achten, doch merken das die Kinder und Jugendliche selber.

Wo fühlt es sich bequem an, welchen Muskel steuern wir an? Gehen sie einen zu bequemen Weg, sind wir als Trainer da um sie wieder zurück zur Übung zu führen. Krafttraining kann man hervorragend nutzen um den Kindern und Jugendlichen zu zeigen was welche Muskeln bewirken und wie sie diese nutzen können. Auch muss man sich bewusst sein, und den Kindern bewusst machen, das Athletik mehr ist als Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Diese Fähigkeiten sind auch wichtig doch werden sie häufig mittrainiert. Gerade bis zur U11, U13 muss man Kraft und Ausdauer nicht gesondert trainieren. Durch das ASM bekommt die Koordination die Prominenz die sie verdient.

Athletiktraining und Individualisierung

Athletiktraining in einer Mannschaftssportart hat eine besondere Stellung. Es geht in nahezu allen Trainingseinheiten um die gesamte Mannschaft, man möchte zwar jeden individuell verbessern doch findet das immer im Mannschaftskontext statt. Athletiktraining ist eine willkommene Gelegenheit die Spieler auf sich selber zu fokussieren, das eigene Körpergefühl zu stärken und sich seiner eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu machen. Die Individualisierung von Einheiten und Aufgaben ist die zentrale Aufgabe von Trainern. Heutzutage entscheiden sich die Dinge nicht mehr durch Technik, Kraft oder Ausdauer die entscheidende Qualität sammelt man im kognitiven Bereich. Das umfasst u.a. die Nervenbahnen, die inter- und intramuskuläre Koordination, Reaktion und die Verarbeitung von allen Einflüssen denen man gegenübersteht. Darauf sollte der Fokus im Athletiktraining liegen und dafür benötigt es gesonderte Einheiten, ebenso wie eine Individualisierung.

Der letzte wichtige Punkt des ASM ist das biologische Alter und die sensitiven Perioden. Vielen ist es zu aufwändig, das biologische Alter korrekt zu bestimmen. Als Profiverein, und in meiner Meinung auch als Halbprofiverein, sollte dies aber immer die Basis des Handels sein. Dabei kommt es auch nicht darauf an ob man den impliziten Weg der breiten Ausbildung des ASM geht oder sich für eine frühe Spezialisierung im Jugendbereich entschieden hat. Das ASM stellt eine vergleichsweise einfache Art und Weise vor wie man das biologische Alter bestimmen kann. Regelmäßiges, einmal jährlich bzw. Während der Pubertät alle drei Monate, testen der Standhöhe, Sitzhöhe und Spannweite. Aus dieser Kurve kann man die entscheidenden Punkten der Entwicklung eines Kindes/Jugendlichen ablesen. Kennt man das richtige Alter kann man durch die sensitiven Perioden dem Kind das Training anbieten, welches ihm am meisten entgegen kommt.

Praxisbeispiele

Im Grundlagenbereich bis E-Jugend, bzw U9, geht es darum das die Kinder alle BMS kennenlernen und eine breite Bewegunserfahrung erhalten. Das erreicht man am besten durch Multi- und Donorsportarten. Ein Mehrspartenverein erleichtert die Arbeit, man benötigt „nur“ eine Kooperation zwischen den Sparten. Bei Vereinen mit nur einer Sportart ist eine Kooperation zwischen Vereinen notwendig. Die Kooperation könnte beinhalten das Spieler eines bestimmten Jahrganges, freiwillig, einmal die Woche bei einem anderen Verein bzw. Sparte teilnehmen können. Im Gegenzug dürfen die Vereine aus einer anderen Sportart einmal die Woche beim Fußball dazukommen.

Je nach Ausprägung und Größe bedarf es dabei vielleicht einer extra Trainingseinheit für die Quereinsteiger. Das ist natürlich ein Mehraufand, doch alle Kinder würden profitieren. Die sechs Jahre von der G- bis zur E-Jugend können die Kinder für mehreren Sportarten nutzen. Hier bieten sich vor allem Multisportarten an. Entweder man wechselt das Angebot für die Kinder von Jahrgang zu Jahrgang oder von Jugend zu Jugend. Das könnte zum Beispiel so aussehen: Der junge G-Jugend Jahrgang kann, freiwillig (!), einmal die Woche zum Kinderturnen, der ältere Jahrgang zum Tanzen. Der junge Jahrgang F-Jugend hat die Möglichkeit einmal wöchentlich zum Schwimmen zu gehen, der ältere Jahrgang zur Leichtathletik. In der E-Jugend, bietet man eine Kampfsportart wie Judo an und Parcour. Das sind alles Beispiele für Multisportarten, doch diese lassen sich frei nach den Möglichkeiten vor Ort verändern.

Grundlagenbereich

Auch das eigene Training kann sich anpassen. Im Aufwärmen bewusst Spiele zu verwenden die kleine Bewegungsherausforderungen beinhalten wie z.B. die Movement Preparations, Brücken, Kerzen, Rollen in allen Formen und Varianten. Auch kleinere Agilitätsparcours sind sehr willkommen. Es geht darum die Kinder immer wieder zu neuen Erfahrungen zu verhelfen und abwechslungsreich zu trainieren. Hier sollte man vor allem auf die sensitiven Perioden achten und versuchen diese im eigenen Training abzudecken. Das bedeutet nicht das man die Arbeit mit dem Ball vernachlässigt. Viele Bewegungsaufgaben lassen sich mit dem Ball kombinieren. Und die restliche Zeit lässt sich fokussierter nutzen, d.h. Kleinfeldspiele, Übungen in denen jeder einen Ball am Fuß hat, 1v1, 2v2, 1 Ball auf maximal 4 Kinder. Beides ist extrem wichtig und man sollte versuchen das zu kombinieren.

In der D-Jugend bzw. U13, geht es darum die Grundlagentechnik der Sportart zu verfeinern und die Grundlagen von Raumgefühl und Taktik zu entdecken. Das lässt sich mithilfe von Donorsportarten wie Eishockey, Handball, Basketball, Futsal, Feldhockey trainieren. Alles Sportarten die im Mannschaftsverbund gespielt werden und in denen man ein Gefühl für Räume lernt sind geeignet. Im Idealfall hat man eine Kooperation mit zwei, drei von solchen Sportarten so das sich die Kinder eine davon aussuchen können. Im eigenen Training sollte man den Fokus auf die Grundposition, den Antritt, aerobe Ausdauer, die Bewegungsökonmie, Beweglichkeit und die Reaktion legen. Darüber hinaus gibt es noch weitere wichtige sensitiven Periode. Im Leistungsbereich sollte man sich auch Gedanken machen, ob man nicht ein oder zwei gesonderte Athletikeinheiten die Woche nutzt.

Spezialisierung

Ab der C-Jugend (U15) beginnt dann die Spezialisierung. Statt vieler extra Sportarten, sollte man sich auf eine Zweitsportart konzentrieren, evt. eine Wintersportart um beide Saisons (Sommer wie Winter) abzudecken. In diesem Alter kann ein Krafttraining mit Gewichten starten. Wichtig ist natürlich ein langsames und sicheres Heranführen an ein solches Training. Besonderer Fokus liegt auf der Orientierungsfähigkeit, der Haltung, Kraft, anaerobe Ausdauer und der Beweglichkeit bei den Sensitiven Perioden.

Mit zunehmenden Alter bewegt es sich stetig weiter zu einer Trainingsperiodisierung der Senioren und ein geringerer Fokus auf Zweit- und Extrasportarten. Doch das hängt vom Leistungsniveau ab. Im Athletiktraining kann ein regelmäßiges Kraftprogramm eingeführt werden, kombiniert mit den Grundprinzipien und Sicherheitsregeln von diesem. Auch Agilität, Stabilität, anaerobe Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit, Anpassungsfähigkeit und Rhythmus sind wichtige Elemente. Man muss sich als Trainer bewusst sein das ein Athletiktraining sehr sinnvoll und hilfreich sein kann, doch das hängt sehr vom Design dieses Training ab. Hierbei muss man Vorsicht walten lassen oder einen Experten zu Rate ziehen.

Jeder Trainer und jeder Verein kann Kleinigkeiten davon mit in sein Programm aufnehmen. Sei es im Warm-Up, oder in einer kleinen extra Einheit. Im Idealfall kombiniert mit Multi- und Donorsportarten, doch ist es ein guter Schritt sich den sensitiven Perioden, dem Lernverhalten in  den Altersklassen bewusst zu sein. Kombiniert mit einem vielfältigen und abwechslungsreichen Training der BMS ist allen Kindern und Jugendlichen geholfen.

Kritik und Begründung

Ich persönlich bin ein großer Fan vom ASM. Ich finde die Herangehensweise und die Logik dahinter überzeugend, zusätzlich deckt sie sich mit meiner Solzialisation. Allen die sich näher damit beschäftigen wollen, kann ich nur empfehlen das Buch zu lesen. Doch eines muss man sich bewusst sein, die Sportwissenschaft hat bereits viele Mythen gefunden und richtig gestellt, wir wissen heutzutage sehr viel über unseren Körper, wie er auf welche Reize reagiert und wie man Topleistung erbringt. Um mit Sicherheit sagen zu können das, ein Konzept einer breiten Ausbildung besser ist als ein Konzept der frühstmöglichen Spezialisierung lässt sich nicht zu 100% sagen. Dafür müsste man mindestens zwei größere Gruppen über zehn, eher 20 Jahre  auf diese Weisen trainieren lassen, dies protokollieren um am Ende eine Tendenz zu bestimmen. Das ist jedoch nicht möglich.

Man kann deswegen nicht sicher sagen wie sich diese beiden Ansätze zueinander verhalten. Doch die Begründungen des ASM sind dennoch erfolgsversprechend. Das wichtigste sind retrospektive Beobachtungsstudien, d.h. wir schauen uns am Ende einer Spitzenkarriere an wie viele Sportarten Olympioniken oder Champions League Sieger in ihrer Kindheit betrieben haben. Mit diesem Wissen versuchen wir Rückschlüsse zu ziehen. Auch wird mit dem Wissen gearbeitet welches wir über unser Nervensystem, Gehirn und Muskelapparat haben. Wie lernen wir in welchem Alter? Wann reagieren wir auf welches Training am besten? Verbindet man diese zwei Systeme, hat man eine überzeugende Begründung für das ASM.

Quellen:

  • Buch: Athletic Skills Model
  • Buch: Long-Term Athlete Development

Buchempfehlungen

Kategorie Training, Trainingstheorie

Interessiere mich für Jugendentwicklung, Athletik und Taktik. Dominantes Spiel heißt mit und ohne Ball das Tempo zu bestimmen. Sport und Fußball spielt man mit dem ganzen Körper.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.