VfB Stuttgart vs. Mainz 05 – Eine Vier-Augen-Analyse

Das Spiel am Freitagabend in Stuttgart war auf mehreren Ebenen ein interessantes. Dabei blenden wir die Streitigkeiten außerhalb des Platzes konsequent aus. Stuttgart spielte in dieser Saison bisher nicht wie ein typischer Aufsteiger. Die Mannschaft von Pellegrino Matarazzo überzeugte in vielen Spielen durch eine mutige, offensive Spielanlage und ist damit auch tabellarisch recht gut unterwegs. Zusätzlich interessant sind einige Spieler in dem Stuttgarter Kader, die diese Spielweise sehr gut umsetzen und in Teilen auch für besondere Momente sorgen können. Dazu seien nur die Namen Anton, Endo oder Silas Wamangituka genannt.

Vor diesem Spiel und im ganzen Jahr 2021 gab es allerdings ein paar Durchhänger. So konnten sie in diesem Jahr erst ein Spiel gewinnen und vor allem noch kein Heimspiel in der ganzen Saison. Stuttgart hat in großen Teilen der Saison mit einer Dreierkette gespielt. In den meisten Fällen war ein 3-4-2-1.

Mainz dagegen zeigte in den letzten Spielen ein zumindest erfolgreicheres Gesicht, auch wenn sie nicht unbedingt spielerisch glänzen konnten, was allerdings in ihrer Ausgangslage und mit einem Trainerwechsel in dieser Kürze nicht unbedingt zu erwarten war. Das Spiel in Stuttgart war erst das 5. Spiel von Bo Svensson, seitdem er aus der 2. Liga Österreichs, vom FC Liefering, kam. Dort spielte er in den meisten Spielen 4-Raute-2 und eher RB-Like. In Mainz probierte er bisher etwas mehr aus, so nutzten sie meistens ein 3-5-2, aber auch 3-4-1-2 und im ersten Spiel 4-2-3-1. Es scheint so, als würde Svensson sich vermehrt auf eine Dreierkette mit Umschaltfokus konzentrieren.

In dieser Vier-Augen-Analyse wollen wir uns daher vermehrt auf Mainz 05 konzentrieren und alle Spielphasen mal etwas näher betrachten. Jonas (@TaktikLiebe) schaut auf den Ballbesitz und das Gegenpressing und Robin (@Vorstopper94) auf das Pressing mit eventuell daran anschließenden Kontern.

Mainz wie es presst und rennt

Mainzer Ansage in der ersten Halbzeit

Nachdem Mainz in den ersten Spielen unter Svensson eher ein tieferes Pressing bevorzugte, war der generelle Ansatz gegen Stuttgart ein deutlich mutigerer. Mainz versuchte während dem Großteil der Spielzeit Stuttgart im 5-2-3 Mittelfeldpressing nach Außen zu lenken und durch eine hohe Intensität und Aggressivität an ihrem Spiel zu hindern.

Die Ballzirkulation von Stuttgart in der ersten Halbzeit konnte in den wenigsten Sequenzen ungestört vollzogen werden und Mainz schaffte es immer wieder den Rhythmus aus dem Ballzirkulation Stuttgarts zu nehmen. Das Resultat war der niedrigste xG-Wert vom VfB in der ersten Halbzeit in dieser Saison.

Mainz presst hier im 5-2-3 Mittelfeldpressing in der 1. Minute

Sofort nach Anpfiff zeigte Mainz was ihre neue Identität unter Svensson sein kann. Mainz hielt das Zentrum sehr eng und agierte im Mittelfeldpressing, wobei die vorderste Reihe interessanterweise aus Onisiwo, Quaison und Latza bestand, die im Laufe der Zeit unterschiedlich aufgereiht war. Man beschränkte sich zunächst auf das Zustellen des Zentrums und der Halbräume und wollte den VfB gezielt nach Außen lenken. Dort rückten auf beiden Seiten die Außenspieler immer wieder weit heraus, wodurch auch die Halbverteidiger weit mit nach Außen schieben mussten.

Rückpass von Kempf zu Anton und der Pressingtrigger für Mainz

Bei Rückpässen agierten die Mainzer dann aggressiver und schoben kollektiv vor, um den Druck auf die Ballzirkulation zu erhöhen. Der VfB hatte dabei oft interessante Staffelungen, insbesondere auf der eigenen rechten Seite, die man aber kaum schaffte gut durchzuspielen. Die ersten beiden Pressingreihen von Mainz schienen in der ersten Halbzeit kaum überwindbar. In der oberen Sequenz sprintet Latza mit Deckungsschatten auf Anton, während dessen Onisiwo auf den Sprung ist, um bei Pass auf Mavropanos zu sprinten. Die 6er dahinter spielten sehr weiträumig und laufintensiv und konnten besonders das flache durchspielen durch das Zentrum verhindern.

Nach dem der VfB auf der rechten Seite nicht durchkamen, zirkulierten sie zurück auf die linke Seite. Mainz schiebt weit durch.

Im weiteren Verlauf dieser Sequenz schaffte es der VfB zurück auf die eigene linke Seite zu gelangen mit einem breiten Endo im Ballbesitz. Hier sieht man weitere Kernelemente des Mainzer Pressings, wo sowohl Kohr als auch Fernandez beide bis Außenspur und Halbraum verschieben. Insgesamt eine sehr kompakte Situation, wo es sehr schwierig erscheint für den VfB nach vorne eine Lösung zu finden. Hierbei ist auch das starke Herausschieben von St. Juste zu sehen, was ein sehr wichtiges Kernelement war, um auch den Zwischenlinienraum bestmöglich zu verteidigen. Durch St. Juste und Niakhate hatte man hierfür zwei sehr geeignet Spieler, die auch eventuell lange Bälle gut verteidigen konnten und zudem mit Bell einen erfahrenen Spieler zwischen sich hatten.

Angriffspressing bei Abstoß

Bei Abstößen des VfB agierte Mainz deutlich höher und stellte direkt am Strafraum zu. Der VfB wollte in der ersten Halbzeit größtenteils flach lösen, wodurch Mainz auch einige Male zu guten Ballgewinnen kam.

Abstoß in der 3.min und Mainz im Angriffspressing

Auch hier agierte man weites gehend aus einem 5-2-3, wobei man den Raum vor der Abwehr auch mal etwas freier ließ. Beide 6er agierten sehr mannorientiert und auch beide Außenspieler schoben sehr weit hoch, um die Außen des VfBs direkt anlaufen zu können. Auch hier waren ein paar interessante Ideen zu erkennen. In diesem Fall agierte Endo als linker IV und Kempf schob in die linke Außenspur, sowie Mavropanos in der rechten Außenspur.

Diese Aufbausequenzen gab es auch im offenen Spiel des Öfteren. Auch hier schob Endo neben Anton und Mavropanos und Kempf gaben die beiden AVs. Castro bzw. dann Förster agierten im rechten Halbraum. Silas und Sosa waren die beiden Breitengeber. Stuttgart schaffte es aber in der ersten Halbzeit nicht diese teilweisen positionellen Vorteile auszunutzen, da Mainz immer wieder durch geschicktes Anlaufen und einer hohen Intensität zu Ballgewinnen kam, vor allem aber eine Progression des VfBs verhinderten. Die Intensität von Mainz zeigte sich auch in 11 mehr begangenen Fouls über das Spiel hinweg.

Fehlende Konterstärke führt zu wenig Torgefahr

 Mainz schaffte es in der ersten Halbzeit oft zu guten Ballgewinnen zu gelangen. Insgesamt fehlten aber gute Abläufe, um die Ballgewinne auch in Torgefahr umzuwandeln.

In der 11.min kommt Mainz zu einer aussichtsreichen Balleroberung.

In der 11.min kam Mainz zu einer sehr guten Balleroberung, die einiges an Potenzial hatte, um gefährlich werden zu können. Alle Optionen, vor allem im Zentrum und Halbraum, wurden gut abgedeckt und Mavropanos entschied sich für einen schwierigen Pass in den Zwischenlinienraum zu Gonzales. Durch einen Tiefenlauf von Kalajdzic rückte die Mainzer Abwehrkette etwas tiefer, wodurch der Zwischenlinienraum etwas größer wurde.

Fernandez schaffte es den Pass abzufangen und hatte dadurch durchaus einige Möglichkeiten, um den Konter einzuleiten. Er zögerte etwas zu lange, während Endo herausrückte und beide Halbverteidiger schon diagonal zurücksprinteten. Die Passoption auf Quaison hätte sofort genutzt werden können, um danach den Tiefenlauf von Onisiwo nutzen zu können. Schlussendlich wurde der Ball sogar von Mangala abgefangen und der Konter verhindert.

Mainz fehlte es zu oft an den notwendigen Tiefenläufen bzw. dem richtigen Timing, um den Konter überhaupt erst richtig starten zu können. War man nach Ballgewinnen mal in einer besseren Position, dann fehlte es an der Strafraumpräsenz, weswegen die Torgefahr eher gering blieb. Mainz nutzte auffällig oft Fernschüsse, welche nicht den größten Erfolg versprachen. Hierzu sei dieser Artikel zu empfehlen – Are bad shots actually good?

Der VfB zeigt im Vergleich zum FSV, dass gute Schusspositionen helfen können, um Tore zu erzielen.

Stuttgart passt an und gewinnt

Der VfB zog seine Lehren aus der ersten Halbzeit und verzichtete in den meisten Fällen auf eine kurze Spieleröffnung. Sie nutzten vermehrt lange Bälle und schafften es dadurch vor allem die zweiten Bällen für sich zu gewinnen, um näher am gegnerischen Tor zu agieren. Insbesondere das 1:0 durch Kalajdzic hatte einen weiteren positiven Effekt. Mainz hatte in der zweiten Halbzeit mehr Ballbesitz, konnte damit aber nicht sonderlich viel anfangen.

Abstoß des VfB in der 65.min

Durch mehr Chips und lange Bälle agierten auch die 6er von Mainz zurückhaltender. In diesem Fall ist es wieder ein Abstoß aus der 65.min, der als Anschauung dient. Man erkennt, dass Kohr sich deutlich tiefer hält, dadurch aber auch die Anspielmöglichkeiten am Strafraum einfacher vom VfB bedient werden können. Zusätzlich rückten auch die Außenspieler, in diesem Fall Mwene, nicht mehr konsequent vor und die Intensität ließ nach. Mavropanos wird hier von Stöger angelaufen und nutzt eher den Deckungsschatten für Förster, der direkt hinter ihm ist. Dadurch ist der Pass auf Endo sehr offen und dieser dreht auf und dribbelt weit in die Mainzer Hälfte.

Durch weniger Intensität und tiefere Positionen, sowie weniger Mut, konnte der VfB auch wieder in mehr Szenen flach öffnen und dies sogar vermehrt erfolgreich.

Mainz im eigenen Ballbesitz

Die Mainzer agierten im Spiel mit Ball in einem 3-4-1-2, wobei Latza die Position hinter den Spitzen besetzte. Der Spielaufbau lief über Niakhaté, Bell und St. Juste. Diese Dreierkette positionierte sich sehr linkslastig, sodass Niakhaté an der linken Außenlinie befand. Im Allgemeinen waren die Mainzer um einen flachen Spielaufbau bemüht, allerdings agierten sie im Endeffekt aus der Not heraus mit vielen langen Bällen.

Spielaufbau über Dreierkette

Niakhaté, Bell und St. Juste bauten das Spiel der Mainzer auf. Die beiden Sechser positionierten sich dabei tiefer und eng, die beiden Flügelverteidiger schoben hoch. Latza war immer wieder im Zehnerraum zu finden, wobei die TV-Bilder hier wenige Aussagen zulassen. Den Gästen gelang es, den Ball immer wieder durch die Dreierkette laufen zu lassen und Bälle auf die Sechser zu spielen. Der Anschluss an diese Aktionen fiel den Mainzern oftmals schwer, da der VfB hochschob und die sowieso nicht optimal besetzten Räume auch noch zustellte. So blieb in vielen Szenen nur ein langer Ball auf die beiden Stürmer. Diese langen Bälle waren oftmals ungenau gespielt und somit nicht von großem Erfolg gekrönt.

Die Schusspositionen der Mainzer unterstützen die oben genannten Punkte, da sie sich selten in aussichtsreiche Abschlusspositionen spielen konnten. ⅔ der Mainzer Abschlüsse wurden von außerhalb des Strafraums abgegeben.
Diese Szene aus der 9. Spielminute zeigt, wieso sich die Mainzer oftmals mit einem geordneten Spielaufbau schwer taten.

Mainz baut das Spiel über eine Dreierkette auf und die beiden Sechser kommen kurz. Das Problem dabei ist, dass der Raum zwischen den beiden Sechsern und Latza sehr groß ist und ein Übergangsspiel so kaum ermöglicht wird. Auch eine Verlagerung auf erscheint zumindest einmal schwer, da der rechte Halbraum im Mittelfeld auch nicht besetzt ist.

Bell spielt den Ball auf Kohr und dieser lässt den Ball klatschen. Anschließend schiebt der Frankfurter vor, schafft aber keine Anspielstation. Am Ende dieser Aktion gelangt der Ball von Fernandes zu St. Juste, der am Ende wieder einen langen Ball spielt. Solche Abläufe waren immer wieder im Mainzer Aufbauspiel zu sehen. Es wurde versucht, das Spiel ruhig aufzubauen, am Ende wurde aufgrund mangelnder Anspielstationen der Ball lang nach vorne gespielt.

Kein Abnehmer für Flanken

Viele Angriffe der Mainzer liefen über die aufgerückten Flügelverteidiger, welche zu vielen Flanken kamen. Dabei fanden die Flanken allerdings nur selten einen Abnehmer. Dies hing damit zusammen, dass die Flanken entweder ungenau gespielt wurden oder die Mainzer Stürmer Probleme hatten, sich gegen die großgewachsenen Innenverteidiger durchzusetzen.

So schafften es die Mainzer zwar immer wieder in Strafraumnähe zu kommen, zu vielen gefährlichen Abschlüssen kamen die Gäste allerdings nicht.

Mainzer Gegenpressing

Die Elf von Bo Svensson versuchte den VfB am schnellen Umschalten nach Ballgewinn zu hindern. Gerade in der ersten Halbzeit gelang es den Mainzern dadurch hohe Ballgewinne zu generieren. Durch das aggressive Gegenpressing schafften es die Schwaben in der 1. Halbzeit selten gefährlich zu kontern. In der 2. Halbzeit war das Gegenpressing der Mainzer nicht mehr so aggressiv. Das 2:0 aus der 72. Minute für den VfB entstand aus genau so einer Umschaltsituation.

Rhythmus stören als oberste Priorität

Gerade in der ersten Halbzeit gelangen den Mainzern, wie gerade erwähnt, die Gegenpressing-Momente sehr gut. Die 05er schafften es nach Ballverlust mit den ersten zwei Reihen sofort umzuschalten und hatten so in vielen Situationen sofort Zugriff auf den Ball.

Mainz erobert den Ball früh zurück

Ein schnelles Umschalten der Stuttgarter konnten die Mainzer durch ihr aggressives Gegenpressing oftmals bereits im Keim ersticken.

Die vorliegende Szene resultierte aus einem Einwurf der Mainzer von der linken Seite, welcher von Niakhaté ausgeführt wurde.

Das komplette Mittelfeld der Mainzer schob mit in Strafraumnähe und Mwene rückte von dem Flügel ins Zentrum. So wurde auch Gonzalez mit zur Defensivarbeit gezwungen. Nachdem die Stuttgarter den Ball klären konnten und Mangala im Zentrum andribbelt, schiebt Mwene ins Zentrum und gewinnt den entscheidenden Zweikampf gegen Mangala. Dieser gewonnene Zweikampf verhinderte eine möglicherweise gefährliche Umschaltsituation der Stuttgarter, da die Mainzer sehr weit aufrückten.

Verteidiger aus der Dreierkette schieben hoch

Den Stuttgartern gelang es situativ einen Ballverlust im ersten Gegenpressing-Moment zu verhindern. Um dies zu ermöglichen spielten die Gastgeber den Ball nach Balleroberung sofort in die Tiefe, wo sich Gonzalez meist etwas fallen ließ und so eine Anspielstation schaffte. Allerdings rückten hierbei die Mainzer Verteidiger aus der Dreierkette mit vor und schafften so die Kontersituationen der Stuttgarter zu unterbinden.

Eine Situation aus der 4. Spielminute verdeutlicht dies genauer.

Dieser Situation liegt ein Angriff über die rechte Seite zu Grunde, wobei Quaison den Ball von rechts in die Mitte flankt. Das Zentrum wird hier von Latza und Onisiwo besetzt, allerdings fliegt die Straße durch den Strafraum und Mavropanos kommt in Ballbesitz.

Sofort schiebt Latza aus dem Zentrum auf Mavropanos und schafft es durch seinen Laufweg Anton in seinen Deckungsschatten zu stellen. Auch ein Pass auf Mangala stellt ein großes Risiko dar. Fernandes schiebt hoch auf Castro. Da somit die Anspielstationen im Zentrum zugestellt sind und auch Silas entlang der Außenlinie von dem hochgeschobenen Mwene zugestellt wird, bleibt nur der Ball in die Tiefe. Dort positioniert sich Gonzalez im Halbraum mit Rücken zur Spieltichtung. Niakhaté schiebt aus der Dreierkette mit vor und kann so Gonzalez bei Anspiel sofort entscheidend stören. Am Ende foult er den Stuttgarter dabei leicht. 

Szenen wie diese waren im Spiel immer wieder zu sehen. Stuttgart schaffte es zwar sich aus dem ersten Druck zu befreien, allerdings erhielt auch die tiefe Anspielstation sofort Druck. Oftmals agierten die Rheinländer in solchen Situationen mit Foulspielen um das Umschalten der Stuttgarter zu verhindern.

Fehlender Zugriff und gefährliche VfB-Umschaltmomente

Auch wenn viele Gegenpressing-Momente glückten, gab es Szenen, in denen die Svensson-Elf keinen direkten Zugriff schaffte und der VFB so in gefährliche Kontersituationen kam. Diese Situationen resultierten aus einer schlechten Positionierung, welche bereits im Angriffsvortrag vorgelegen hat. Deshalb schafften es die Mainzer entweder nicht schnell genug Spieler hinter den Ball zu bekommen oder ein Mainzer Spieler stand zwei Stuttgartern gegenüber. Der zweite Gegentreffer resultierte aus einer solchen schlechten Positionierung. 

In der 37. Spielminute gelangte der Ball nach einem Angriffsversuch auf die rechte Seite zu Danny Da Costa. Dieser flankte den Ball ins Zentrum, diese wurde allerdings bereits am ersten Pfosten geklärt. Der Ball erreichte Gonzalez, welcher sich vor dem Strafraum befand.

Da Kohr als Abnehmer für die Flanke mit in den Strafraum schob, war Fernandes der einzige Mittelfeldspieler hinter dem Ball. Durch das Aufrücken von Da Costa stand Fernandes nun in einem 2 vs 1 gegen Gonzalez und Sosa, welcher einen Lauf in die Tiefe in den frei gewordenen Raum startete. Nun hatte Fernandes zwei Möglichkeiten: Gonzalez nicht Aufdrehen lassen oder den Passweg zu Sosa zustellen.

Fernandes entschied sich dazu, sich in den Passweg zu Sosa zu positionieren und ließ Gonzalez vor dem Strafraum aufdrehen. So konnte der Argentinier andribbeln und den Ball im Endeffekt doch noch in den Lauf von Sosa spielen. Dass der VfB in dieser Situation so gefährlich umschalten konnte, ist auf zwei Ursachen zurückzuführen.

  1. die rechte Seite ist durch das Aufrücken von da Costa vollkommen entblößt und es ist schwer für Mainz auf dieser Seite Zugriff zu schaffen da eine Überzahlsituation für Stuttgart entsteht
  2. Fernandes trifft in diesem Moment die falsche Entscheidung. Er hat die Möglichkeit Gonzalez am Aufdrehen zu hindern, lässt dieses aber zu. So kann Tempo in den Angriff kommen und die gerade beschriebene Ausgangslage gefährlicher ausgenutzt werden.

Auch vor dem 2. Gegentreffer befand sich das komplette Mainzer Mittelfeld im Strafraum, beziehungsweise knapp davor. Zusätzlich war Bell bis vor den Strafraum aufgerückt. Der Abschluss der Gäste wurde vor den Strafraum abgeblockt. Silas startete und Mainz hatte in diesem Moment nur drei Spieler hinter dem Ball. So war ein aggressives Gegenpressing nicht möglich und Silas konnte nach einem wunderbaren Solo das 2:0 erzielen.

Fazit

Der VfB kommt zu seinem ersten Heimsieg in dieser Saison und das am Ende auch verdient. Mainz schaffte es lange Zeit den VfB sehr gut zu bearbeiten und geschickt vom Tor weg zu halten, was auch der niedrige xG vom VfB der ersten Halbzeit zeigt. Mainz kontrollierte das Spiel vor allem durch ihr Pressing und der VfB konnte sein gewohntes Spiel und ihre Spielfreude zunächst nicht auf dem Platz bringen.

In der zweiten Halbzeit war es aber dann die angepasste Spielweise vom VfB, die geringere Intensität von Mainz und auch die individuelle Klasse von u.a. Silas, die das Spiel entschieden. Mainz schaffte es wieder nur durch Standards Torgefahr herzustellen, was es schwierig macht, Spiele auch regelmäßig zu gewinnen. Nichtsdestotrotz sieht man ein veränderteres und stärker werdendes Mainz 05.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.