Trainingseinheit Spiel in die Tiefe/Offensivspiel

Prinzip im Vordergrund: Spiel in die Tiefe

Sub-Prinzip 1: zwischen die Linien gelangen

Sub-Prinzip 2: Tiefe schaffen

Sub-Sub-Prinzip 1.1: positioniere dich auf Lücke in offener Stellung

Sub-Sub-Prinzip 1.2: Suche den tiefsten Spieler

Sub-Sub-Prinzip 1.3: Locke und verlagere

Sub-Sub-Prinzip 2.1: es startet immer mindestens ein Offensivspieler in die Tiefe

Sub-Sub-Prinzip 2.2: Wechselbewegungen

Da meine Mannschaft zuletzt Probleme mit dem Spiel im letzten Drittel hatte, soll sich die folgende Einheit auf das Spiel in die Tiefe fokussieren. Dabei benötigen wir zwei unserer Sub-Prinzipien, zwischen die Linien gelangen und Tiefe schaffen. Welche der Sub-Sub-Prinzipien wir dafür herausgearbeitet haben, findet ihr in die Übersicht oben. Wir versuchen diese Sub-Sub-Prinzipien so lebendig wie möglich und als klare Handlungsaufforderung zu formulieren.

Übung 1 – 5vs3 Rondo

Nach einer kurzen Erwärmung ohne Ball oder nur ohne Gegenspieler, starten wir mit einem 5vs3 Rondo, um zum einen die Fähigkeiten unter Druck zu verbessern, zum anderen aber auch um unsere Sub-Sub-Prinzipien 1.1, 1.2 und 1.3 zu trainieren.

Spiel in die Tiefe

Ablauf: In einem Quadrat (die Größe je nach Spielstärke anpassen) wird 5vs3 gespielt. Das Ziel der Verteidiger ist es, den Ball zu erobern bzw. einen Pass abzufangen. Gewinnt gelb den Ball, tauscht ein Defensivspieler mit dem Offensivspieler, der den Fehler gemacht hat.

Dauer: 3×3 Minuten mit 30 Sekunden Pause dazwischen

Coaching: Damit es der offensiven Mannschaft schwieriger fällt den Ball zu behaupten und vor allem um zu verhindern, dass er außen im Kreis zirkuliert wird, spielen wir mit drei Verteidiger, die gleichzeitig die Abläufe in unserem Pressingdreieck in der vordersten Linie trainieren können.

Folglich wird die offensive Mannschaft Werkzeuge wie das Anlocken und Verlagern vermehrt nutzen müssen, um Räume zu schaffen und dann den tiefsten Spieler zu suchen, um die offenen Räume bespielen zu können.

Insbesondere die korrekte Positionierung des Spielers im Zentrum ist von zentraler Bedeutung. Zum einen muss er seine Stellung so anpassen, dass er mit einem Kontakt das Spiel über den Dritten nutzen kann, um aus dem Druck zu lösen. Zum anderen ist es entscheidend, dass er sich nicht auf der gleichen vertikalen Linie wie der Spieler hinter ihm anbietet. So wird gewährleistet, dass die größtmögliche Tiefe ins Spiel gebracht wird.

Übung 2 – 5vs5+2

Im nächsten Schritt fügen wir eine Spielrichtung hinzu und nehmen Sub-Sub-Prinzip 2.2, die Wechselbewegungen mit auf.

Ablauf: Es wird 5vs5+2 in einem drei Zonenfeld gespielt. Idealerweise nutzt man den Aufbau der Rondos davor und muss nur die Hütchen weiter auseinanderziehen, um das neue Feld ohne große Umbaumaßnahmen erstellen zu können.

Die Mannschaft in Ballbesitz versucht den Ball vom blauen zum anderen blauen neutralen Spieler zirkulieren zu lassen. Die drei Zonen dienen der Orientierung bei der Positionierung. Es dürfen sich maximal zwei Spieler der ballbesitzenden Mannschaft in der gleichen horizontalen Zone aufhalten.

Dauer: 4×5 Minuten mit einer Minute Pause dazwischen

Coaching: Wieder geht es darum die neutralen Spieler zu nutzen, um den Gegner in Bewegung zu bringen. Das Anlocken und Durchwechseln spielt deshalb wieder eine große Rolle, um den Ball auch in einer fast Gleichzahl nach vorne zu bringen.

Wechselbewegungen spielen hier nun eine größere Rolle, um Räume zu schaffen und das Spiel über den Dritten dynamisch zu nutzen.

Spiel in die Tiefe

Insbesondere gegen sehr mannorientierte Gegner können Wechselbewegungen enorm effektiv sein, um Räume zu schaffen. Da in unserer Liga recht viel mannorientiert verteidigt wird, sind solche Mittel von großem Vorteil.

Diese Szene zeigt, wie gelb die Passoptionen für rot zustellt. Da der neutrale Spieler außerhalb des Feldes positioniert ist und nicht andribbeln darf, wird gelb wohl mannorientiert zustellen und den Sechser von rot mittels Deckungsschatten oder auch mannorientiert kontrollieren. Nun wäre es ein probates Mittel, dass der Sechser in die tiefe startet und seinen Gegenspieler mitzieht, während sich ein Spieler aus einer höheren Zone fallen lässt und für eine Spiel über den Dritten Aktion nutzbar ist. Auch hier spielt das Sub-Sub-Prinzip, suche den tiefsten Mann, eine zentrale Rolle.

Auch Tiefenläufe lassen sich in dieser Spielform immer wieder trainieren. Beispielsweise bei der Fortführung der Kombination von oben. Wieder sind die wichtigen Sub-Sub-Prinzipien präsent. Suche den tiefsten Spieler, locken und verlagern, Wechselbewegungen und Tiefenläufe.

Allerdings möchten wir für unser Offensivspiel vor allem gut getimte Läufe in den Rücken der Abwehr, weswegen wir im nächsten Schritt Tore einfügen werden.


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Übung 3 – Achteck mit Trigger

Ablauf: In der nächsten Spielform stehen unsere Sub-Sub-Prinzipien 1.2 und 2.1 wieder im Vordergrund. Dafür wird in einem Achteck auf zwei Tore 7vs7 gespielt. Im Mitteldrittel werden an den jeweiligen Enden zwei kleine Zonen eingebaut. Die angreifende Mannschaft muss die Zone, die näher zum gegnerischen Tor ist, stets besetzen.

Spiel in die Tiefe

Nach einem Anspiel auf den Spieler dort, darf in die Tiefe gespielt werden. In das letzte Drittel darf das Team in Ballbesitz nur mittels eines Passes gelangen, ein Dribbling ist verboten. Auch die Verteidiger dürfen ihr eigenes Verteidigungsdrittel erst betreten, wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft hineinstartet.

Dauer: 3×8 Minuten mit einer Minute Pause dazwischen.

Coaching: Folglich wird die angreifende Mannschaft stets den tiefsten Spieler suchen, um diesen anzuspielen und mittels des Spiels über den Dritten einen Akteur mit Blick auf das gegnerische Tor zu finden, der den Pass in die Tiefe spielen kann.

Während in der ersten Stufe ein Spieler fest diese Zone in Ballbesitz besetzt, kann in einer weiteren Entwicklung die Regeln aufgestellt werden, dass irgendein Spieler der ballbesitzenden Mannschaft die Zone besetzen muss, es ist aber nicht wichtig wer. Außerdem kann der Spieler in der Zone stets flexibel auch während einer Ballbesitzphase gewechselt werden.

In der dritten Variante kommen die vertikalen Zonen zum Einsatz. Nun gilt die Regel, dass der Zielspieler den Ball mit dem ersten Kontakt klatschen lassen muss. Allerdings darf die Ablage nicht in die Zone gespielt werden, aus der der erste Pass kam. So werden diagonale Verlagerungen über das Spiel über den Dritten provoziert. 

Natürlich stehen bei dieser Spielform die Tiefenläufe im Vordergrund, jedoch stets in der Verbindung mit dem Spiel über den Dritten, was fundamental für unser Offensivspiel ist. Bei den Tiefenläufen sollte auf das Timing, sowie auf den Anlaufwinkel geachtet werden. Durch das Spiel im Achteck bringen wir die Spieler bereits implizit dazu diagonal Richtung Tor zu starten und nicht vertikal die Linie entlang sprinten. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass die Spieler, die in die Tiefe starten, zuvor die Schnittstellen weiten, indem sie sich breiter positionieren.

Fazit

Die Einheit wurde bereits so ähnlich durchgeführt und die Spielformen verliefen recht gut, da sie unsere Prinzipien klar hervorbringen. Wir mussten speziell im Coaching sehr viel am Sub-Sub-Prinzip 1.3 arbeiten, da es unseren Spieler noch schwer fällt den Gegner richtig anzulocken und dann zu verlagern. Auch die Entscheidung, wann ich den tiefen Pass suche, ist noch verbesserungswürdig. Alles in allem, half uns aber das Sub-Sub-Prinzip „Suche den tiefsten Mann“ bereits in kurzer Zeit enorm weiter, um das Spiel über den Dritten besser zur Geltung zu bringen.

Kategorie Spielformen, Training

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