Ajax Amsterdam unter Erik ten Hag

Am 24.05.2017 in der Friends Arena des schwedischen Erstligisten AIK Solna, konnten Fußballbegeisterte eine noch sehr junge, aber technisch hochveranlagte Mannschaft, gegen einen englischen Weltklub betrachten und staunen. Die Rede ist von Ajax Amsterdam. 

Ein sehenswürdiges Europa League Finale zweier Mannschaften mit unterschiedlichen strategischen Auffassungen. Der Kontrahent der Amsterdamer, Manchester United, trainiert von niemand geringeres als Jose Mourinho, durfte am Ende zwar die Trophäe in die Luft halten, bekam aber deutlich die Grenzen aufgezeigt. Die Mannschaft des aktuellen Trainers von Bayer Leverkusen Peter Bosz, kam damals auf einen Ballbesitz-Prozentsatz von 70 und eine bemerkenswerte Anzahl an Torschüssen gegen den Premier League Giganten. 

Lange Zeit war es in den internationalen Wettbewerben ruhig um die Niederländer, bis zur Saison 2016/17 in der sich die hervorragende Nachwuchsarbeit bezahlbar machte und der sportliche Erfolg zurückgekehrt ist. Seit dieser 2:0 Niederlage gegen Manchester United, ging es für die Lizenzspielerabteilung jedoch stetig bergauf. 

Fast 3 Jahre später, genauer gesagt am 30.04.2019, wurde die exzellente Ausbildungsphilosophie des Rekordmeisters noch einmal bestätigt. Das Halbfinal-Hinspiel der UEFA Champions League gegen Tottenham Hotspur wurde mit 0:1 gewonnen. Zuvor wurden europäische Top-Klubs wie Real Madrid und Juventus Turin souverän ausgeschaltet und die Fußballwelt parallel begeistert. 

Zwar konnte AFC das Finale durch ein Last-Minute-Tor von Lucas Moura im Rückspiel knapp nicht erreichen, doch die mutige, technisch starke und taktisch gut geschulte Mannschaft hat sich mit ihren nationalen und internationalen Auftritten aus der Saison 2018/19 damit fest im europäischen Oberhaus etabliert. 
Macher der Erfolgs, Erik ten Hag. 

Erik ten Hag

Der in Haakbergen geborene Niederländer verfolgte während seiner Trainer-Laufbahn ein primäres Ziel, dass Ausdehnen der eigenen Fähigkeiten. 

„Ich bin wer ich bin. Ich bin keine Kopie von jemand anderes. Als Trainer, kannst du die Beispiele anderer bewundern und von anderen Trainern lernen. Aber die Hauptsache ist, dass du auf deine Art und Weise arbeitest, die zu deiner Persönlichkeit passt. Andererseits spielst du eine Theaterrolle. Die Spieler erkennen das und du verlierst deine Autorität.“

Angefangen als Nachwuchstrainer in Enschede, arbeitete Ten Hag in seinen ersten 6 Jahren im Profibereich als Assistenz-Trainer der beiden niederländischen Top-Vereinen Twente Enschede und PSV Eindhoven, bis er sich bereit gefühlt hat bei Go Ahead Eagles in der 2.Liga seine Chef-Trainer Karriere im Profibereich zu starten. 

2013 verließ er sein Heimatland um bei den Amateuren des FC Bayern München anzuheuern, die er in seiner ersten Saison zur Meisterschaft der Regionalliga-Bayern führte und in der Aufstiegsrelegation nur knapp den Aufstieg in die 3.Liga verpasste. 
In seiner täglichen Arbeit an der Säbener Straße, konnte ihn sein Wissbegierde nicht davon abhalten sich mit dem damaligen Profi-Trainer Josep Guardiola über bestimmte Inhalte auszutauschen. 

„Wenn du lernen willst, von anderen Spielern, anderen Trainern, anderen Kulturen, dann wirst du dich als Trainer weiterentwickeln.“

Der FC Utrecht verpflichtete ihn 2 Jahre später und Erik ten Hag konnte sowohl als Chef-Trainer, als auch als Sportdirektor erste Erfahrungen in der Eredivisie sammeln. 
Der Lernprozess hörte somit nie auf und führte ihn Ende 2017 zu seinem aktuellen Verein Ajax Amsterdam. 

Flexibilität im Ballvortrag

Ajax verfolgt keine präferierten Zonen für den Transport des Balles im Angriffsspiel. Je nach dem wie die Aktionen der Gegner gegen den Ball sind, erfolgen situationsbedingte Reaktionen als Antworten auf das Forechecking des Gegners. 

Bietet der Gegner potenzielle freie Räume und Schwachpunkte im Zahlenverhältnis auf den Außenspuren an, so wird der Ballvortrag von Ajax in den Außen gestaltet. Sollte das Zentrum zu Gunsten des Gegners dominierender wirken, wird das Zentrum nicht überlastet um den Raum-/Gegnerdruck Stand zu halten, sondern die Stärken des Gegners in diesen Zonen erhöht und dafür in anderen Zonen entzogen. 

Dies geschieht durch permanente Bindungsabläufe und Positionswechsel um die Staffellungen des Gegners zu manipulieren und dadurch zu verändern. Da der Gegner im Angriffspressing den Ball so schnell wie möglich erobern möchte, wird er durch die angesprochenen Abläufe gestresst und zu Abstimmungsproblemen im Verhalten gegen den Ball gezwungen. 

Das Spielprinzip der Überzahl im Aufbau gegen die erste Pressinglinie ist mittlerweile ein weit verbreitetes Mittel um dem Pressing der Gegner vereinfachter zu entkommen. Durch die hohe Qualität des Torwarts Andre Onana, benötigt AFC maximal eine Gleichzahl an Feldspielern, um ein erfolgreiches Manöver beim Überspielen der Pressinglinien zu gewährleisten. 

Durch Torwart-Ketten wird der Kameruner im Spielaufbau oftmals mit eingebunden und versucht durch entschlossene Aktionen seine Mitspieler entweder durch flache, oder lange Zuspiele in Szene zu setzen. Der FC Liverpool presste im CL-Spiel in einem 4-3-3 mit flacher oberster Pressinglinie, um den Ballvortrag leichter nach innen zu lenken. Um eine Gleichzahl in der Aufbaulinie zu erstellen, positioniert sich Edson Alvarez unmittelbar in Ballnähe, am Strafraum, um durch das Involvieren von Onana eine 4 gegen 3 Überzahlsituation zu erschaffen. Alvarez bindet automatisch den gegnerischen Mittelstürmer, was zu einer Raumkreierung zwischen dem Mittelstürmer und dem linken Flügelspieler führte. Durch die hervorragende Wahrnehmung von Davy Klaassen und dem darauf erfolgtem Besetzen des frei gewordenen Raumes, wurde der gegnerische 8er jedoch mitgezogen.

Problematisch? Nicht für Ajax! Denn dieses Vorgehen maximierte den Raum auf der von Noussair Mazraoui besetzten Außenspur. Durch die Bindung des anderen gegnerischen 8ers durch den 18-jährigen Ryan Gravenberch, war die gegnerische Grundordnung ziemlich kompakt, was einer Spielfortsetzung auf den Außen zu Gute kam. Diese wurden von den beiden laufstarken Außenverteidigern Nicolas Tagliafico und Mazraoui sehr gut besetzt und ausgenutzt. Um ein rausrücken der gegnerischen AV auf Tagliafico oder Mazraoui zu unterbinden, staffelten sich die beiden Ajax-Flügelspieler Antony und David Neres zwischen gegnerische AV und IV. Nach Ballannahme von Tagliafico, blockierte Gravenberch das rausrücken des ballnahen gegnerischen 8ers, durch seine höhere Staffelung in der linken Halbspur.

Durch ein rausrücken dieses 8ers, wäre der FC Liverpool in dieser Spielsituation in einer 5 gegen 4 Unterzahlsituation auf letzter Linie, dank Gravenberchs hoher Staffelung und dem Tiefenlauf von Mazraoui auf der ballfernen Seite.

Im Ligaspiel gegen PEC Zwolle mussten sich die Amsterdamer gegen ein kompaktes 4-Raute-2 tiefes Mittelfeldpressing beweisen.Das Team von Erik ten Hag versuchte infolgedessen die Raute des Gegners noch kompakter zusammen zu drücken. Neuzugang Sean Klaiber agierte als eingerückter rechter Außenverteidiger um zusammen mit Gravenberch beide gegnerischen 8er weiter ins Zentrum zu binden und die Außenspuren zu maximieren.

Die Raute wurde dadurch weiter zusammen gepresst.Tagliafico gab wie gewohnt den linken Breitengeber, während auf der ballnahen Seite Flügelspieler Antony den rechten Breitengeber in tieferen Zonen gab. Durch Klaibers einrücken und situativen Rollentausch, konnten Quincy Promes und Tadic den ballfernen Halbraum überladen und durch abgestimmte Laufwege, diagonale und vertikale Passoptionen nach der Verlagerung auf Tagliafico anbieten. Dank Gravenberchs entgegengesetzte Bewegung zur Flugrichtung des Balles, wurde der rechte gegnerische 8er viel zu tief gebunden, um eine effektive Rückwärtsbewegung zu gewährleisten. Dies führte zu einer 3 gegen 1 Überzahlsituation durch Tagliafico, Promes und Tadic. 

Das Kollektivverhalten

Reporter: „Ist das typisch Ajax?“ Erik ten Hag: „Es ist frivol. Aber das Fundament ist Zusammenarbeit!“

Zusammenarbeit ist ein vielseitiges Wort, das dass Verhalten einer Gruppe beschreibt. Individuum oder Dividuum? Wo liegen die Stärken von Ajax Amsterdam?
Die Spielidee von Ajax basiert grundsätzlich auf Spielentwicklung und Ballbesitz. Die gut ausgebildeten technischen Fähigkeiten der Spieler eigenen sich dafür in jeglicher Hinsicht. Aber nicht nur die technischen Fähigkeiten, sondern auch die kognitiven Fähigkeiten. 

Die Amsterdamer erkennen und besetzen freie Räume, schneller als der Gegner diese besetzen kann. Oder sie erkennen Passwege schneller als der Gegner diese schließen kann. Um einen Vorteil aus der gut entfalteten Wahrnehmung zu ziehen, muss die Mannschaft von ten Hag ebenfalls ein gutes Kollektivverhalten an den Tag legen und sich füreinander die Zeit auf dem Platz erleichtern und gemütlicher machen. 

In dieser Situation gegen den FC Liverpool, erkennt Gravenberch einen potenziellen Übergangsraum bei dem linken Breitengeber Tagliafico. Gravenberchs Wahrnehmung vermittelte ihm eine Manndeckung seitens des gegnerischen rechten 8ers. Agiert der Gegner Mann gegen Mann, wird er gebunden um Passkanäle zu konstruieren. Durch Gravenberchs zentral-seitliches abkippen, wurde der Passkanal für Daley Blind erschaffen, der Klaassen bediente, nach dem dieser den frei gewordenen Raum vorzeitig antizipierte und dynamisch besetzte. 

Dadurch das der ballnahe gegnerische AV wieder durch die Positionierung von Neres zwischen IV und AV gebunden wurde, musste Liverpools 6er weiträumig auf die Außen rausrücken um Klaassen ein zügiges aufdrehen zu erschweren. Durch ein rausrücken des AV, wäre der Raum hinter der Abwehrkette, in den Neres starten konnte, nicht schließbar gewesen. Durch das weiträumige rausrücken des 6ers, entstand zwischenzeitlich eine 2 gegen 1 Überzahlsituation im Zentrum und Außenspur durch Dusan Tadic + Alvarez / Klaassen + Tagliafico.  Dank der bemerkenswerten Zusammenarbeit zwischen den Spielern, sind sie in der Lage sich gegenseitig Räume zu kreieren und dadurch in gemütlichere Situationen zu bringen. Eine große Empathie ist im Spiel der Amsterdamer zu erkennen. 

Passkanäle

Das Zentrum ist bekanntlich die wichtigste Region eines Spielfeldes. Wer die Kontrolle über das Zentrum behält, der bestimmt meistens den Spielfluss und die Geschwindigkeit. Trotz der positiven Tatsache, das dass Zentrum äußerst wichtig ist, bevorzugen Mannschaften den Umweg über die Außen, falls der Gegner dicht gestaffelt das Zentrum blockiert. 

Oftmals sind Passwege nicht in der Lage konstruiert zu werden und die Komponenten aus Raum-/Zeit-/ Gegnerdruck sind in den zentralen Zonen der gegnerischen Grundordnung am anspruchsvollsten zu bewältigen. 

Es wurde erwähnt, dass die Amsterdamer flexibel auf die Stärken des Gegners reagieren können und keine festen Vorgaben für den Transport des Balles in abgestimmte Zonen haben. Dennoch wird erstmal versucht, dass Zentrum und die Halbräume im eigenen Ballbesitz für sich zu gewinnen. 

Dabei testen die intelligenten Spieler von Erik ten Hag wie präsent die gegnerischen Spieler im Pressing sind und welche Zonen sie besonders aggressiv verteidigen. Dabei spielt auch die Art und Weise eine Rolle. Welche Zonen werden mannorientiert zu gestellt und welche werden raumdeckend verteidigt?

In zentralen Zonen wird die Manndeckung meistens angewendet, um Spielern im Ballbesitz, keine Räume und Zeit für vielversprechende Entscheidungen zu überlassen. 
Eine hohe Erfolgsaussicht, um Passkanäle durch Bindungsversuche zu kreieren. 

In der Grafik presst der Gegner in einem 4-3-3 tiefes Mittelfeldpressing, mit dem Ziel den Ballvortrag nach innen zu steuern. Aufgrund dessen agieren die Hauptstädter in einer flachen 3er-Kette, komplettiert durch den abkippenden Außenverteidiger Tagliafico, um das Pressingverhalten des Gegners zu komplizieren. Der nach innen gelenkte Effekt der beiden gegnerischen Flügelspielern geht zu Nichte. Denn die beiden situativen Halbverteidiger Schuurs und Tagliafico, befanden sich durch die flache Eröffnung nicht im Deckungsschatten der beiden gegnerischen Flügelspieler. 

Sollten die Flügelspieler in solchen Situationen den Versuch wagen den Ballvortrag nach innen zu lenken, würden diagonale Passkanäle Richtung Halbräume geöffnet werden. In dieser Situation erkennt Eigengewächs Klaassen einen möglichen Passkanal Richtung oberes 2/3 des Spielfeldes. Dadurch das er den gegnerischen 6er binden konnte, eröffnete er durch leichtes seitliches raus bewegen den Passkanal. Alvarez erkannte den Passkanal und den erschaffenen Raum hinter dem gegnerischen 6er und startete einen dynamischen „blind-side run“ dahinter. Gravenberch erkannte vorzeitig die Absichten des Mexikaners und sorgte durch ein raus kippen für eine Raummaximierung des potenziellen Ballempfängers. 

Binden, binden, binden

Normalerweise werden Bindungsversuche angewendet, um für einen anderen Mitspieler Raum zu erschaffen. Doch was ist wenn sich ein Spieler selber durch das Binden eines Gegenspielers Raum kreiert?

In dieser Situation wird ein Beispiel dieses Themas veranschaulicht. Der Serbe Dusan Tadic befindet sich im Deckungsschatten eines Gegenspielers und ist für den Moment in keinster Weise für Gravenberch anspielbar. Der Kapitän bemerkte jedoch frühzeitig, dass der vor ihm postierte Gegenspieler eine mannorientierte Deckungsweise verfolgt und somit leichter gebunden werden kann.Um die Bindungsstärke zu revidieren, wendet Tadic eine Art Fluktuation an, in der er „links-rechts“ Bewegungen praktiziert und gleichzeitig darauf wartet, bis sich ein Passweg und Raum für ein Anbieten geöffnet hat. Gravenberchs Spielintelligenz ermöglichte ihm durch ein Scanverfahren eine weitere Alternative ausfindig zu machen. Dadurch das der Gegenspieler von Tadic den Bindungsversuchen stark nachgegeben hat, wurde der Ball von Gravenberch zum linken Breitengeber Tagliafico gespielt, der aus einem neuen Winkel angreifen konnte. 

Ballnahe Verbindungen im Ballbesitz

Ajax sucht besonders im letzten Drittel des Spielfeldes Verbindungsoptionen für die jeweiligen ballführenden Mitspieler. 

Permanent bewegt sich immer ein Spieler in der Nähe des Ballführenden, um kurze Anspielstationen anzubieten um sich von erhöhten Drucksituationen reibungsloser zu entledigen.  

Durch einige Doppelpässe und Spiele über den Dritten, konnte sich AFC seit dem Amtsantritt von Erik ten Haag auszeichnen. 

Tadic verlässt seine eigentliche Mittelstürmerposition um ballnah eine Überzahl herzustellen. Damit die technischen Fähigkeiten der Niederländer erst richtig in Fahrt kommen, werden jegliche Doppelungsversuche durch Gleichzahl-/Überzahlherstellungen unterbunden. Der gegnerische ballnahe IV erkennt die Unterzahlsituation seiner Mannschaft im ballnahen Halbraum und in der ballnahen Außenspur. 

Infolgedessen schiebt der ballnahe IV weiter durch um eine Gleichzahl wiederherzustellen. Um ein aggressiveres Durchschieben zu verhindern, besetzte Ajax in dieser Situation die ballferne Seite mit exakt 2 Spielern. Antony und Mazraoui sorgten für eine Schnittstellenmaximierung innerhalb der gegnerischen Pressinglinien. Dadurch wurden diese gestreckt und es erfolgte eine positive Reaktion in Form von geringerem Raum-/Gegnerdruck in den ballnahen Zonen. Der Brasilianer David Neres, spielte die Verbindungsoption für den ballführenden Tagliafico. 

Ungewöhnlich aber clever 

Ajax Amsterdam variiert gegen den Ball die Grundordnungen und passt sich anhand den Formationen und Pressingmechanismen stets den jeweilgen Gegnern an. Meistens entscheiden sich ten Hag und seine Assistenz-Trainer für ein 4-2-3-1 oder 4-3-3, dass je nach Ballbesitzabläufen der Gegner adaptiert. 

Dabei lassen sich Pressinghöhen, Pressingauslöser und Pressingfallen verändern. Ein wichtiger Bestandteil des Forecheckings ist auch das Abfangen und Sichern der zweiten Bälle. 

Erik ten Hag ist ebenfalls in der Lage Manndeckungen und Raumdeckungen sinngemäß für seine Mannschaft zonal zu verteilen. 

Besonders gegen den FC Liverpool, konnte man über einen längeren Zeitraum eine interessante Herangehensweise registrieren. 

In dieser Abbildung wird eine ballnahe Manndeckung der Niederländer grafisch dargestellt. 

Ajax agierte aus einem 4-3-3 Mittelfeldpressing mit Wechselmomente und beschränkte sich auf eine totale Manndeckung der ballnahen Gegenspieler des FC Liverpool. 
Antony ließ sich als rechter offensiver Flügelspieler sehr weit fallen, um die Manndeckung auf den gegnerischen linken AV aufrecht zu erhalten. Während Antony, Gravenberch, Alvarez, Neres und Tadic ihre klaren Zuordnungen übermittelt bekommen haben, wandte Klaassen eine zentrale Raumdeckung an. Beim abkippen eines höher postierten Liverpooler Spielers, wurde dieser im Nachhinein von Klaassen in Manndeckung genommen. 

Ziel dieser Vorgehensweise war, die Möglichkeiten des Gegners im Angriffsspiel zu drosseln und zu Fehlpässen zu zwingen. Durch wenige Möglichkeiten, dauerte die Entscheidungsfindung des Ballführenden, was nach einem Übergang in eine aktive Balljagd der Amsterdamer zu Stressituation führte. 
Dribbelte der Ballführer aggressiv an, rückte der ballnächste Ajax-Spieler raus und nahm den zuvor zugeteilten Gegenspieler in den Deckungsschatten. 

Somit blieb es der Mannschaft von Jürgen Klopp lange Zeit verwehrt, eine kontrollierte Spielentwicklung umzusetzen.

Ausblick

Trotz zahlreichen wichtigen Abgängen in den letzten Jahren, konnte sich der Verein aus der niederländischen Hauptstadt als ernstzunehmender Kandidat in den nationalen und europäischen Wettbewerben etablieren. 

Durch hohe Ablösesummen, entwickelte sich Ajax nicht nur zum Verkäufer von teuren Spielern, sondern verpflichtete in den letzten Jahren den ein oder anderen kostspieligen Akteur dazu. 

Der Vertrag von Chef-Trainer Erik ten Hag läuft im Sommer 2022 aus. Trotz mehrfachen Bestätigungen, dass sich der Niederländer beim Rekordmeister wohl fühlt, spekulieren die Medien quer durch Europa über seine vielversprechende Zukunft. 

Man darf gespannt sein, wo es ihn nach seiner Ajax-Ära hinziehen wird. 

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