3 Gedanken – 19 Juni 2020

Ich hoffe ihr hattet eine schöne Woche und freut euch bereits so sehr wie ich auf das Wochenende 😊

Auf Fußball mussten wir ja glĂŒcklicherweise nicht verzichten, und auch ich habe endlich mal die ein oder andere Partie gesehen. DarĂŒber hinaus auch ein wenig Basketball 😉an die Basketball-Fans, freut euch schon mal auf meinen Beitrag ĂŒber die San Antonio Spurs, die bald erscheint.

Die Liga ist langweilig

Man könnte meinen wĂ€hrend Corona ist so ziemlich alles im Ausnahmezustand und fast nichts mehr so wie es war. GlĂŒcklicherweise bringt der FC Bayern mal wieder etwas Konstanz in euer Leben, in dem er die achte Deutsche Meisterschaft in Folge feiern kann. Danach brannte auf Twitter wieder einmal eine große Diskussion aus, ob die Liga zu unfair oder zu langweilig sei.

Dabei habe ich viele Argumente gelesen und möchte nun meinen Senf dazugeben (mir egal, ob ihr bereits genug von diesen Diskussionen habt 😉).
Ist die Bundesliga langweilig? Ja, und das sage ich als Bayernfan. Zumindest wenn man die Meisterschaftsrennen der letzten Jahre verfolgt, muss man schon sagen, dass es selten Kopf an Kopf Rennen waren. Die Bayern haben einfach einen unglaublichen finanziellen Vorsprung, der es ermöglicht einen Kader aufzubieten, gegen den der Rest der Liga keine Chance hat. Sicherlich sollten wir uns in Zukunft Gedanken darĂŒber machen, wie wir die Schere zwischen armen und reichen Klubs verringern können, um interessantere Rennen um die Meisterschaft beobachten zu können. Insbesondere aufgrund der hohen Gelder, die es in der Champions League zu verdienen gibt, wird diese Schere nur immer grĂ¶ĂŸer. Wie diese Umverteilung möglich wĂ€re, ist schwierig zu beantworten. Ein Salary-Cap wie in der NBA ist eher unwahrscheinlich, schließlich ist die Bundesliga kein geschlossenes System. Eine sich verĂ€ndernde Verteilung der Fernsehergelder ist sicherlich lohnenswert, allerdings wahrscheinlich nicht ausreichend, um das Problem zu lösen.

Was mich allerdings ein wenig stört, ist die Tatsache, dass in den ganzen Diskussionen oft nicht anerkannt wird, dass der FC Bayern in den letzten Jahren meist sehr gute Arbeit geleistet hat und diese Dominanz erst möglich machte. Auch vor 10 Jahren besaßen die Bayern bereits mehr Kapital als der Rest der Liga und trotzdem konnten Mannschaften wie der VfB, Wolfsburg oder Borussia Dortmund den Bayern ein Schnippchen schlagen. Damals versuchte man selten den Kader kontinuierlich zu verstĂ€rken oder Trainer einzustellen, die nicht einfach nur die besten Spieler aufstellten, sondern auch ein funktionierendes System installieren konnten. Und man hat gesehen, dass der Abstand zur Konkurrenz schon wieder deutlich enger ist, wenn mal weniger gut gearbeitet wurde, wie zu Beginn der Saison unter Niko Kovac.

Es ist möglich die Bayern auch ĂŒber eine ganze Saison zu schlagen, allerdings ist es schwierig. Die MĂŒnchner mĂŒssen eine SchwĂ€chephase erwischen und plötzlich mal nicht mehr gut arbeiten. Und das ist das Problem. Es muss möglich sein, dass Mannschaften wie Dortmund oder Leipzig die Meisterschaft gewinnen, wenn die Bayern mal nur eine normale Saison spielen.

Nichtsdestotrotz sollte man die Leistung von Hansi Flick anerkennen, der aus einem Haufen an Einzelspielern wieder eine funktionierende Einheit mit starken Spielsystem formte.

Spider Graph oder Dichtefunktion?

Im Folgenden möchte ich etwas abstrakter werden und ein wenig die Visualisierung von Spielerdaten diskutieren. Diejenigen, die sich hÀufiger auf Twitter herumtreiben, kennen und folgen sicherlich Statsbomb. Wahrscheinlich kennt ihr dann auch folgende Grafiken:

Auf der linken Seite könnt ihr einen Spider Graph erkennen. Auf der rechten Seite hingegen Dichtefunktion. Beide Darstellungen sind grundsĂ€tzlich sinnvoll, insbesondere fĂŒr Laien bieten sich Spider Graphs an, da sie unkompliziert zu lesen sind und eine hohe Aussagekraft besitzen.

Kurz zur ErklĂ€rung. Bei den Verteilungsfunktionen auf der rechten Seite sammelt man schlicht und ergreifend die Daten der Spieler aus der jeweiligen Liga und ordnet sie auf der x-Achse an. Je niedriger der Wert desto weiter links wird die Beobachtung verordnet. Ist die Funktion hoch, haben wohl mehrere Spieler die in etwa gleichen Werte aufgezeigt. FĂŒr diese ErklĂ€rung wĂŒrde mich zwar mein Statistik-Professor umbringen, aber ich hoffe es ist fĂŒr jeden verstĂ€ndlich. Nun plottet man den Wert eines Spielers, beispielsweise in der Kategorie expected assists, und zeichnet ihn in die Verteilungsfunktion. So lĂ€sst sich zeigen, wie der Spieler im Vergleich zu den anderen Spielern in dieser Kategorie abschneidet. Je weiter rechts sich der Wert befindet, desto besser. Durch diese Darstellung wird relativ schön sichtbar wie gut die Werte eines Spielers tatsĂ€chlich sind, da man die Werte der anderen Spieler einer Liga als Referenzwert besitzt.

Dies geschieht auch bei den Spider Graphs. Um einen Spider Graph zu erstellen, standardisiert man die Daten zuerst. Man berechnet als Mittelwert und Standardabweichung. Nehmen wir das Beispiel Assist. Ein Offensivspieler in der Bundesliga, legt im Durchschnitt 5 Tore auf. Die Standardabweichung betrĂ€gt 1,5. Möchten wir nun Thomas MĂŒllers 20 Torvorlagen dieser Saison mit dem Durchschnitt vergleichen, rechnen wir (20-5)/1,5 = 10. Was ein sehr guter Wert ist, er weicht stark positiv vom Mittelwert ab. HĂ€tte er nun genau 5 Vorlagen, wĂ€re der Wert folglich 0. Beim Spider Graph werden diese positiven Abweichungen nun geplottet und es entstehen die FlĂ€chen. Allerdings können die Anordnungen der FlĂ€chen unsere Wahrnehmung verzerren. Platziere ich die starken Kategorien eines Spielers alle nebeneinander, entsteht eine große FlĂ€che – der Spieler wirkt extrem stark. Verteile ich die Kategorien nun anders, wirkt die zusammenhĂ€ngende FlĂ€che kleiner und der Spieler schwĂ€cher.

Also achtet darauf das nÀchste Mal, wenn ihr einen Spider Graph nutzt, um einen Spieler zu bewerten. Ich persönlich prÀferiere aus diesem Grund die Dichtefunktionen, die ich oben beschrieben habe. Hier gibt es weniger Verzerrungen.

Abschließende Frage

Wie gestaltet ihr euer Fitnesstraining fĂŒr eure Mannschaft? Lasst es mich gerne per Mail oder ĂŒber Twitter wissen.

Bis nÀchste Woche

Gruß
Tobias

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Kategorie Newsletter, Sonstiges

Interessiert sich fĂŒr Taktik und Training. Positionsspiel, hohes Pressing und dynamische Positionswechsel. Großer Pep Guardiola Fan. Wenn du meine Arbeit unterstĂŒtzen möchtest, kann du dies fĂŒr 1€/Monat auf Patreon machen und erhĂ€lst exklusive BeitrĂ€ge dazu (https://www.patreon.com/user?u=33684939&fan_landing=true)

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