Kurzanalyse VfB Stuttgart vs Borussia Dortmund

Diese Kurzanalyse wurde ursprünglich für unseren Twitter Account als Thread verfasst.

Die Partie zwischen dem VfB und Borussia Dortmund beinhaltete einige spannende Aspekte. Insbesondere die Probleme der Stuttgarter im geordneten Ballbesitz, aber auch die Stuttgarter Konter, die Dortmund nur schwer unter Kontrolle bringen konnte. 

VfB Stuttgart

Die Schwaben agierten grundsätzlich in Ballbesitz in einem 4-3-3. Endo und Mangala unterstützen zwar immer wieder den Aufbau, schoben dann aber weiter nach vorne zwischen die Ketten. Die Sturmreihe begann zunächst eng, Marmoush agierte nach einer Viertelstunde allerdings breiter, um Platz für Endo zu machen und die Lücken auf Dortmunds linker Seite zu bespielen.

Die Dortmunder verteidigten in einem eher tieferen 4-4-2 und übten nur selten konstant Druck auf Stuttgarts Innenverteidiger aus. Dem VfB gelang es einige Male durch ein Anspiel auf Karazor den Dortmunder Block zusammenzuziehen. Die offenen Halbräume nutzten Ito und Mavropanos jedoch nur selten. Entscheidungsfindung und Abstände zum Offensivblock ließen die Offensivbemühungen im Keim ersticken. Gerade die oft zu hohe Positionierung der Dreierreihe vorne, erlaubte es den Dortmunder Sechsern durch einfache Mannorientierungen gegen Endo und Mangala den VfB erfolgreich zu verteidigen. 

VfB Stuttgart

Einzig über die linke Stuttgarter Seite entstand häufiger Gefahr. Das Dreiergespann aus Sosa, Führich und Mangala ergänzte sich sehr gut. Den Stuttgartern gelang es immer wieder diagonal zwischen die Ketten zu kommen. Mangalas vorstoßende Läufe waren sehr passend und auch Tomas Ausweichen hätte durch eine bessere Einbindung für mehr Gefahr sorgen können. 

Allerdings gelang es den Stuttgartern aus diesen Situationen selten diagonal zu verlagern und die ballfernen Lücken der Dortmunder zu bespielen. Auch Karazor wurde selten in offener Stellung zum gegnerischen Tor gefunden. Durch das Durchspielen dieser Angriffe über die immer gleiche Seite konnte sich der BVB leichter zusammenziehen und die Angriffe erfolgreich verteidigen. Eine Ausnahme bestand, nach langen Diagonalbällen konnte Marmoush vereinzelt den offenen Raum auf der rechten Seite bespielen. 

Der BVB agierte ähnlich wie der VfB und versuchte mit Reus, Brandt und Bellingham den Zwischenlinienraum zu überladen. Unterstützt wurde das Ganze von einem sehr offensiven Guerreiro. Can hielt sich, wahrscheinlich aufgrund der Sorge um Stuttgarts Konter, zurück und bildete häufiger eine 3-1 Kontersicherung. 

Durch das Überladen den Zwischenlinienraums hatte der VfB vor allem mit Guerreiro zu kämpfen. Reus zentralere Position beschäftigte Marmoush, während Endo durch Bellingham gebunden war. Da Stenzel als Spieler aus der letzten Kette jedoch trotzdem ein Auge auf Reus haben musste, entstanden in seinem Rücken Lücken, die der BVB mit aggressiven Läufen von Guerreiro einige Male nutzen konnte. Marmoushs höhere Position sorgte zwar für Probleme gegen den Ball, war aber nach Ballgewinnen eine echte Waffe. 

Wie bereits erwähnt, sicherte Dortmund in einem 3-1 ab. Was nominell ausreichen sollte, sorgte für Kontrollverluste beim BVB. Die Stuttgarter sind prädestiniert für ein schnelles Konterspiel und attackierten nach Ballgewinnen sofort mit Führich, Tomas und Marmoush. Die drei verbliebenen Verteidiger des BVBs mussten fallen. Insbesondere Marmoush konnte die Räume, die Guerreiro offen ließ, nutzten, auch wenn der Abschluss weiterhin ausbaufähig ist. 

VfB Stuttgart

Neben den drei schnellen Offensivakteuren, waren es aber vor allem Mangalas und Endos gute Dribblings in die Räume neben Dahoud. Als alleiniger Sechser war es schwierig die Dynamik der Stuttgarter Mittelfeldspieler stets zu stoppen, sodass der VfB vor allem in Halbzeit eins zu einigen Kontermöglichkeiten kam.

Letztlich zeigte das Spiel mal wieder, dass der VfB eine taktisch gut eingestellte Mannschaft ist, die jedoch zu häufig individuelle Fehler mit und gegen den Ball begeht. 

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