Training mit Abstandsregelung – Handlungsschnelligkeit

Da die meisten von uns sich auf das Training mit Sicherheitsabstand in Kleingruppen vorbereiten, stellen wir in unserer Serie praktikable Übungen dazu vor. Ich habe mir überlegt eine Übung zur Handlungsschnelligkeit und Vororientierung zu präsentieren und dazu einige Variationen zu zeigen. Diese Trainingsform kann man mit 3-5 Spielern ausführen.

Die anderen Beiträge unserer Serie zum Training mit Abstandsregelung findest du hier

Die Handlungsschnelligkeit ist für Fußballspieler eine essenzielle Fähigkeit, die es als Trainer zu berücksichtigen gilt. In solchen Übungen soll es darum gehen seine Spiele in möglichst viele Situationen zu bringen wo sie schnell Entscheidungen treffen und die jeweiligen Handlungen ausführen sollen. In der folgenden Übung werden genau diese Situationen im Kontext der Vororientierung erzeugt.

Benötigt werden 18 Kappen in verschiedenen Farben, 4 Minitore, möglichst viele Bälle und die zuvor erwähnten 3-5 Spieler. Dazu ist noch zu sagen, dass im Fall von 4 oder 5 teilnehmenden Spielern die Standzeiten relativ hoch sind. Aber für diesen Fall gibt es am Ende noch eine Möglichkeit um dem zu entgehen.

Die Übung in ihrem Grundaufbau ist an dem, besonders aus dem Trainingszentrum von Borussia Dortmund bekannten, Footbonaut orientiert. Die Feldgröße (respektive Torentfernung) kann je nach Leistungsstufe variiert werden. Ich schlage im Aufbaubereich ein Feld von 10x10m vor und im Leistungsbereich ein 14x14m Feld wie im originalen Footbonaut. Der Ablauf ist denkbar einfach. Die Spieler außen passen abwechselnd die Bälle zu dem Spieler in der Mitte und geben ein auditives Signal mit. Am Anfang kann das nur die Farbe des Zieltores sein auf welches der Spieler in der Mitte dann einen Zielstoß ausführen soll, später kann man hier kreativ werden und die Toren mit Nummern, Vereinen, Fußballspielern etc. benennen um den kognitiven Prozess zu erschweren. Eine weitre Variante wäre es wieder Farben zu nennen, diese aber zu vertauschen (bspw. Grün ist Rot, Blau ist Gelb…).

Dazu bietet die Übung zum einen den technischen Aspekt des Passes und zum anderen die des 1. Kontaktes. Diese „extra Schwerpunkte“ lassen sich auch durch gewisse Vorgaben verstärken. Beispiele wären hier: Den Pass auf das Tor immer mit dem schwachen Fuß, die Bälle von außen besonders scharf reinspielen oder die Bälle von außen hoch bzw. halbhoch zu spielen.

Im Fall, dass es die Spieler nicht direkt selbst machen, ist es sicherlich auch förderlich in der Mitte Kontaktbegrenzung von 2-3 Kontakten bis zum Zielstoß vorzugeben.

Bei dieser Variation werden, wie im Bild gezeigt, die gleichen Farben wie an den Toren im Feld verteilt. Das Signal beim Pass von außen verändert sich nun dahingehend, dass nun immer 2 Farben gerufen werden. Die erste Farbe soll im Feld umdribbelt werden und die zweite besagt wieder das Tor auf das der Zielstoß stattfinden soll. So wird zum einen die generelle Komplexität erhöht, aber auch werden zwei Bezugspunkte in die Übung gebracht: Einen nahen durch die verteilten Kappen und einen entfernten durch das Zieltor. Dies versucht wieder eine Spielsituation zu simulieren. Und zwar geht es um solche Momente, wo ein Spieler nach einer nahen Aktion (bspw. ein erfolgreiches 1gg1), eine entfernte Aktion erkennen muss (bspw. der anschließende Pass).

Zuletzt noch der versprochene Lösungsansatz zu den vielen Standzeiten: Aus der Übungsform wird eine Wettkampfform. Der Spieler in der Mitte sammelt immer individuelle Punkte. Jede Phase in der Mitte erhält so viele Pässe wie Spieler außen stehen (Spielerzahl 5=Spieler in der Mitte erhält 4 Pässe). Nach allen Pässen von außen oder wenn der Spieler in der Mitte das Tor nicht trifft, wird der Reihenfolge nach durchgewechselt. Man kann also pro Periode in der Mitte so viele Punkte erreichen, wie Spieler außen stehen. Wenn man den ersten Versuch aber direkt nicht trifft, kann man auch mit 0 Punkten rausgehen. Auch hier kann man wieder alle möglichen Variationen vorgeben um die Übung zu erschweren. Dabei muss aber immer Rücksicht auf die Möglichkeiten der Spieler genommen werden um sie nicht zu sehr zu überfordern, obwohl leichtes überfordern nie schadet.

1 Kommentare

  1. Pingback: E2-Jugend Training (Jahrgang 2010) – ??.??.???? (Training mit Abstand) | Fußball - auf und neben dem Platz

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