Prinzipien im Jugendfußball

Auch nach der Corona-Pause in der Bundesliga unterliegt der Leistungsfußball zahlreichen Prinzipien. Trainer setzen immer stärker darauf, ihren Spielern Handlungsanweisungen mit auf den Weg zu geben, die unabhängig von Spielstand oder Gegner gelten. Den Begriff der Prinzipien hat besonders Julian Nagelsmann in die Fußballsprache integriert. Nachdem ich in dieser Saison Leipzig sehr oft sowohl im Stadion als auch auf dem Trainingsplatz beobachtet habe, kam mir die Idee, den Grundgedanken der Prinzipien auch in meinem Team zu nutzen. Ich möchte einen festen Rahmen für die Spieler schaffen, in dem sie sich dank immer geltender Verhaltensweisen einfacher bewegen können.

Nach Beendigung der laufenden Saison (wie auch immer dieses Ende aussieht) geht es für viele Jugendspieler aus der D- in die C-Jugend. Auch mein Team wird sich umstellen müssen, was Feldgröße und Spieleranzahl angeht. Der Sprung in Sachsen-Anhalt ist für die Kinder dabei noch größer, geht es doch nahtlos vom Klein- aufs Großfeld. Auch die Spieleranzahl steigt rapide – aus 7 werden 10 Feldspieler. Körperlich sind die Spieler in der Regel dieser neuen Größenordnung (noch) nicht gewachsen. Mit den Prinzipien sollen die Kinder bei der Umgewöhnung unterstützt werden. Obergeordnetes Ziel ist es, die Kinder fußballerisch, d.h. technisch, taktisch und koordinativ besser zu machen, um so die physischen Defizite auszugleichen.

Für den Anfang habe ich mir drei Prinzipien gesucht, die sich inhaltlich an Nagelsmann orientieren. Wie diese Prinzipien genau aussehen, wie sie trainiert werden können und ob der Grundgedanke selbst sinnvoll (also umsetzbar) ist, möchte ich in diesem Text erläutern.

1. PRINZIP – 2-KONTAKT-SPIEL

Das Prinzip des 2-Kontakt-Spiels ist (ebenso wie die beiden folgenden) eines der bekanntesten Nagelsmanns. Kurz gesagt sollen die Spieler bevorzugt mit 2 Kontakten spielen, um erst die Kontrolle über den Ball zu erlangen (Ballan- und mitnahme) und dann die Aktion selbst ausführen (in der Regel Pass zum Mitspieler). Nagelsmann sagte dazu einmal: „Ich bringe von zehn Angriffen lieber acht zum Abschluss, auch wenn es einen Tick länger dauert, als nur zwei zum Abschluss zu bringen und es geht rasend schnell.“

Besonders im Nachwuchsfußball sollte großer Wert daraufgelegt werden, die Kinder individuell zu verbessern. Ein Verteidiger, der in der D-Jugend jeden Ball mit dem ersten Kontakt wegschießt, wird wahrscheinlich nie ein Tor verschulden, sich aber fußballerisch auch nicht verbessern. Hier sollte das Ergebnis in jedem Fall in den Hintergrund rücken.

Mit dem Prinzip des 2-Kontakt-Spiels sollen die Spieler ballsicherer gemacht werden. Bestenfalls entwickeln sie unbewusst mehr Ruhe am Ball und trauen sich auch unter Druck, den Ball erst zu kontrollieren und dann weiterzuspielen. Somit werden zwangsläufig auch Übersicht und Vororientierung des Kindes geschult, da es den Ball anfangs wahrscheinlich verlieren wird, wenn die Suche nach der richtigen Anspielstation zu lange dauert.

Auch die Mitspieler werden „gezwungen“ bessere (kurze) Anspielstationen zu schaffen, um den Ballführenden zu unterstützen. Da die Kinder in diesem Alter wahrscheinlich die nötige Zeit haben werden, um den Ball anzunehmen und weiterzuspielen, erhoffe ich mir neben der bereits erwähnten Ballsicherheit auch, dass hauptsächlich kurze Pässe gespielt werden. Die Zeiten, in denen die Kinder den Ball aus Unsicherheit (oder auf Drängen des Trainers) sofort lang wegschießen, wären damit vorbei.

Training

1) Isoliertes Techniktraining First Touch (ja ich weiß isoliert…)

Ein Bild, das Uhr, Zeichnung enthält.

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Ablauf: Spieler im Hütchenpyramide, mit erstem Kontakt raus aus der Pyramide, mit zweitem Pass zum Mitspieler/Trainer

CP: Beide Füße nutzen, Vororientierung (Wo muss ich raus/Wo hin geht der Pass)

2) Klassisches Rondo 4 vs 1

Ablauf: 4 vs. 1 Rondo auf Ballhalten, Defensivspieler wechselt bei Ballkontakt

CP: Positionierung der Offensivspieler (Dreiecksbildung), Pass in den richtigen Fuß (da 2 Kontakte), Vororientierung (Wie läuft der Defensivspieler an, welcher Pass ist möglich)

2. PRINZIP – ÜBERZAHL SCHAFFEN

Wie bereits erwähnt, darf es im Nachwuchsfußball niemals um Ergebnis gehen. Die Kinder sollen in erster Linie zu den bestmöglichen Fußballern ausgebildet werden. Ein wichtiger Punkt hierbei ist meiner Meinung nach die Erkenntnis, dass der kurze Passe immer sicherer ist als der lange. Dies gilt besonders im Spielaufbau. Um den Ball sicher ins Mittelfeld zu bringen, sind kurze, schnelle Pässe das beste Mittel. Dafür braucht es immer mindestens eine (sichere) Anspielstation, sodass Überzahlen geschaffen werden sollten.

Mit diesem Prinzip sollen die Kinder darauf sensibilisiert werden, dass es unbedingt Überzahl in Ballnähe braucht, um Angriffe vorzubereiten, einzuleiten und schlussendlich abzuschließen. Bezieht man sich auf den Spielaufbau ist hier wichtig, dass die Kinder diesen Gedanken selbst verinnerlichen und nicht vom Trainer gesagt bekommen. Natürlich könnte mit taktischen Mitteln wie dem abkippenden Sechser oder diversen Positionierungen des Außenverteidigers (einrückend, asymmetrisch für Dreierkette) gearbeitet werden, der Mehrwert für die Kinder wäre ungleich geringer. Denn solche Mittel sind immer situationsabhängig. Nicht immer muss der Sechser abkippen oder der Außenverteidiger einrücken. Das Prinzip selbst gibt den Kindern hierfür eine klare Handlungsanweisung. Später können diese Mittel genutzt werden. Bestenfalls erkennen die Kinder dann schon selbst, wie, wo und wann Überzahlen kreiert werden können.

Auch hier gilt: Am Anfang werden die Kinder aufgrund der Feldgröße und der erhöhten Spieleranzahl Probleme haben dieses Prinzip umzusetzen. Mit Geduld und weiteren Trainingseinheiten können hier meiner Meinung nach Lösungen gefunden werden. Im Idealfall verstehen die Kinder den Grundgedanken selbst, der Trainer gibt dann nur noch Variationen vor, die auf den Stärken der Kinder aufbauen (spielstarke Außenverteidiger stärker in den Spielaufbau einbinden, Sechser fällt zwischen die Innenverteidiger, …).

Mit dem Prinzip der Überzahl wären meiner Meinung nach zwei grundlegende Probleme des Nachwuchsfußballs behoben: Die Kinder lernen erstens selbst, wie sie sich auf dem Feld bewegen müssen, um den Ball zu bekommen und in Folge dessen wird die Spielanlage eher auf kurzen Pässen aufbauen. In Kombination mit dem ersten Prinzip wäre der Mehrwert für Kinder (besonders in den unteren Ligen) enorm.

Training

Im Training soll den Kindern kein taktischer Hintergrund vermittelt werden. Passübungen, in denen der Sechser sich ohne jeden Bezug zum Gegner fallenlässt und daraufhin der Achter reagiert, machen hier nicht nur wenig Sinn, sondern den Kindern auch keinen Spaß. Der Spaß im Training ist besonders in diesem Alter und bei dieser Umstellung wichtig, um die Kinder trotz eventueller Rückschläge im Spiel zu ermutigen, weiter an sich und an der Mannschaft zu arbeiten.

Mit den Übungen soll bei den Spielern ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie wichtig Überzahlbildung im Fußball ist und wie sehr sie das (Aufbau)Spiel mit Ball, aber auch die Arbeit gegen den Ball erleichtern.

1. 4 vs 4 + 3

Diese Übung habe ich bereits in meinem Artikel zu den falschen Außenverteidigern genutzt. Meiner Meinung nach ist sie besonders im Jugendfußball elementar. Mit einer Spielform werden zahlreiche Grundlagen trainiert. Dazu gehört (offensichtlich) das Über- bzw. Unterzahlspiel, aber auch die Positionierung im Allgemein, die Dreickesbildung im Speziellen, die richtige Körperposition, um den Ball schnellstmöglich weiterzuspielen (offensiv) oder einen möglichst großen Deckungsschatten zu erzeugen (defensiv) und viele mehr.

Den Link zur Übung findet ihr hier

2. 4 vs 4 (Moritz Kossmann)

Für diese Übung möchte ich mich komplett auf Moritz Kossmann beziehen. Zum einen, um seine genialen Trainingsideen insgesamt weiterzuempfehlen. Zum anderen, weil ich die Übung in diesem Kontext sehr angebracht finde. Auch wenn man Übungen nie blind kopieren sollte und ich damit niemanden dazu animieren möchte.

Den Link zur Übung findet ihr hier

Kurzer Ausblick: Wie bereits erwähnt, kann es eine Option sein, den Kindern taktische Mittel theoretisch und praktisch zu vermitteln, sofern sie den Grundgedanken der Überzahlbildung verinnerlicht haben. Hier denke ich besonders an eine dynamische Dreierkette im Spielaufbau, die mit Videomaterial aus dem Profilfußball einfach vermittelt werden kann. So könnte der Sechser abkippen (Vgl. Fernandinho bei ManCity) oder einer der Außenverteidiger tief bleiben (Vgl. Walker bei ManCity). Auch das Abkippen des zentralen Mittelfeldspielers ist eine Option. Sehr gute Beispiele wären Kroos bei Real Madrid oder Frenkie de Jong in seiner Zeit bei Ajax Amsterdam. Beide kippten immer wieder hinter den linken Außenverteidiger ab, während dieser sehr hoch schob.

3. PRINZIP – MINIMALE BREITE

Im Amateurfußball sieht man Außenverteidiger und/oder Flügelspieler unabhängig vom Spielverlauf und der Position des Balles häufig stur an der Seitenauslinie kleben. Damit soll „das Spiel breit gemacht“ werden. Diese Interpretation des Breitegebens ist einerseits wenig sinnvoll, andererseits bereitet es der eigenen Mannschaft oft sehr viel mehr Nach- als Vorteile.

Da meine Mannschaft aktuell ebenfalls auf niedrigem Niveau spielt und die oben genannten Verhaltensweisen quasi von den Herrenmannschaften des Vereins vorgelebt kriegt, befürchte ich, dass die Spieler ebenso agieren könnten, sobald es auf das Großfeld geht.

Aus diesem Grund möchte ich das Prinzip der minimalen Breite einführen. Nagelsmann nutzt dieses Prinzip in besonderem Maße, eigentlich sollte es aber der Standard in fast jeder Mannschaft sein.

Inhaltlich besagt das Prinzip, dass die Außenspieler so weit außen postiert sind wie nötig und so weit innen wie möglich. Als Referenzpunkt dient hier der direkte Gegenspieler. Generell muss der Spieler weiter außen stehen, als der gegnerische Abwehrspieler um Breite zu erzeugen, aber nur so breit wie eben nötig, um den Ball trotzdem noch erhalten zu können und einen kurzen Weg Richtung Tor zu haben. Der Abstand ist bestenfalls so gewählt, dass der Gegenspieler keinen direkten Körperkontakt aufnehmen kann. (Quelle: Der Schlüssel zum Spiel: Wie moderner Fußball funktioniert, Tobias Escher)

In der nachstehenden Grafik habe ich dargestellt, wie das „Breitegeben“ gewohnter Weise im Amateurfußball aussieht und wie es mit dem Prinzip der minimalen Breite aussehen sollte. Ein weiterer Nachteil der Verhaltensweise im Amateurfußball ist, dass der ballferne Flügelspieler bzw. Außenverteidiger oft den Anschluss verliert. Alle anderen Mitspieler rücken weit auf eine Seite, um Überzahl zu generieren, der Passweg für eine Spielverlagerung ist dann deutlich zu lang.

Ein Bild, das grün, farbig, Menge, Tisch enthält.

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So sieht es gewohnter Weise in den meisten (einschließlich meinem) Amateurverein aus

Immernoch nicht perfekt, aber meiner Meinung nach deutlich passender würde die Stellung aussehen, sobald das ballferne Flügelpärchen nach dem Prinzip der minimalen Breite agiert. Eine Verlagerung auf den ballfernen wäre problemlos möglich, dieser könnte dynamisch nach vorn gehen.

Ein Bild, das Gras, grün, drinnen, farbig enthält.

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Arbeitet man mit dem Prinzip der minimalen Breite wird die Struktur zumindest besser (aber immernoch nicht perfekt)

Auch hier bringt das Prinzip der minimalen Breite einen Vorteil: Die Mannschaft bleibt kompakt und der ballferne Spieler behält den Anschluss zum Spiel. Aufbauend darauf sollte der Flügel meiner Meinung nach nur einfach besetzt sein. Damit stelle ich zum einen den Anschluss zum zweiten Prinzip (Überzahlbildung) her, da der Flügelspieler oder der Außenverteidiger einrückt. Zum anderen steigt die Chance, dass der Spieler auf dem ballfernen Flügel nach der Verlagerung ins Dribbling gehen kann (ein weiterer wichtiger Ausbildungspunkt im Nachwuchsfußball).

Training

1. 3-Zonen-Rondo

Im Grunde beschreibt der Name die Übung schon sehr gut. Es werden drei Felder aufgebaut, in denen Rondo gespielt wird. Dabei muss jedes Feld besetzt sein. Ziel ist es, Verlagerungen auf die ballferne Seite zu spielen. Dieses Ziel finde ich auch für das Prinzip der minimalen Breite sehr passend, da durch die bessere Anbindung des ballfernen Flügelpärchen eben dieses in bessere Positionen für Verlagerungen gebracht werden soll.

Den Link zur Übung findet ihr hier

2. 11 vs 11 in 3 Zonen

Da ich Fan davon, möglichst oft in großen Spielformen trainieren zu lassen und dort dann mit Einschränken zu arbeiten, würde ich diesen Ansatz auch hier wählen. Die Einschränkungen sind sehr gering, da grundlegende Dinge vermittelt werden sollen und das generelle Leistungsniveau eher niedrig ist. Es soll lediglich vermittelt werden, dass jeder Spieler auch im eigenen Ballbesitz ein Stück weit zum Ball verschieben muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Referenzpunkt des ballfernen Flügelpärchens ist der direkte Gegenspieler um die minimale Breite einzuhalten.

Ein Bild, das verschieden, farbig, Mann, weiß enthält.

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So könnte eine typische Szene in dieser Spielform aussehen (in Anlehnung an die beiden obenstehenden Grafiken)

Ablauf: freies Spiel 11 vs 11 (bzw mit abnehmender Feldlänge 9 vs 9, 7 vs 7), nur zwei Zonen gleichzeitig besetzen im Ballbesitz

CP: Verlagerung ermöglichen, aber Anschluss halten, Bezugspunkt: Gegenspieler, bei Verlagerung offene Stellung, ins Dribbling gehen, Raum nutzen mit Tempo

DISKUSSION

Im Rahmen meiner Vorbereitung auf diesen Text habe ich mir sehr oft die Frage gestellt, ob und wenn ja, in welchem Rahmen Prinzipien dieser Art im Jugendfußball (auf niedrigem Niveau) vermittelbar sind. Da meine Mannschaft hauptsächlich aus Schulfreunden besteht, die mal mehr mal weniger engagiert trainieren bzw. spielen, kamen mir die ersten Zweifel. Kinder sind von Natur aus neugierig, möchten neue Dinge lernen und schnellstmöglich umsetzen – diese Eigenschaft muss man sich in jedem Fall zu Nutze machen.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, die Prinzipien für sich selbst klar zu definieren, um um diesen Gedanken Trainingsformen entwickeln zu können. Den Kindern sollte man diese Gedanken aber nicht explizit vermitteln. Anders als es bei Julian Nagelsmann hat man es Jugendamateurbereich eben nicht mit Profis zu tun, die es als ihren Job verstehen, bestmöglich Fußball zu spielen. Viel mehr sollte man das Training so konzipieren, dass die Kinder die Prinzipien unterbewusst lernen und daraufhin verinnerlichen.

Förderlich ist es, die Kinder in diesen Lernprozess einzubeziehen. Mit den Prinzipien erhalten die Spieler ein Grundgerüst, auf dessen Basis sie sich fußballerisch entwickeln sollen, das ihnen aber gleichzeitig beim Erlernen der Kernelemente des Spiels helfen soll. Deshalb können diese Kernelemente auch aktiv gecoacht werden (2 Kontakte, Überzahl bilden, nicht zu breit stehen).

Wurden diese Prinzipien einmal verinnerlicht, kann sich die Mannschaft als solche, aber auch jeder Spieler individuell weiterentwickeln. Der Trainer kann Sub-Prinzipien entwickeln, an denen sich das Training orientiert, aber auch ganz neue Prinzipien integrieren.

Problematisch könnte sein, dass die Kinder überfordert sind oder die Prinzipien nicht sinngemäß anwenden. Die Profis von Nagelsmann wissen, in welchem Moment sie mit den Prinzipien brechen sollen; Kinder wahrscheinlich nicht.

Ferner wird es besonders auf niedrigem Niveau immer Kinder geben, die die Prinzipien nicht (sofort) umsetzen können. Die Kinder, die in der Lage sind, die Prinzipien umzusetzen, könnten in der Auslebung ihrer eigenen Kreativität gebremst werden, da Lösungen für bestimmte Situationen durch die Prinzipien angeregt bzw. vorgegeben werden. Wichtig ist also, die Prinzipien nicht als Regeln oder Pflichten zu kommunizieren und zu trainieren, sondern als Hilfestellungen, an denen die Kinder ihr Spiel entwickeln können.

Fazit

Ziel dieser Prinzipien sollte in meinem Fall sein, den Kindern beim Übergang auf das Großfeld zu erleichtern. Allgemein helfen Prinzipien den Kindern Situationen so zu lösen, dass sie sich bestmöglich fußballerisch entwickeln können, da alle Prinzipien so angelegt sind, dass die Mannschaft den Ball sichert, weiterspielt und folglich das Spiel mit dem Ball über längere Zeit forciert.

Da eben diese Weiterentwicklung der Mannschaft, verschiedener Gruppen und schlussendlich des individuellen Spielers das Ziel von Nachwuchsarbeit sein sollte, rücken Ergebnisse zwangsläufig in den Hintergrund. Den Kindern wird also Zeit gewährt, das Spiel in seinen Grundlagen zu verstehen. Durch die Prinzipien soll dieser Prozess angeregt bzw. beschleunigt werden.

Meiner Meinung nach sollte stets forciert werden, dass die Kinder Fußball auch wirklich spielen. Der Ball sollte also kontrolliert in den eigenen Reihen gehalten werden, Dribbling sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht und der Raum für Kreativität soll in jedem Fall gegeben sein. Auch hierfür schaffen diese Prinzipien den Rahmen.

Pocht der Trainer zu sehr auf die Umsetzung der Prinzipien, könnte der Spaß verloren gehen und die Kindern stagnieren eher, als sich weiterzuentwickeln. In diesem Fall sollten die Prinzipien selbst bzw. das Training dieser unbedingt angepasst werden.

Abschließend möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass Übungen nie blind kopiert werden sollten. Ich habe in diesem Text viele bereits existierende Übungen genutzt. Einerseits, weil ich viele dieser Übungen als elementar ansehe (4 vs 4 + 3). Andererseits, weil ich zeigen wollte, dass die Prinzipien in fast jedes Training eingebaut werden können. Bestenfalls entwickelt ihr Übungen selbst und bindet eure Prinzipien in diese ein.

PS: Danke an Lukas für die Diskussionen in Vorbereitung auf den Text und die vielen Ideen, die du eingebracht hast.

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