Transfereinordnung – Nathan Aké

In dieser neuen Serie wird Tobias sich die wichtigsten Transfers dieser Transferperiode noch einmal für euch anschauen und kurz und knackig erklären was der Spieler mitbringt und wie er seinem neuen Team helfen kann.

Kurz nachdem der Internationale Sportgerichtshof Manchester Citys Ausschluss aus der Champions League für nicht rechtskräftig erklärte, wurden die Citizens schon wieder auf dem Transfermarkt aktiv – Financial Fair Play hin oder her. Zuerst wurde der talentierte spanische Flügelspieler Ferran Torres von Valencia losgeeist, dann folgte der Niederländer Nathan Aké für eine stolze Summe von 45,30 Mio € vom FC Bournemouth.

Damit verstärkten die Sky Blues ihre wackelige Defensive mit einem weiteren teuren Spieler aus der Premier League. Transfers von teuren Defensivspielern sind seit Amtsantritt von Pep Guardiola zur Regelmäßigkeit geworden. Mit Kyle Walker, John Stones, Aymeric Laporte, Joao Cancelo und Benjamin Mendy kam bereits eine Reihe von talentierten Verteidigern. Konstant überzeugte allerdings bisher nur Aymeric Laporte, mit Abstrichen vielleicht noch Kyle Walker.

Die anderen Akteure waren immer wieder verletzt, überzeugten nur selten zu 100% und scheinen nicht unverkäuflich zu sein. Nachdem in der letzten Saison die beiden Sechser Rodri und Fernandinho immer wieder als Innenverteidiger aushelfen mussten, verstärkte City mit Nathan Aké seinen Kader noch einmal.

Der gebürtige Niederländer spielt bereits seit einigen Jahren in England und war ursprünglich einer der Chelsea Leihspieler. Reading, Watford und Bournemouth hießen seine bisherigen Stationen. 2017 traute man bei Chelsea Nathan Aké keine tragende Rolle zu und verkaufte ihn für 22,80 Mio € an Bournemouth. Immerhin sicherten sich die Blues eine Rückkaufoption, die sie allerdings diesen Sommer nicht schnell genug zogen.

Linksfuß mit gutem Passspiel

Der Innenverteidiger aus der Feyenoord-Jugend bringt eine gute Technik mit, sein Aufbauspiel ist solide und darüber hinaus ist er flexibel einsetzbar. So bekleidete er neben der Position des Innenverteidigers bereits die linke Außenverteidigerposition oder lief als Sechser auf.

Nathan Aké

Wie man solche Radar-Charts zu lesen hat, wird in diesem Beitrag von Statsbomb sehr anschaulich erklärt.

Wenn wir einen genaueren Blick auf sein Radar-Chart von Footballslices werfen, zeigt sich recht schnell, dass Nathan Aké in keiner Kategorie herausragend ist. Gegen den Ball ist er solide, vermeidet es des Öfteren zu foulen, seine defensiven Stats sind aber nicht herausragend. Allerdings sollte man mit diesen Daten bei Verteidigern stets etwas vorsichtig sein. Nur weil ein Innenverteidiger selten einen Ball mit einem Tackling oder durch das Abfangen gewinnt, muss er defensiv nicht unbedingt schlecht sein.

Zum einen hängt es stets davon ab wie Tackles oder Interceptions gemessen werden. Zum anderen beeinflusst der Spielstil der eigenen Mannschaft diese Werte natürlich enorm.

Sein Passspiel hingegen ist typisch für einen Guardiola Spieler. Mit 87% Passgenauigkeit liegt er interessanterweise gerade mal im 65% Quantil. Leider sagt dies noch nichts über seine Passqualitäten aus, da wir den Schwierigkeitsgrad der Pässe nicht kennen. In Manchester Citys System werden diese Werte sicherlich weiter steigen, da den Innenverteidigern eine bedeutendere Rolle im Aufbauspiel zukommt.

Das Radarchart von Aymeric Laporte für die letzten beiden Spielzeiten

Nichtsdestotrotz scheint es so als ob der Linksfuß zuerst einmal als Back-up für Aymeric Laporte vorgesehen ist. Der Franzose ist mit Abstand der wichtigste Verteidiger der Citizens und wohl einer der besten der Welt. Allerdings plagt auch er sich regelmäßig mit kleineren und größeren Verletzungen herum. Mit Nathan Aké hat man nun zumindest einen guten Back-up.

Die anderen Innenverteidiger im Kader von Guardiola

Wenn wir einen Blick auf die anderen Innenverteidiger im Kader von Pep Guardiola werfen, zeigt sich, dass John Stones grundsätzlich ähnliche Charakteristiken wie Nathan Aké in seinem Spiel vereint. Jedoch ist John Stones des Öfteren anfällig für grobe individuelle Fehler. Gelingt es Nathan Aké hier mehr Konstanz in sein Spiel zu bekommen und eben nicht diese Fehler zu machen, könnte er zu einer wichtigen Säule in der Mannschaft von Pep Guardiola werden. Vorausgesetzt der Spanier scheucht sich nicht davor mit zwei Linksfüßen in der Innenverteidigung zu agieren.

Nathan Aké vs John Stones

Gerade im Passspiel wird Nathan Aké allein aufgrund des Spielstils ähnliche Werte wie John Stones aufweisen können. Auch seine xGBuildup per 90 Werte sind laut understat nicht die schlechtesten. Während Stones und Laporte hier Werte von 0,6 pro 90 Minuten aufweisen können, lag dieser bei Aké in der letzten Saison zwar nur bei 0,29. Allerdings spielt auch hier der Spielstil und die Qualität der Mitspieler eine wichtige Rolle.

Des Weiteren zeigt sich am Chart von Laporte und Stones, dass die Citizens wesentlich aggressiver spielen und die Innenverteidiger häufiger in 1vs1 Duelle mit den gegnerischen Offensivspielern stellen, was die hohen Werte in Kategorien wie Tackling oder Interception erklären könnte.

Ein weiterer Punkt der wohl entscheidend für die Verpflichtung von Nathan Aké war, ist seine Vielseitigkeit. Wie bereits angesprochen, lief Aké in seiner Karriere bereits als LV, DM oder IV auf. Insbesondere bei einem Coach wie Pep Guardiola ergeben sich hier spannende Möglichkeiten. Beispielsweise könnte Aké als linker Außenverteidiger eine ähnliche Rolle wie Kyle Walker in den letzten Jahren auf der rechten Seite bekleiden. Walker agierte zwar nominell als Rechtsverteidiger, bildete aber im Spielaufbau eine Dreierkette mit den beiden Innenverteidigern, um den Spielaufbau zu erleichtern. Guardiola könnte hierzu Aké nutzen, während Kyle Walker weiter nach vorne schieben könnte.

Fazit

Es wird spannend zu sehen sein, was sich bei den Citizens noch tut. Entweder John Stones oder Nicolas Otamendi werden wohl noch den Verein verlassen. Der junge Spanier Eric Garcia wird nächste Saison wohl eine wesentlich größere Rolle einnehmen, überzeugte er doch in seinen wenigen Auftritten bisher mit einem guten Aufbauspiel und einer soliden Defensivleistung. Einziger Hacken beim Spanier, er will seinen auslaufenden Vertrag bei den Citizens eigentlich nicht verlängern.

Welche Rolle Nathan Aké spielen wird, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich wird er eher als Backup für Aymeric Laporte in die Saison gehen. Eins ist sicher, er wird nicht der Spieler sein, der die Defensivprobleme des Teams von Pep Guardiola behebt. Das wird nur über das Kollektiv gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.