Transfereinordnung – Leroy Sané

In dieser neuen Serie wird Tobias sich die wichtigsten Transfers dieser Transferperiode noch einmal für euch anschauen und kurz und knackig erklären was der Spieler mitbringt und wie er seinem neuen Team helfen kann.

Eine Erklärung zu den hier genutzten Radar-Charts findest du hier

Über ein Jahr zog sich die Transfersaga, letztlich bekamen die Bayern ihren Wunschspieler in diesem Sommer für kleineres Geld. 45 Mio € ist zwar immer noch eine stolze Summe, aber nicht mit den geforderten 100 Mio € von vor einem Jahr vergleichbar. Die Rede ist natürlich von Leroy Sané.

Ein Jahr nach den Abgängen von Arjen Robben und Franck Ribéry verpflichteten die Bayern also einen Spieler, den man sicherlich als einen würdigen Nachfolger für die beiden ehemaligen Weltstars ansehen kann. Zwar hatte man bereits mit Serge Gnabry und Kingsley Coman zwei Nachfolger gefunden, allerdings stockt besonders beim Letztgenannten die Entwicklung. Eventuell sorgt sein Tor im CL-Finale für Auftrieb in der nächsten Saison. Serge Gnabry hingegen kann zwar auch am Flügel spielen, sucht jedoch lieber den Weg in den Halbraum.

Mit Leroy Sané hat man nun wieder den klassischen Flügeldribbler, der ähnlich wie Arjen Robben seine Aktionen gerne von der Seitenlinie aus startet, um mittels seines guten Dribblings diagonal ins Zentrum zu ziehen. Anders als Coman strahlt Sané hier jede Menge Torgefahr aus. 39 Tore und 45 Vorlagen in 135 Spielen für das Starensemble von Manchester City sprechen hier eine deutliche Sprache. Mit dem Schritt nach München möchte Leroy Sané nun zum absoluten Superstar reifen.

Der Spieler Leroy Sané

Was für einen Spieler haben die Bayern nun verpflichtet? Einen der Torgefahr ausstrahlt, besonders vom Flügel. Während Kingsley Coman zwar über die linke Seite immer wieder mit schnellen Dribblings am Verteidiger vorbeizieht und scharf Richtung Fünfmeterraum flankt, geht dem Franzosen ein wenig die Torgefahr ab.

Quelle: footballslices Saison 19/20

Das zeigt sich recht deutlich an seinem Radar-Chart von footballslices. Coman geht enorm oft ins Dribbling und ist dafür immer noch recht erfolgreich. Gerade wenn er außen vorbeigehen kann, herrscht sofort Gefahr für die gegnerische Mannschaft. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Coman zur absoluten Spitze zählt, wenn es darum geht Chancen zu kreieren. Anders sieht es allerdings aus, wenn er Richtung Tor zieht. Im dichten Zentrum kommt sein einfacher Dribbelstil, der sehr viel auf Finten im Stillstand und plötzlichen Start-Stop-Aktionen besteht, an seine Grenzen.

Anders sieht es bei Leroy Sané aus. Der deutsche Nationalspieler hat einen hervorragenden Schuss und bringt sich mit Hilfe seiner Dribblings immer wieder in aussichtsreiche Positionen.

Das zeigt sich auch recht deutlich an seinen Werten. Ähnlich wie Kingsley Coman sucht auch er häufig das Dribbling, bleibt zwar häufiger hängen, sorgt aber für jede Menge Torgefahr, die die Bayern als Gegengewicht für ihr Zentrum auch benötigen. Seitdem nämlich Robben und Ribéry nicht mehr im roten Dress auflaufen, ist das Spiel der Münchner wesentlich zentrumslastiger geworden.

Thomas Müller, Robert Lewandowski und Serge Gnabry bringen alle drei sehr viel Torgefahr durch das Zentrum mit, profitieren hier natürlich auch von den Pässen von Kingsley Coman. Sané könnte dafür das passende Gegengewicht liefern.

Zuletzt lief Serge Gnabry wieder auf rechts auf, wusste aber im Laufe der Rückrunde auf der linken Seite zu gefallen. Mit Davies als linearem offensiven Außenverteidiger, konnte sich Gnabry immer wieder in den Halbraum bewegen, während Coman auf der anderen Seite mehr Breite gab. Pavard schob zwar auch weiter hoch, bringt aber nicht die offensiven Veranlagungen eines Alphonso Davies mit. Durch diese Aufteilung konnte Gnabry immer wieder sein Gespür für Räume zeigen. Insbesondere seine Sprints ohne Ball in die Tiefe sind eine echte Waffe, wie er auch gegen den FC Barcelona wieder unter Beweis stellte.

Mit Leroy Sané können die Bayern Serge Gnabry weiterhin in dieser Rolle nutzen. Zusätzlich erhalten sie durch den Neuzugang gleichzeitig noch mehr Torgefahr vom Flügel. Als Linksfuß wäre es also durchaus möglich, dass Sané, anders als bei City, bei den Bayern auf der rechten Seite primär zum Einsatz kommen würde. Das könnte Erinnerungen an die Zeit von Arjen Robben wecken. Thomas Müller, der sich sowieso gerne im rechten Halbraum aufhält, wäre dann der perfekte Partner für Leroy Sané als Zehner. Müller könnte Räume freiziehen, den rechten Halbraum besetzen und von Sanés Anziehungskraft profitieren.

Es gibt schon Ähnlichkeiten zwischen Robben und Sané. Wichtig, dies waren Arjen Robbens Daten aus der letzten Saison bei den Bayern.

Für Hansi Flick ergeben sich folglich interessante Möglichkeiten das Team zusammenzusetzen. Sollte Sané weiterhin auf links auflaufen, ergeben sich eventuell kleinere Probleme, die ich in diesem Artikel bereits thematisiert habe.

Sollte er jedoch auf der rechten Seite den inversen Flügelspieler geben, könnte ihn Müller unterstützen. Pavard hingegen würde für die nötige Absicherung sorgen. Auf der anderen Seite wäre Davies dann für die Breite verantwortlich. Serge Gnabry könnte dann gemäß seiner Stärken in den Halbraum schieben.

Leroy Sané in Bayernformation

Folglich hätten die Bayern eine gute Balance. Mit Müller, Goretzka und Gnabry, die auch ohne Ball Tiefe geben können. Kimmich und Pavard hingegen würden als zusätzliche Absicherung fungieren. Ausführlicher werde ich die möglichen Weiterentwicklungen der Bayern in einem kommenden Artikel vor Saisonstart beleuchten.

Bis dahin bleibt festzuhalten, dass sich die Bayern mit dem Transfer von Leroy Sané verstärkt haben und in der nächsten Saison noch variabler agieren können. Mit Sané ist wieder ein Stück mehr Flügelspiel zurück in München. Bei Spielern wie Müller oder Goretzka als Ergänzung im Zentrum eine vielversprechende Ausgangslage.

2 Kommentare

  1. Ist es aber nicht schade, Sanés große Stärke und Besonderheit, als linksfüßiger Linksaußen aus der Breite zu kommen, aufzugeben? Solche Spieler gibt es nicht viele, linksfüßige Rechtsaußen nach innen schon eher.

  2. Pingback: Round-Up: Sommerloch? – Miasanrot.de

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