Gladbach vs Man City – Citizens dominieren Borussia

Manchester City und Pep Guardiola holten sich mit dem 2:0 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach den 19. Pflichtspielsieg in Serie. Die kompletten 90 Minuten strahlten die Engländer Dominanz aus und ließen den Gastgeber nur zu einer richtigen Torchancen kommen. Gladbach hatte zwar einige Lösungen gegen das hohe Pressing der Citizens, jedoch konnten sie nur selten ihre Angriffe ausspielen. Vor allem mangelte es oft an der Ausführung, sodass tiefe Bälle oft zu ungenau waren.

Auch bemerkenswert war die Defensivarbeit von Manchester City beziehungsweise das Gegenpressing. (Wie und warum Gegenpressing funktioniert) Gladbach konnte nur wenige Chancen erspielen und wenn sie einmal sich aus einer Drucksituationen lösen konnten, war das Defensivverhalten von City hervorragend.

Abbildung 1: Aufstellungen

Cancelo und seine entscheidende Rolle

Von Beginn an hatte Manchester City mehr Ballbesitz. Im Spielaufbau hatten sie mehrere Varianten, um das hohe Pressing der Gladbacher zu überspielen. Hauptsächlich bauten die Gäste in einer 2-4 Staffelung auf. Die zwei Innenverteidigerpositionen wurden von Ruben Dias und Aymeric Laporte besetzt. Allerdings blieb es nicht oft bei dieser 2-4 Staffelung, da einige Male Ederson, vor allem wenn City tiefer aufbaute, zwischen den Innenverteidiger rückte. Somit ergab sich eine Tormannkette und die beiden inneren Abwehrspieler konnte breiter stehen.

Auch zu sehen war – was in den letzten Wochen ein großes Thema bei City war – dass Joao Cancelo aus seiner defensiven linken Außenverteidigerposition in die Sechserposition rückte. Dadurch sollte eine Überzahl im Zentrum geschaffen werden. in der Viererkette vor den zwei Innenverteidiger besetzten Ilkay Gündogan und Kyle Walker die Außenposition, wobei auch hier beide verschiedene Rollen und Aufgaben gehabt haben.

Walker pendelte oft zwischen der ersten Aufbaulinie und dessen erster Ebene. Das bedeutet, dass der Außenverteidiger sich auf der Höhe der Innenverteidiger, aber auch auf der Höhe von Rodri und Cancelo bewegte. Positionierte sich Walker weiter hinten, so ergab sich eine asymmetrische 3-3-4 Staffelung. Diese Bewegungen vom Abwehrspieler kamen zustande, wenn Laporte sehr weit nach außen auf der linken Seite rückte. Dies ermöglichte Walker nicht nur eine Absicherung bei einem möglichen Ballverlust, sondern Dias hatte zu Walker einen besseren Passwinkel.

Der englische Außenverteidiger positionierte sich höher, wenn Laporte und Dias aus der Mitte heraus das Spiel aufbauten. Diese zwei Positionen erlaubten Walker auf mehrere Arten den Ball zu bekommen und in der Anschlussaktion weiterzuleiten. Positionierte er sich beispielsweise tiefer und bekam in der ersten Aufbaulinie den Ball, so waren oft kurze Pässe auf die zentralen Mittelfeldspieler möglich. Zudem bewegte sich Bernardo Silva auf den rechten Flügel, um diesen Raum zu überladen. Zwar waren daraufhin drei Spieler in einer Linie, Dadurch schob aber Gladbach auch sehr ballnah. Dies ermöglichte den Citizens über Rodri einen hohen Seitenwechsel auf die andere Seite zu spielen.

Auf der anderen Seite besetzte oft Gündogan den Flügel im mittleren Drittel. Dies ermöglichte den Innenverteidigung eine Anspielstation in der ersten Ebene zu haben, aber auch das Anlaufen des Gegners für sich zu nutzen. Beispielsweise lief Jonas Hofmann mehrmals den ballführenden linken Innenverteidiger mit einem Bogenlauf an und setzte Gündogan in seinen Deckungsschatten. Daraufhin bewegte sich Gündogan in den Halbraum und war per vertikalem Zuspiel anspielbar.

Zu erwähnen wäre noch, dass sich der deutsche Mittelfeldspieler nicht immer auf den Flügel bewegte, sondern auch oft sich im linken Halbraum positionierte. Dadurch war für den Innenverteidiger der Passweg auf den Flügel frei. Zu Beginn startet Phil Foden auf der linken Seite und Raheem Sterling auf der rechten. Die beiden Spieler waren die Breitengeber für das Ballbesitzspiel von City. Auch tauschten die Beiden die Flügel, was vor allem für die Außenverteidiger andere Aufgaben bedeutet. Spielte Sterling am rechten Flügel, so kam es mehrmals zum Vorderlaufen von Walker. War Foden auf der rechten Seite, so hinterlief Walker eher seinen Mitspieler. Dies Lag vor allem an den unterschiedlichen Fußstärken der beiden Außenspieler. Foden hat einen starken linken Fuß und bevorzugte eher ein diagonales Dribbling.

Da Cancelo eher in die Mitte orientiert war, so gab es nicht sehr große Unterschiede beim Verhalten aufgrund eines anderen Flügelspielers. Der Außenverteidiger war sehr zentral orientiert und besetzte daher hauptsächlich den linken Halbraum. Dort bekam auch immer wieder den Ball. Da Cancelo einen starken rechten Fuß hat, zog er auch in die Mitte und konnte vom Halbraum aus Flanken in den Sechzehner schlagen. Dadurch erzeugte nicht nur einige Großchancen, sondern auch er legte auch beide Treffer so vor. Um dies besser zu veranschaulichen und die Positionen von City im Ballbesitz besser zu beschreiben ist hier eine Szene aus der 3. Minute.

Abbildung 2: Chipball von Cancelo vom Halbraum in den Strafraum

In dieser Ballbesitzphase hatte City einen hohen Spielaufbau. Foden besetzte den linken Flügel. Gündogan war im linken Halbraum hochgerückt. Sterling, Silva und Jesus besetzten den zweiten Pfosten und waren zudem in Überzahl. Besonders klug war, dass sie alle drei hinter ihren direkten Gegenspieler bewegten. Somit hatte der Gladbacher Abwehrspieler größere Probleme den hohen Ball zu verteidigen.

Gladbachs Pressing und Aufbauspiel

Gladbach presste die Gäste aus Manchester in einem 4-2-3-1 beziehungsweise einem engen 4-3-3 an. Sie versuchten vor allem, dass das Zentrum von der ersten Aufbaulinie nicht angespielt wurde. So bewegte sich Lars Stindl beim Attackieren so, dass der ballnahe Sechser in sein Deckungsschatten gestellt wurde. Der zweite Zentrumsspieler wurde dann oft von einem der drei zentralen Mittelfeldspieler attackiert. Vor allem Christoph Kramer attackierte aus seiner zentralen Position auf den zweiten Sechser heraus. Oft versuchte der Deutsche den Pass auch zu antizipieren, was jedoch oft dann auch schiefging.

Kramer attackierte aus seiner Position heraus und stellte den ballfernen sechser zu. So ergab sich aus dem 4-3-3 Pressing das 4-2-3-1. Allerdings standen daraufhin beide Sechser einige Male zu weit weg, sodass City sofort einen vertikalen Pass hinein spielte. Somit wurde der Raum, der von Kramer aufgemacht wurde, sofort ausgenützt. Zu diesem Probleme könnte man sagen, dass die beiden Sechser beim Herausattackieren von Kramer mehr zusammenschieben können. Allerdings wäre es daraufhin zu einem weitere Problem gekommen. Beide Außenspieler von Gladbach (Hofmann und Plea) standen eher breiter und hätten somit den Passweg durch den Halbraum offen gelassen. Vor allem wäre dies ein Problem, da sich Silva und Gündogan meistens im Halbraum anspielbar waren.

Im Spielaufbau agierte Gladbach am Anfang ähnlich wie City, jedoch nur viel tiefer. Auch die Innenverteidiger stand viel breiter. Durch das hohe Angriffspressing der Citizens im 4-4-2 mussten die Gastgeber sehr tief aufbauen und kamen nur sehr schwer aus der eigenen Hälfte. In beinahe allen Ballbesitzphasen zu Beginn des Spieles mussten die Gladbacher mit einem oder höchstens zwei Kontakten spielen, sodass sie überhaupt die Möglichkeit hatten sich aus den Drucksituationen zu lösen. Vor allem das mannorientierte Anlaufen von City stellte große Probleme dar. Jedoch hatte Gladbach einige Lösungsansätze.

Vor allem das Abkippen eines zentralen Mittelfeldspielers war eine wichtige Komponente, um einige Male das Pressing zu überbrücken. Konnten die Gladbacher einmal etwas höher aufbauen, so ließ sich gleich Kramer zwischen den beiden Innenverteidiger fallen. Dadurch hatten sie Überzahl in der ersten Aufbaulinie, konnten jedoch nicht richtig kontrolliert nach vorne kommen. Wie zum Beispiel in dieser Szene.

Abbildung 3: Aufbauspiel der Gladbacher. Freier linker Halbraum, der nicht bespielt wurde.

Kramer hatte im Spielaufbau den Ball und spielte einen Doppelpass mit Neuhaus. Neuhaus positionierte sich so, dass er zwischen den beiden Stürmer anspielbar war. Vor allem durch die Mitnahme von Kramer auf die rechte Seite, wurde Jesus ein wenig getäuscht, sodass der Passweg auf Neuhaus wieder offen war. Der junge Mittelfeldspieler schaute sich auch mit Schulterblicken um, allerdings nur über seine linke Schulter. Somit konnte er den freien Halbraum und auch den freien Bensebaini am linken Flügel nicht sehen. Plea besetzte in der letzten Linie den Halbraum und wäre nach einer entgegenkommenden Bewegung anspielbar gewesen oder hätte mit einem Tiefenlauf mehr Platz für den linken Außenverteidiger machen können.

Hätte Neuhaus auch noch über seine rechte Schulter geschaut, hätte er möglicherweise die freie linke Seite gesehen und den Ball gleich auf die Seite mitgenommen. Zudem kam das Zuspiel bereits auf seinen rechten Fuß. Dadurch hätte Jesus nach der Ballmitnahme ihn auch nur schwer den Ball abnehmen können, da Neuhaus den Körper zwischen Stürmer und Ball gestellt hätte. Allerdings nahm der Mittelfeldspieler in der Drucksituation den Ball mit nach hinten und spielte Elvedi an. Der Innenverteidiger wurde sofort von Sterling unter Druck gesetzt und der Ball landete beim Tormann.

Eine weitere Möglichkeit war, um das Pressing auszuspielen, dass ein Sechser bereits sehr tief neben den Innenverteidiger abkippte. Meistens war die Neuhaus der sich links neben den Innenverteidiger positionierte. Durch Überladen der linken Seite und kurzes Kombinationsspiel konnte Gladbach dann auch das Pressing berspielen. Hier ein Beispiel.

Abbildung 4: Spielaufbau der Gladbacher mit Überladung am linken Flügel

Elvedi hatte im Spielaufbau am linken Flügel den Ball. Kramer kippte in der Aktion davor am linken Flügel ab und sorgte auch dafür, dass City sehr weit zu diesem Raum hinschob. Zakaria besetzte den Sechserraum und Neuhaus positionierte sich für einen vertikalen Pass im Halbraum. Dieses Zuspiel bekam Neuhaus auch, da durch die Positionierung von Stindl weder Walker noch Rodri auf den zentralen Mittelfeldspieler schieben konnte. Neuhaus ließ mit dem ersten Kontakt auf Zakaria prallen und der Sechser konnte mit einem hohen diagonalen Ball die Seite wechseln. Somit konnte sich Gladbach aus der Pressingsituation lösen.

Gladbachs Probleme – Die Balldominanz der Citizens

Am Ende des Spieles hatte City über 60 % Ballbesitz, sechs Schüsse mehr und auch mehr herausgespielte Chancen. Die Dominanz von Manchester war klar zu erkennen. Besonders im Pressing ließen sich den Gladbachern wenige Chancen, aber auch im Ballbesitz zeigten sie durch ihr Positionsspiel ihre Stärken. Deutlich wurde es vor allem nach langen Ballbesitzphasen von City, die oft mehrere Pässe in der gegnerischen Hälfte zusammenbrachten. Somit konnten sie Gladbach auch immer wieder in deren Hälfte beziehungsweise in deren Strafraum drängen.

Der zweite Treffer von City folgte nach einer langen Ballbesitzphase, in der Gladbach weit in den eigenen Strafraum gedrückt wurde. Durch die hohe Anzahl der Spieler im Strafraum mussten auch die Mittelfeldspieler weit zurück. Dadurch hatte City viel Platz vor dem Sechzehner und Cancelo konnten seinen „trademark“-Pass aus dem linken Halbraum hineinspielen.

Des weiteren hatten die Gladbacher vor allem in offensiven Umschaltsituationen einen zu ungenau Passrate. Die Konter wurden nicht richtig ausgespielt oder Offensivspieler trafen die falsche Entscheidung, was wieder in einem Ballverlust resultiert

Fazit

Manchester City ist in einer hervorragenden Form und wird so nur schwer zu stoppen zu sein. Bereits in der Liga haben sie einige Punkte Vorsprung und zeigen jede Woche ihre Dominanz. Gladbach wird es im Rückspiel sehr schwer haben das Ergebnis noch zu drehen. Besonders die Umschaltsituationen müssten besser ausgespielt werden. Einige Szene haben bereits gezeigt, dass sie gefährlich für City werden können.

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