Umschaltspiel spielnah trainieren – Eine Spielform

Lässt sich das Umschaltspiel spielnah trainieren? Definitiv ja, in einem vorherigen Artikel wurden bereits verschiedene Formen des Umschaltrondos vorgestellt. Die folgende Spielform weicht etwas von den klassischen Varianten des Rondos ab und bietet vor allem sehr viele Variationen für verschiedene Alters- und Leistungsbereiche.

Aufbau der Übung

Das Feld besteht aus insgesamt neun Quadraten mit einer Größe von 10 x 10 Metern. Drei Minitore werden an der unteren Kante platziert. Das zentrale Quadrat wird mit „Tellern“ markiert, sodass über diese gepasst werden kann. Insgesamt werden für diese Spieler elf Spieler benötigt, aus denen zwei Fünferteams gebildet werden. Der elfte Spieler agiert als freier Mann bei der ballbesitzenden Mannschaft.

Aufbau der Übung

Die Spieler verteilen sich wie in der Abbildung gezeigt, sodass im oberen zentralen Quadrat ein 3 vs 3 entsteht. Hierbei wird ein freier Spieler hinzugefügt, der bei der ballbesitzenden Mannschaft spielt (in diesem Fall Team Gelb). Die weiteren Spieler gehen in die äußeren Quadrate vor die Minitore.

Das Umschaltspiel spielnah trainieren – 3 vs 3 + 1 als Auslöser

3 vs 3 Situation + ein Überzahlspieler

Das Spiel beginnt mit einer 3 vs 3-Situation. Hierbei spielt zunächst das gelbe Team auf Ballbesitz. Durch die Unterstützung des freien Mannes entsteht eine Überzahlsituation.

Verliert Team Gelb nun den Ball an Team Grün oder der Ball verlässt durch einen ungenauen Pass das Quadrat, so hat Team Grün die Aufgabe umzuschalten und einen Angriff auf die Minitore zu starten. Dabei wechselt der freie Mann nun die Rolle und spielt bei Team Grün. Team Grün spielt nun in einer Überzahl von 6 vs 5. Erzielt Team Grün nun ein Tor oder verliert den Ball wieder an Team Gelb, so geht es sofort zurück in das Startfeld. Dort startet das Spiel dann wieder im 3 vs 3 +1.

Dieser ständige Wechsel zwischen Umschalten und „Ball jagen“ im 3 vs 3 ist anstrengend, sodass sich diese Übung auch optimal in die Vorbereitung einbauen lässt. Nach einer bestimmten Zeit tauschen die Mannschaften dann die Rollen und Team Grün spielt im 3 vs 3 + 1 auf Ballbesitz.

Die beiden tiefen Anspielstationen

Schauen wir uns den Aufbau noch einmal an, so fällt auf, dass wir jeweils noch zwei Spieler der ballbesitzenden Mannschaft haben, welche nun auch in das Spiel eingreifen können. Diese beiden Spieler sind bereits tief positioniert und haben einen Gegenspieler direkt bei sich. Somit gibt es neben den drei „direkten“ Anspielstationen zwei weitere Anspielstationen in der Tiefe.

Freies Spiel oder Prinzipienorientierung?

Grundsätzlich ist diese Übung für verschiedene Altersklassen geeignet, aber auch verschiedene Leistungsniveaus anwendbar. Je höher die Altersklasse und/oder je höher das Leistungsniveau, desto mehr Regeln beziehungsweise Prinzipien lassen sich in das Spiel einbinden.

So kann man Provokationsregeln einführen, sodass beispielsweise der erste Pass/spätestens der zweite Pass nach Balleroberung in die Tiefe gespielt werden muss. Dies erfordert ein gutes Freilaufverhalten der beiden tief positionierten Angreifer. Auf der anderen Seite kann man auch Zeitlimits einführen, in welchen die Spieler das Tor erzielen müssen.

Je niedriger die Altersklasse und je geringer das Leistungsniveau, desto freier sollte das Spiel nach dem Umschalten sein. Hierbei ist es umso wichtiger, dass man als Trainer zusammen mit der Mannschaft immer wieder neue Lösungsansätze sucht, sodass die Umschaltaktionen erfolgreich verlaufen.

Variationen im Aufbau

Dieser Aufbau ist vor allem für den höheren Leistungbereich geeignet. In diesem Fall baut man statt dem 3 x 3 Feld ein 5 x 3 Feld auf. Mit diesem Aufbau lässt sich das Umschaltspiel spielnah trainieren, da hierbei auch die weit verbreitete Spielfeldeinteilung in die verschiedenen Zonen verwendet wird. Mit diesem Aufbau sollte das ursprüngliche 3 vs 3 aufgelöst werden und beispielsweise durch ein 5 vs 5 ersetzt werden.

Alternativer Aufbau mit fünf vertikalen Zonen

Die Zoneneinteilung ermöglicht dem Trainer einen detaillierteren Eingriff in die Abläufe. Mithilfe dieses Aufbaus kann der Trainer beispielsweise eine genaue Zonenbesetzung einfordern. Bei diesem Aufbau könnte man auch noch weitere Spieler außerhalb des 5 vs 5 platzieren oder mithilfe von Dummys bestimmte Räume zustellen.

Dennoch sollte man hierbei nie vergessen, dass es immernoch um das Fußballspielen geht.

Kategorie Spielformen, Training

Jonas Schaar (18) trainiert aktuell die U13 des TSV Meine, wo er bereits seit 3 Jahren aktiv ist. Insbesondere interessiert er sich für den Spielaufbau und die individuelle Weiterentwicklung jeder seiner Spieler. Auf Twitter findet ihr Jonas unter @TaktikLiebe.

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