3 Gedanken Newsletter 24 August

Hi 😊

Endlich ist es wieder so weit. Nach zwei sehr anstrengenden Monaten mit vielen spannenden neuen Aufgaben und einer tollen Weiterentwicklung bei Thefalsefullback – wir haben eine zweite Ausgabe unseres Magazins veröffentlicht – ist nun wieder der Newsletter zurĂŒck. Ich habe mir wieder Gedanken zu verschiedenen Fußballthemen gemacht und möchte diese mit euch teilen und gerne mit der ein oder anderen Person in einen Austausch gelangen.

Das Spiel mit den Farben

Ich bin nun seit 6 Wochen als Co-Trainer einer Landesligaherrenmannschaft aktiv und darf von einem großartigen Trainer in jeder Einheit eine Menge lernen. Eines meiner ersten Learning, das ich definitiv spĂ€ter bei meiner eigenen Mannschaft anwenden werde, ist die Nutzung von Farben im Training.

Wir arbeiten regelmĂ€ĂŸig mit unterschiedlichen Farben auf Basis derer die Spieler eine Aktion ausfĂŒhren mĂŒssen. Dies fĂŒhrt dazu, dass die Spieler kognitiv gefordert werden, Informationen mĂŒssen verarbeitet und Aktionen auf Basis dessen ausgefĂŒhrt werden. Dementsprechend mĂŒssen sich die Spieler schnell auf die unterschiedlichsten Situationen einstellen und können im Training nicht mehr nur den Autopilot anschalten.

Folglich werden die Spieler selbst bei einfachen PassĂŒbungen kognitiv gefordert und mĂŒssen Entscheidungen treffen, da diese nicht mehr vorgegeben sind. In diesem Kontext können auch simple PassĂŒbungen Sinn ergeben, und ihr wisst, ich hasse PassĂŒbungen eigentlich.

Beispielsweise durfte ich zum AufwĂ€rmen diese einfache PassĂŒbung leiten. Ein Spieler befindet sich dabei im Zentrum, wĂ€hrend sich die anderen vier Spieler an einem der vier HĂŒtchen, die zusammen eine Raute bilden, positionieren. Jeder Spieler trĂ€gt dabei ein farbiges Leibchen, wie oben in der Grafik dargestellt. Der Spieler außen spielt den Spieler im Zentrum an und sagt dabei eine Farbe. Nun soll sich der Spieler im Zentrum frĂŒhzeitig umschauen, den Ball mit dem ersten Kontakt annehmen und mit dem Zweiten einen Pass auf den Spieler mit der Leibchenfarbe spielen, die angesagt wurde. In der oberen Szene wĂŒrde lila beispielsweise gelb ansagen. Der Spieler im Zentrum schaut sich um, nimmt den Ball mit und passt auf gelb. Die Übung findet dann in Dauerschleife statt.

Als weitere Steigerung lĂ€sst sich das Ansagen der Farben ein wenig Ă€ndern. Nun werden von außen keine Farben mehr angesagt, sondern Objekte, die diese Farbe haben. Im obigen Beispiel also Banane statt gelb. Das fĂŒhrt dazu, dass nicht nur der Spieler innen kognitiv voll da sein muss, sondern auch die Spieler außen.

NatĂŒrlich lassen sich mit der Nutzung der Farben auch komplizierte Spielformen erstellen. Wie beispielsweise diese hier. In den kommenden Wochen werde ich dazu bei uns auf der Seite eine etwas umfangreichere ErklĂ€rung in Form eines Artikels veröffentlichen.

Ein Bild, das Screenshot enthÀlt.

Automatisch generierte Beschreibung

Diese Übung ist Teil unserer neuen Ausgabe des TFF-Magazins. Darin findet ihr ĂŒbrigens auch einen spannenden Beitrag von Simon Goigitzer zum Thema Life Kinetik und Neuroathletik. Zum Shop geht es hier entlang, schaut doch mal vorbei -> https://thefalsefullback.de/produkt/thefalsefulback-magazin-ausgabe-4-saisonvorbereitung/

Prinzipien und Aufgaben

Neben der Nutzung von Farben in Trainingsformen, lernte ich vor allem eines. Wenn wir Spielern Laufwege vorgeben im Pressing und sie nicht als grundlegende Prinzipien formulieren, fĂŒhren die Spieler immer wieder die vorgegebenen Laufwege aus, auch wenn der Gegner etwas Ă€ndert. Es fehlt dann schlicht und ergreifend die Anpassungen an die Situation.

Beispielsweise möchten wir den Gegner im Pressing nach innen lenken. Dies funktioniert bisher auch sehr gut, allerdings hatte wir zu Beginn das Problem, dass unsere StĂŒrmer auch wenn der IV sehr breit und nahe der Außenlinie stand, noch nach innen lenken wollten. Die Spieler fĂŒhrten stets die Aufgabe aus, ohne in AusnahmefĂ€llen davon abzuweichen.

Folglich haben wir uns im Trainerteam die Frage gestellt, wie wir hier mit Prinzipien einfacher arbeiten können, damit die Spieler zwar Richtlinien an die Hand bekommen, aber situativ entscheiden wie sie beispielsweise anlaufen sollen.

Nun sprechen wir nicht mehr nur noch vom bogenförmigen Anlaufen von außen nach innen, sondern haben das Prinzip im Pressing Spielverlagerungen zu verhindern und den Raum zu verknappen. Dieses Prinzip ist variabler, wir laufen immer noch regelmĂ€ĂŸig von außen nach innen an, um den Raum fĂŒr den Gegner enger zu machen und Verlagerungen zu verhindern. Allerdings impliziert dieses Prinzip, dass wir den Gegner nach außen lenken sobald er sich in einer breiten Position befindet.

Mir war in der Theorie klar, dass Prinzipien erfolgsversprechender sind, jedoch ist in der Praxis immer noch vieles anders. Die Spieler aus ihren alten AblĂ€ufen herauszubekommen – es wurde stets nach außen gelenkt – ist eine wirklich schwere Aufgabe und ein langfristiger Prozess.

Abschließende Frage

Abschließend möchte ich euch eine Frage stellen, welche Schwerpunkte setzt ihr in der Vorbereitung? Werden alle Spielphasen trainiert oder liegt der Fokus zuerst auf der Defensive oder Offensive?

Ich freue mich auf eure RĂŒckmeldungen.

Bis dahin, ein schönes Wochenende und bis nÀchste Woche

Tobias

Subscribe

* indicates required
Language
Kategorie Newsletter, Sonstiges

Interessiert sich fĂŒr Taktik und Training. Positionsspiel, hohes Pressing und dynamische Positionswechsel. Großer Pep Guardiola Fan. Wenn du meine Arbeit unterstĂŒtzen möchtest, kann du dies fĂŒr 1€/Monat auf Patreon machen und erhĂ€lst exklusive BeitrĂ€ge dazu (https://www.patreon.com/user?u=33684939&fan_landing=true)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.